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Nach dem Polizeigesetz in Langenfeld festgelegt: Immigrather Platz ist ein gefährlicher Ort

Langenfeld : Immigrather Platz ist ein gefährlicher Ort

Es ist jetzt schwarz auf weiß festgeschrieben: Der Immigrather Platz in Langenfeld ist als „gefährlicher Ort“ nach dem Polizeigesetz eingestuft worden.

Erst direkt vor dem polizeilichen Großeinsatz in der Nacht auf Sonntag war diese nach dem Polizeigesetz genau zu begründende Festlegung mit der Unterschrift von Landrat Thomas Hendele in Kraft getreten. „Der Status ,Gefährlicher Ort’ bedeutet aber nicht, dass es am Immigrather Platz besonders viel Gewalt oder Schwerkriminalität gibt und Bürger ihn deswegen tunlichst meiden sollten“, betont Polizeisprecher Ulrich Löhe. Vielmehr gehe es darum, Flagge gegenüber kriminellen Clans und Rockergruppen zu zeigen, die diese Gegend verstärkt als Treffpunkt nutzten, um etwa Straftaten vorzubereiten.

Wie berichtet, hatten Polizei, Zoll, Ordnungs- und Ausländerbehörden in dieser Nacht binnen viereinhalb Stunden mehr als 100 Menschen, 30 Fahrzeuge und diverse Spielhallen, Lokale sowie ein Wettbüro überprüft. Löhe: „Bei Beobachtungen in der Vergangenheit waren dort gerade in Abendstunden an den Wochenenden immer wieder polizeibekannte Mitglieder krimineller Gruppierungen aufgefallen.“

Der laut Löhe vor allem gegen kriminelle arabischstämmige Clans und Rocker gerichtete Großeinsatz zog unter anderem acht Strafanzeigen wegen Sozialleistungsbetrug und illegaler Beschäftigung nach sich. Zwar sei niemand festgenommen worden, doch allein schon die Feststellung der Personalien von zusammen angetroffenen Verdächtigen bringe Unruhe in diese Kreise.

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„Wir dulden keine kriminelle Parallelgesellschaft und deren Rechtsverstöße!“, betont Polizeidirektor Rolf-Peter Hoppe, der den Großeinsatz geleitet hatte. Tatsächlich liefen nach Löhes Worten seit einiger Zeit Polizisten und städtischer Ordnungsdienst „immer wieder gegen die Wand“, wenn sie in diesem mutmaßlichen Rückzugsgebiet von Kriminellen jemanden überprüfen wollten. „Da heißt es dann: ,Was willst du hier? Hau bloß ab!’ Und schnell kommen aus der Nähe weitere Clanmitglieder hinzu.“

Nach Erkrath ist Langenfeld laut Löhe die zweite Stadt im Kreis Mettmann, in der nach dem Polizeigesetz ein gefährlicher Ort ausgewiesen wurde. Das Gebiet umfasse den Immigrather Platz und dessen Umkreis. „Das bedeutet aber keineswegs, dass etwa alle Spielhallen dort in Verruf sind.“ In Erkrath habe sich durch seither gehäufte Kontrollen verdächtiger Clanmitglieder die Lage deutlich entspannt. „Das erhoffen wir uns ähnlich in Langenfeld. Das Klientel muss ständig damit rechnen, überprüft zu werden.“ Kriminelle Rocker seien nicht nur wegen des Kuttenverbots schwer zu identifizieren. „Sie fahren ja auch nicht mehr unbedingt Motorräder, eher Nobelautos.“ Da beim Großeinsatz am Immigrather Platz sowie zusätzlichen Kontrollen von Lokalen an Solinger- und Richrather Straße auch Zoll, Ausländeramt und Ordnungsamt mit ihren Zuständigkeiten beteiligt waren, ergänzten sich deren Erkenntnisse. „Wir kümmern uns um die Gewerbeaufsicht“, sagt Langenfelds Ordnungsamtschef Christian Benzrath.