1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Natalie Nellißen ist neue Klimaschutzmitarbeiterin in Langenfeld

Neu im Klimaschutzteam : Sie kümmert sich um die Mobilität

Seit Juni arbeitet Natalie Nellißen im städtischen Klimaschutzteam und ist hauptsächlich für das Thema Mobilität zuständig, übernimmt aber auch Aufgaben im Klimaschutz. Die Diplom-Ingenieurin hat vor dem Maschinenbaustudium (Fachrichtung regenerative Energien) eine Ausbildung zur Automobilmechanikerin gemacht und ein Jahr lang bei Ford in der Produktion gearbeitet.

Natalie Nellißen fährt gerne Fahrrad – bei jedem Wetter. Und deshalb ist es für sie keine Frage, für die rund neun Kilometer von ihrer Wohnung in Hitdorf zu ihrem neuen Arbeitsplatz im Langenfelder Rathaus in die Pedale zu treten. Auch am Freitag. Bei usseligem Regenwetter. Dann natürlich mit Schutzkleidung und frischen Socken sowie einem Ersatz-T-Shirt im Gepäck. Seit Juni verstärkt die 40-Jährige dort das Klimaschutzteam. Sie wird hauptsächlich für das Thema Mobilität zuständig sein und die bereits in den Fachgremien  vorgestellte Zwischenbilanz des Mobilitätskonzepts weiter betreuen.

Sie weiß, dass zwar immer mehr junge Leute auf den Führerschein verzichten und stattdessen mit dem öffentlichen Nahverkehr unterwegs sind oder auf Car-Sharing setzen, dennoch habe das Auto seine Berechtigung. „Es ist ein sinnvolles Fortbewegungsmittel. Man kann nicht alles zu Fuß schaffen.“ Jedoch werde es „inflationär genutzt“, selbst für Strecken, für die es nicht nötig sei. Auch wenn eine Stadt wie Langenfeld fast ideale Bedingungen für Radfahrer biete. Man müsse der Situation angemessene Wege finden, gerade für ältere Bürger. Von den 60.700 Menschen sind fast die Hälfte (47,6 Prozent) über 50 Jahre alt (Stand 2019).

Senioren könnten viele Besorgungen zu Fuß erledigen, sagt Natalie Nellißen. Wenn sich Geschäfte, Treffpunkte und Kulturangebote in Wohnortnähe befänden. Und mit E-Bikes erschlössen sich ihnen neue Möglichkeiten. Vorausgesetzt, sie seien damit im Umgang sicher und geübt. Momentan sei die Nachfrage nach Autos noch sehr groß.  „Der öffentliche Raum ist aber zu schade, um ihn nur den Pkw vorzuhalten.“ In Großstädten seien die Menschen schneller bereit, das Auto abzuschaffen. „Dort gibt es oft bessere ÖPNV-Anbindungen und einen größeren Parkplatzdruck als in Mittelzentren.“ Deshalb sei es in Langenfeld nicht so leicht,  Car-Sharing oder Leihfahrräder anzubieten. „Ich schließe das hier aber nicht aus.“ Auch kleinere Städte müssten sich nach und nach auf den Weg machen. Experten des Düsseldorfer Ingenieurbüro PTV hatten für die Mobilitätsstudie herausgefunden, dass zwar 52 Prozent der Bürger ins Auto steigen, 26 Prozent zu Fuß gehen, acht Prozent Bus- und S-Bahn nutzen,  aber immerhin 15 Prozent mit dem Rad fahren. Natalie Nellißen hat  zuvor sieben Jahre bei der Stadt Sankt Augustin als Klimaschutzmanagerin gearbeitet und die damals erste Mobilitäts-Station für verschiedene Verkehrsmittel im Rhein-Sieg-Kreis auf den Weg gebracht. Ein vergleichbares Angebot kann sie sich am S-Bahnhof in Langenfeld vorstellen. Das würde bedeuten, dort beispielsweise „eine Station für Leihräder anzubieten, damit die Menschen nicht nur auf den Bus angewiesen sind.“

Die Diplom-Ingenieurin sagt zwar von sich selber, sie sei „Technik affin“, trotzdem lebt sie umweltbewusst. Vor dem Maschinenbaustudium (Fachrichtung regenerative Energien) hat sie eine Ausbildung zur Automobilmechanikerin gemacht und ein Jahr lang bei Ford in der Produktion gearbeitet. Sie besitzt zwar selber noch ein Auto, möchte es aber abschaffen, wenn sie demnächst mit ihrem Mann und dem zweijährigen Sohn nach Reusrath zieht. „Es ist persönlich für mich nicht  mehr notwendig.“  Urlaubsreisen unternimmt die Familie mit der Bahn,  lange Strecken ließen sich bequem  mit dem Nachtzug fahren.