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Monheims Lehrer wollen geimpft werden

Lehrer an weiterführenden Schulen : Monheims Lehrer wollen geimpft werden

Hagen Bastian, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums, hat einen Brief an den Landrat geschrieben. Jetzt ist auch die Gruppe drei der Priorisierung, zu der Lehrer gehören, freigegeben.

(og) Das Kollegium des Otto-Hahn-Gymnasiums fordert den Kreis Mettmann auf: „Impfen Sie sofort die Lehrkräfte der weiterführenden Schulen im Kreis Mettmann“. Diese Aufforderung hat Schulleiter Dr. Hagen Bastian an den Landrat geschickt. „Wir bekommen täglich Post von Lehrern“, weiß Kreissprecherin Daniela Hitzemann um das Problem. Doch bislang habe die Priorisierung das nicht zugelassen. Mittwochnachmittag dann hatte der Kreis auch den neuen Erlass des Ministeriums auf dem Tisch. Danach ist jetzt auch die Gruppe drei der Priorisierung, zu der Lehrer gehören, freigegeben. „Das heißt, auch Lehrer können sich ab Donnerstag, 6. Mai, im Portal der Kassenärztlichen Vereinigung zur Impfung anmelden“, sagt Hitzemann. Doch kurzfristig würde das an der Lage nichts ändern. „Wir haben deshalb keine Dosis Impfstoff mehr“, sagt sie und verweist auf eine Konferenz mit dem Ministerium am Mittwochnachmittag, bei der die Problemlage aus Sicht des Kreises dargelegt werden soll.

Lehrer dürfte das aktuell kaum hoffnungsfroher stimmen. Sie schauen auf die umliegenden Städte Düsseldorf, Köln, Wuppertal und Leverkusen, wo Lehrer weiterführender Schulen bereits geimpft wurden. „Die Dringlichkeit der Impfung des schulischen pädagogischen Personals wurde dort erkannt, schnell und verantwortungsvoll von den benachbarten Kommunen umgesetzt“, so Bastian. Er wartet jetzt gemeinsam mit den Lehrern auf einen zeitlichen Impffahrplan für die dritte Priorisierungsstufe.

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Der Kreis bedauert die Lage. „Wir sind für die nächsten beiden Wochen ausgebucht. Die Liste ist lang. Noch stehen 900 Menschen aus der Priorisierungsgruppe zwei darauf“, sagt Hitzemann. Allerdings käme es inzwischen immer häufiger vor, dass Angemeldete absagen, weil sie bereits beim Hausarzt geimpft wurden. Deshalb sieht sie eine kleine Möglichkeit, jetzt Menschen der Priorisierungsgruppe drei, zu der neben Lehrern auch Mitarbeiter aus dem Lebensmittelhandel und Drogeriemärkten sowie Steuerfahnder gehören, ein Angebot zu machen. Auch sei die Bindung an den Arbeits- oder Wohnort mit dem neuen Erlass aufgehoben. Sie rät zur Registrierung. „Vielleicht fällt ja etwas ab.“

Die hohen Infektionszahlen mit der deutlich ansteckenderen Virusmutante B.1.1.7, die Angst vor einer Infektion im Präsenzunterricht sowie die Ungewissheit, wann die Lehrkräfte im Kreis Mettmann geimpft werden, verbreitet zunehmend Unverständnis, Ängste und belastet die Lehrergesundheit, berichtet Bastian in seinem Brief an den Landrat. „Im Namen des Kollegiums bitte ich Sie mit Nachdruck, den Lehrkräften des Otto-Hahn-Gymnasiums ein Impfangebot zu eröffnen“, bringt Bastian die Dringlichkeit auf den Punkt.