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Monheim: Nachbarn feiern 50 Jahre Waldsiedlung

Monheim : Nachbarn feiern 50 Jahre Waldsiedlung

Mitte der 1960er Jahre entstand im Osten Monheims eine neue Wohnsiedlung am Knipprather Wald. Die Nachbarschaft ist bis heute intakt - und heißt junge Familien willkommen.

Die Baumberger Chaussee ist eine der meistbefahrenen Straßen im Stadtgebiet. Die wichtige Verkehrsachse verbindet Monheim und Baumbeg. Siegfried Jerke erinnert sich noch an die Zeit, in der die Hauptverkehrsstraße kaum mehr als ein schnöder Feldweg war. "Hier waren weit und breit nur Felder", erzählt er und zeigt über die Chaussee hinweg auf die inzwischen dichte Bebauung auf der anderen Seite. Am Anfang sei die Waldsiedlung fast schon etwas abgelegen gewesen. "Im Laufe der Jahrzehnte hat sich viel verändert."

Das gilt allerdings nur bedingt für das Viertel am Wald, in dem die Straßen "Fuchspfad", "Dachsbau" oder "Marderstraße" heißen. Seit 1965 wohnt der 74-Jährige in der Siedlung. Für 89 000 Euro kaufte er ein Reihenhaus - inklusive Grundstück. Er ist damit quasi ein Gründungsmitglied. Damals sei Wohnraum für junge Familien sehr knapp gewesen", erinnert sich Jerke. Acht Tage nach dem Einzug in das Reihenhaus kam sein Sohn Michael zur Welt. Ein Haus für die Familie zu finden, sei damals ein Glücksfall gewesen: "Vorher haben wir bei den Schwiegereltern gewohnt."

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Das Nachbarschaftsfest des Viertels hat eine lange Tradition. Seit Ende der 1980er Jahre feiern die Anwohner alle vier bis fünf Jahre. Initiator war damals das Ehepaar Blissenbach, das inzwischen verstorben ist. Entwickelt hat sich das Fest aus gemeinsamen Geburtstagsfeiern oder Polterabenden "Es ist uns eine Ehre, diesen Brauch fortzusetzen", sagt Daniela Brockamp, die in dem Viertel aufgewachsen und dort geblieben ist - inzwischen mit ihrer eigenen Familie nebst zwei Kindern. "Es gibt hier noch viele Nachbarn, die von Anfang an in der Siedlung wohnen, aber es hat auch schon den ein oder anderen Generationenwechsel gegeben."

Die Nachbarschaft lässt es sich bei Bier, Grillwurst und Kuchen gut gehen. Die Frage nach den Vorteilen ihres Wohnortes beantworten die rund 100 Gäste beinahe im Gleichklang. Die Infrastruktur im Ort sei hervorragend, betont Doris Klar, die seit 1980 mit ihrem Mann Peter und den beiden gemeinsamen Kindern in der Waldsiedlung wohnt. "Supermärkte, Schulen und der Knipprather Wald sind fußläufig erreichbar. Außerdem sei die Verbindung zu Autobahnen und Bushaltestellen sehr gut. "Es ist eines der schönsten Viertel in Monheim", findet sie.

Insgesamt gibt es in dem Quartier etwa 120 Wohneinheiten. Der Großteil besteht aus Reihenhäusern mit Garten. Hinzu kommen zwei siebengeschossige Hochhäuser an der Marderstraßemit jeweils knapp 50 Parteien. Diese "städtebaulichen Dominanten", wie Stadtarchivar Michael Hohmeier es umschreibt, seien damals der gängige Trend in der Stadtplanung gewesen. "Der Bau der Waldsiedlung fiel in die Zeit, in der sich Monheim vom Dorf zur Stadt entwickelte", sagt er. Bis in die 1970er Jahre hinein habe es viele große Siedlungsprojekte gegeben. Berliner Viertel, Zaunswinkel oder auch der Geschosswohnungsbau in Baumgerg seien neben dem Viertel am Wald dafür nur einige Beispiele. Das sei eine Phase des Aufbruchs für die Rheingemeinde gewesen. "Es wurden in dieser Zeit pro Jahr teilweise mehrere tausend Wohnungen geschaffen, um dem stetig steigenden Bedarf der geburtenstarken Jahrgänge gerecht zu werden."

Heute steckt die Waldsiedlung fast schon in ihrem dritten Generationenwechsel. Jelena Savíc wohnt seit etwa einem Jahr dort - mit ihrem Mann und Säugling Lukas. "Es ist hier ruhig, schön gelegen und ein guter Ort, um Kinder groß zu ziehen", sagt die 33-Jährige. Und die Nachbarschaft sei sehr nett. Doris Klar kann das nur bestätigen: "Wir kennen uns, helfen uns und passen aufeinander auf", sagt sie. "Eine intakte Nachbarschaft ist uns sehr wichtig - und wir heißen neue Nachbarn gerne willkommen."

(dora)