Langenfeld: Nächster Halt Langenfeld Kulturbahnhof

Langenfeld : Nächster Halt Langenfeld Kulturbahnhof

Nach drei Jahren Pause setzt Ingo Henckels die Reihe "Kursbuch" fort.

"Jetzt können wir wieder Events im Alten Bahnhof veranstalten" freut sich Ingo Henckels über die im April beginnende kulturelle Wiederbelebung des denkmalgeschützten Bahnhofgebäudes Langenfeld (Rhld.). Bis 1991 hielten hier DB-Züge. 1995 kaufte der gelernte Apotheker das inzwischen 173 Jahre alte Gebäude an der Bahnstrecke Köln-Düsseldorf. Nach umfangreicher Renovierung nutzt Henckels die Räume als Sitz seiner 1993 gegründeten Firma Qualisys. Seit 1998 war der Alte Bahnhof zudem eine Bühne für kulturelle Events - von der Lesung bis zur musikalischen Aufführung.

"Um das Baudenkmal gelegentlich zugänglich zu machen, ist die Kultur eine gute Schiene - abgesehen davon, dass sie mir auch Spaß macht", sagte Henckels damals. Aber: "Aus kultureller Sicht hatten wir mit der Firma ,leider' zu viel Erfolg", sagt Henckels heute. Heißt: Die mehr als 30 Mitarbeiter benötigten den Veranstaltungsraum als Großraumbüro, so dass 2015 nach mehr als 100 Terminen eine Zwangspause folgte. Inzwischen, rechtzeitig zum 25-jährigen Firmenjubiläum, hat Qualisiys in Sichtweite des Bahnhofs einen schicken, modernen Neubau bezogen. Deshalb kann es mit der Kultur im Alten Bahnhof nun weitergehen.

Im November kommt die Klarinettistin Pamela Coats. Foto: Steffen Guth

"Unsere kulturelle Veranstaltungen brauchen mehrere Monate Vorlauf", sagt Henckels, der inzwischen über ein weitgespanntes Netzwerk verfügt und mit erkennbarer Vorfreude über die ersten drei der insgesamt vier für 2018 geplanten Veranstaltungen berichtet. Das Prinzip ist seit der Premiere gleich geblieben: Henckels stellt die Räume gratis zur Verfügung und macht die Öffentlichkeitsarbeit. Nach dem Auftritt können die Besucher nach eigenem Ermessen etwas spenden, was als Gage komplett an den Künstler geht.

"Kursbuch" nennt sich die Reihe kultureller Veranstaltungen im Alten Bahnhof. Die neue Serie beginnt am Dienstag, 10. April, um 19 Uhr mit dem "Kursbuch 104", einer Gemeinschaftsveranstaltung mit dem Bergischen Geschichtsverein Leverkusen-Niederwupper. "Am Anfang war die Gleislose" lautet der Titel des Vortrag von Paul Heinz Schwieres. Der ehemalige Bahnhofsmitarbeiter aus Richrath blickt ins Jahr 1904 zurück, als die Bahnen der Stadt Monheim eine gleislose Bahn in Betrieb nahm, ehe 1908 der erste Abschnitt einer normalspurigen Kleinbahn folgte - von Langenfeld nach Monheim und dann weiter nach Hitdorf, Rheindorf oder Baumberg. Als "Kursbuch 105" ist für Mai/Juni ein Abend mit Angelica Litschev (Lyrik) und Markus Goosmann (Piano) eingeplant. Die Dichterin, 1978 in Sofia geboren, erhielt 2003 den "Unicum-Preis" für das beste Sonett und 2005 den "Förderpreis für Literatur Düsseldorf".

Mit Coats musiziert Mollie Marcuson (Harfe). Foto: Todd Zimmer

Für "Kursbuch 106" steht der genaue Termin bereits fest. Die Sängerinnen Brigitte Schürkämper und Birgit Sahler, in früheren Besprechungen als "scharfzüngiges Duo B&B" angekündigt, kommen am Freitag, 12. Oktober. Was das Thema des Abends angeht, haben sich die beiden noch nicht festgelegt.

Der 23. November (Kursbuch 107) verspricht "Klassische Juwelen, gespielt von der außergewöhnlichen Kombination Klarinette und Harfe". Pamela Coats (Klarinette) und Mollie Marcuson Schiffer (Harfe), beide Mitglied im Kölner Kammerensemble "VivazzA" laden ein zur "Serenade à Deux" mit Werken unter anderen von Schubert, Ibert, Mozart und Rossini.

(mmo)
Mehr von RP ONLINE