Langenfeld: Museumsumbau verschoben

Langenfeld : Museumsumbau verschoben

Die eigentlich für 2011 erwartete Umgestaltung der stadtgeschichtlichen Sammlung im Freiherr-vom-Stein-Haus ist im Haushaltsentwurf nicht enthalten. Vor einem Jahr wurden Ideen vorgestellt, an denen nun gefeilt wird.

Ein paar altertümliche Scherben hier, eine Schaufensterpuppe mit Postuniform da und lange Texte zu den Anfängen der Langenfelder Pfarrgemeinden oder Krankenhäuser dort: Das Stadtmuseum im ersten Stock des Freiherr-vom-Stein-Hauses kommt seiner Pflicht als Anlaufstelle für lokalhistorisch interessierte Besucher zwar nach, doch bleibenden Eindruck hinterlässt die biedere Dauerausstellung nicht. Und obendrein fällt negativ ins Gewicht, dass das dunkle Kapitel Nationalsozialismus so gut wie gar nicht vorkommt. Wie das Museum durch einen Bühnenbild-artigen Aufbau der Schaustücke sowie den Einsatz von Computern modern und anziehend gestaltet werden könnte, hatten vor genau einem Jahr drei von der Stadt beauftragte Designer im Kulturausschuss erläutert. Doch obwohl Politiker aller Parteien Handlungsbedarf erkannten, ist für eine Umgestaltung im Haushaltsentwurf 2011 bislang kein Cent eingeplant.

670 000 Euro als Maximalbetrag

Auf Nachfrage der RP erinnerte Bürgermeister Frank Schneider an die seinerzeit verabredete Vorgehensweise, dass die Kulturpolitiker der fünf Ratsfraktionen in einem Arbeitskreis klären sollten, was von diesem mit 670 000 Euro veranschlagten Ideenbündel tatsächlich sinnvoll erscheint. "Weil wir von diesem Arbeitskreis nichts mehr hörten, hielt es der Kämmerer auch nicht für nötig, einen Betrag in den Haushaltsentwurf einzustellen."

Wie Schneider betonte auch Museumschefin Anne Graw-Lipfert im Gespräch mit der RP, dass das von den Designern vorgelegte Konzept "nur aufzeigen sollte, was prinzipiell alles möglich ist". Wenn aus Kostengründen nur etwa ein Drittel des genannten Betrags investiert würde, sei dies auch akzeptabel. So könnten nach Graw-Lipferts Ansicht etwa die heute vorhandenen Vitrinen auch künftig verwendet werden. Und die Anschaffung aller vorgeschlagenen Computer-Terminals auf einen Schlag sei ebenfalls nicht unbedingt nötig.

Ähnlich äußerte sich der Kulturausschuss-Vorsitzende Uwe Reuker (BGL). "Es geht ja um ein beträchtliches Sümmchen. Da wollen wir nichts übers Knie brechen." Bei drei Treffen habe der aus Politikern aller Fraktionen bestehende Arbeitskreis im vergangenen Jahr über das Gestaltungskonzept gesprochen. Doch sei es in Anbetracht der auch für Langenfeld zurzeit schwierigen Haushaltslage und des damit verbundenen Sparzwangs besser, "im Kulturbereich ein noch nicht begonnenes Projekt etwas zu verschieben als Abstriche am bereits bestehenden Kulturangebot zu machen".

Schädel mit Nagel bald zu sehen

Zu den Etatberatungen im Kulturausschuss am kommenden Dienstag hat die CDU 50 000 Euro als Anstoß für die Museumsumgestaltung beantragt, die indes 2011 nur verwendet werden sollen, wenn sich die Haushaltslage bessert. Dem Vernehmen nach soll die Nachbildung des in Langenfeld gefundenen geheimnisvollen, von einem langen Eisennagel durchbohrten Schädels aus dem 17. Jahrhundert schon in wenigen Wochen im Freiherr-vom-Stein-Haus präsentiert werden.

frage des tages

(RP)