Langenfeld: Musik in Schwarz, Rot, Gold

Langenfeld: Musik in Schwarz, Rot, Gold

Zehn statt vier Jahre dauerte der Bau des neuen Musik-Campus in der Waldkaserne. Jetzt ist das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr nach Hilden zurückgekehrt.

Musiker der Bundeswehr werden zentral im Ausbildungsmusikkorps in Hilden ausgebildet. 18 Millionen Euro haben die Streitkräfte in ihre neue Musikakademie investiert. Was Architekt Jochen König entworfen hat, sieht gar nicht nach Kaserne aus, mehr wie ein moderner Uni-Campus - die Fassaden in Schwarz-Rot-Gold. Innen riecht es noch ganz neu. Leiter Oberstleutnant Michael Euler, seine zwölf Mitarbeiter und die 90 angehenden Militärmusiker sind erst vor wenigen Tagen eingezogen. "Wir sind sehr zufrieden mit der Akustik", sagt Euler nach der ersten Probe im Saal. 70 Musiker und 50 Gäste haben dort Platz. Im etwas kleineren Kammermusiksaal nebenan sollen auch öffentliche Konzerte stattfinden. Platz für ein kleines militärhistorisches Musik-Museum ist auch noch.

68 Übungs- und 34 Unterrichtsräume sorgen für optimale Bedingungen. In einem von ihnen übt Lisa-Marie Holzschuh am Flügel. "Möglicherweise meine Nachfolgerin", stellt Euler die 21-Jährige charmant vor. Die junge Frau ist Fahnenjunker und studiert Kapellmeister. Sechs Jahre dauert das Studium an der Musikhochschule Düsseldorf. Ein paar Räume weiter brennt Sperie Karas ein wahres Feuerwerk an der "Schießbude" ab. Der Musiker (77) ist eine Schlagzeug-Legende, hat schon mit Frank Sinatra und zuletzt mit der WDR-Big-Band gespielt. "Ein Glücksfall für das Ausbildungsmusikkorps", meint Euler: "Unsere Jungs lernen klassisches Schlagzeug. Karas hilft ihnen, auch moderne Arrangements am Drumset umzusetzen." Die Zimmer der 90 Studierenden heißen zwar immer noch "Unterkünfte", sehen aber wie Studenten-Appartements aus: 14 Quadratmeter, TV, modernes Bad, Putz-Service, Blick ins Grüne. In der Regel bleiben die Studierenden vier Jahre in Hilden. Am 29. Juni wird der neue Musik-Campus mit einem Festakt eingeweiht. Am Tag der Waldkaserne (30. Juni) kann die Musik-Akademie besichtigt werden.

Foto: Christoph Schmidt
(cis)
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