Monheim : Stadt bereitet Monheim-Triennale vor

Voraussichtich 2023 soll das erste große Festival in der Halle am Rhein starten. Schon 2020 gibt es einen Testlauf.

 Die Stadt Monheim will  ein internationales Musikfestival auflegen. 2023, mit Fertigstellung der Stadthalle am Rhein (K714), soll es starten und anschließend alle drei Jahre stattfinden. Das Konzept dazu hat Reiner Michalke, ehemaliger Leiter des Moerser Jazz-Festivals,  im Kulturausschuss in groben Zügen vorgestellt und sich das Okay der Politiker geholt  – bei Enthaltung der SPD.

Seit  Frühjahr 2017 arbeitet Michalke, der aktuell für das Programm im Kölner Stadtgarten zuständig ist, an einem  Konzept für Monheim.  „Wenn wir in Monheim etwas machen  wollen, muss es neu sein“, erklärt er im Ausschuss. Leverkusen, Düsseldorf, Viersen hätten bereits ein Jazzfestival. „Davon müssen wir uns unterscheiden.“ Michalke will daher nicht auf große Namen setzen, sondern  Ausschau halten nach Musikern, die aktuelle Musik „abseits des Mainstreams“ machen. Musik, die in die Zukunft weist. Deshalb sei es sinnvoll, ein Festival mit diesem Konzept nur alle drei Jahre zu veranstalten, sagt er. „Dann ist die Auswahl an Musikern mit neuen Ansätzen größer.“

Reiner Michalke soll voraussichtlich ab Oktober (nachdem der Ratsbeschluss gefallen ist) geschäftsführender Intendant des Festivals werden. Gemeinsam mit zwei weiteren Mitarbeitern soll seine Stelle bei den Kulturwerken angesiedelt werden.  So sehen es die Pläne der Stadt Monheim für dieses „Leuchtturmprojekt“ vor, das ähnlich wie die „documenta“ in Kassel funktionieren und internationales Publikum in die Stadt am Rhein bringen soll. Kosten lässt die Stadt sich das im Festival-Jahr etwa 900.000 Euro. „Zwischen“ diesen Jahren rechnet Bürgermeister Daniel Zimmermann mit Kosten in Höhe von etwa 200.000 Euro, die Personalkosten eingerechnet.

Ein dicker Brocken, findet Günter Bosbach von der CDU und wertet den Anspruch als überzogen. „Aber: Man kann die Ziele ruhig hochhängen“, gibt er sich versöhnlich und stimmt zu.  „Man muss es einfach versuchen.“ Ob das Angebot die Monheimer begeistern wird, zweifelt er vorsichtig an. Die müssen sich jedoch nicht allein an neue Musikformen herantasten.

„Das Festival soll nicht nur an den drei oder fünf Tagen im Jahr wirken, sondern die ganze Zeit über“, sagt Michalke. Deshalb soll es vermutlich ebenfalls ab Oktober einen Künstler geben, der junge und alte Monheimer auf das Festival vorbereitet. Sein Name: Achim Tang. „Wir haben für ihn im Berliner Viertel bereits eine Wohnung reserviert“, erläutert der Bürgermeister. Vorbehaltlich des Ratsbeschlusses könne er von dort aus als ständig präsenter Künstler Kontakte knüpfen zu Vereinen und Institutionen, um diese an das Festivalkonzept heranzuführen und gegebenenfalls einzubeziehen.

Bereits 2020 soll es außerdem ein Vorprojekt geben, „einen Teaser“, wie Michalke es formuliert. Ziel ist es, ein Festival mit Alleinstellungsmerkmal für die Stadt am Rhein zu etablieren. „Das ist eine große Chance für Monheim“, sagt Zimmermann und verweist auf die erfolgreichen Kulturprojekte in der Stadt. Nach der Begabtenförderung sei nun die große Kunst an der Reihe. Mit Martin Widkowski (ehemals Betriebsleiter der Düsseldorfer Tonhalle) habe man als Chef der Kulturwerke  einen renommierten Kulturmann gewonnen, mit Mischalke einen zweiten.

Der ehemalige Moers-Festival-Manager Reiner Michalke im Skype-Gespräch mit dem Saxophonisten Hayden Chisholm. Michalke ist in der Musikszene gut vernetzt. Foto: Klaus Dieker

„Das wird ein großer Spagat zwischen Reichweite und Bodenhaftung“, ist sich Michalke bewusst und hofft, dass das Festival Wurzeln schlägt. „Dann wir es die Stadt verändern.“ Als Pfund in die Waagschale werfen kann die Stadt obendrein den Standort:  Der liegt mit der umgebauten Shell-Abfüllhalle direkt am Rhein.  „Dieses Ambiente braucht neue Impulse“, sind sich Bürgermeister und der Intendant in spe sicher.

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