Monheim: Nach Großbrand besteht Einsturzgefahr

Monheim : Nach Großbrand besteht Einsturzgefahr

Nach dem Großfeuer an der Böttgerstraße suchen die Brandexperten nach der Ursache. Betreten können sie die Lagerhalle der Ladenbaufirma Alco GmbH allerdings vorerst nicht.

"Ein Statiker hat festgestellt, dass das Gebäude massiv einsturzgefährdet ist. Wir gehen da nicht mehr rein", sagt der Monheimer Feuerwehrchef Werner Opherden, während seine Leute von außen immer wieder Glutnester löschen. Verletzt wurde niemand, der Schaden an Gebäude, Maschinen und Material liegt laut Polizei im Millionenbereich. Brandursache war vermutlich ein technischer Defekt. Die Polizei findet bis zum Nachmittag keine Hinweise, die auf Brandstiftung schließen lassen. Beamte des Kommissariates 11 ermitteln aber weiter, unterstützt von einem Sachverständigen.

Rückblende: Kurz vor 18 Uhr hatte am Donnerstag ein Anwohner das Feuer im hinteren Teil des 3000 Quadratmeter großen Firmenkomplexes bemerkt, in dem die betriebseigene Schreinerei untergebracht ist. Menschen befinden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude, es ist bereits Feierabend. Als die Feuerwehr mit Einsatzleiter Bastian Binder eintrifft, schlagen die Flammen in die Höhe. Mehrere Gasflaschen, die in der Lagerhalle für den Gabelstapler bereit stehen, explodieren. Bei einigen Nachbargebäuden platzen Fensterscheiben. Fünf Menschen aus diesen Wohnungen werden in einem Hotel untergebracht.

Opherden lässt über Sirene Stadtalarm auslösen, fordert auch Verstärkung aus anderen Städten an. "Wichtig war, ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbargebäude zu verhindern", sagt der Feuerwehrchef. "Außerdem haben wir wegen des massiven Qualms weitere Atemschutzgeräte benötigt." Insgesamt 180 Feuerwehrleute aus Monheim, Langenfeld, Hilden, Erkrath, Mettmann, Velbert, Düsseldorf und Leverkusen sind mit 25 Fahrzeugen im Einsatz. Die Rauchwolke zieht nach Norden ab und löst sich wegen des kräftigen Winds bald auf, berichtet Opherden, der nicht davon ausgeht, dass sie mit Schadstoffen belastet war. "Im wesentlichen ist ja Holz der Schreinerei verbrannt." Immer wieder muss die Feuerwehr bis gestern in den Nachmittag Glutnester nachlöschen. Tieftraurig und mit gebührendem Sicherheitsabstand blickt am Morgen Alco-Chef Frank Leidig auf die Brandruine. Neben dem Schaden an Gebäude, Maschinen und Einrichtung beklagt er im Gespräch mit der RP den Verlust von Glasvitrinen, Spiegeln, Metallteilen und weiteren Utensilien für den Messebau. "Das war unser Lagervorrat." Froh sei er, dass aufmerksame Nachbarschaft die Feuerwehr alarmierte. "Von uns war niemand mehr da. Es war ja schon lange Feierabend."

Einige Schritte weiter bangt Steffen Zückner um seine berufliche Existenz. Die von ihm und einem Geschäftspartner betriebene Digitaldruckerei InDemand GmbH liegt im Erdgeschoss des einsturzgefährdeten Firmenkomplexes. Ob Feuer, Qualm und Löschwasser die Druckmaschine mit einem Neuwert von rund 200 000 Euro irreparabel beschädigt haben, vermochte er gestern nicht zu sagen. Doch befürchte er Schlimmstes. "Vor zwei Jahren haben wir uns hier selbstständig gemacht. Jetzt fangen wir wieder bei Null an", klagt Zückner. "Wenigstens hat die Feuerwehr unseren Computer-Server herausgeholt."

(RP/url)