Monheim : In ihren Fenstern fließt der Rhein

Mit Spenden ist sie errichtet, eingeweiht worden ist die heutige Altstadtkirche am 1. Oktober 1858.

Das Kirchengebäude ist bereits 160 Jahre alt, der Name jedoch noch ganz jung. Bis zu seinem 150-jährigen Bestehen wurde das Gotteshaus an der Grabenstraße einfach nur als evangelische Kirche bezeichnet. Während des Festgottesdienstes am 22. Juni 2008 bekam sie ihren neuen Namen – Evangelische Altstadtkirche. Die Mehrzahl der Gemeindemitglieder hatte für diesen Namen gestimmt.

Ihren Anfang nahm die Geschichte dieses Kirchengebäudes bereits 1839, als sich die Gemeinde neu gründete. „Sie hatte schon während der Reformationszeit kurz bestanden“, erzählt Pfarrer Falk Rüdiger Breuer. Da die Gemeinde noch kein Gotteshaus hatte, musste sie nach Urdenbach in die Mutterkirche gehen. Hier war Johann-Adolf Grevel Pfarrer. So hatte dessen Sohn Johann-Wilhelm Grevel stets Kontakt mit den Monheimer Gläubigen, die regelmäßig zum Gottesdienst nach Urdenbach kamen. Grevel wurde ein erfolgreicher Kaufmann und seiner großzügigen Schenkung ist der Bau der Altstadtkirche zu verdanken. 4.000 Taler hinterließ er der Gemeinde zum Bau einer eigenen Kirche. Es war dann der Kaufmannssohn Julius Ernst Moll, der Pfarrer wurde, und der den Bau der Kirche entscheidend vorantrieb. „Für das Geld wurde ein bäuerliches Anwesen gekauft“, sagt Pfarrer Breuer, „und das Wohnhaus wurde zur ersten evangelischen Schule, in der die Gottesdienste bis zur Fertigstellung der Kirche stattfanden.“

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Eingeweiht wurde die Kirche am 1. Oktober 1858. Im Jahr 1983 wurden das Kirchengebäude und die ehemalige Schule unter Denkmalschutz gestellt. Die neoromanische Backsteinhallenkirche musste Ende der 1980er Jahre aufwändig renoviert werden. Zu dieser Zeit bekam sie auch ihre von Jochen Poensgen gestalteten Fenster. „Die bunte Verglasung spiegelt das Wasser wider“, erklärt Pfarrer Breuer. Dabei habe der Künstler Monheims Lage am Rhein aufgegriffen. „Das Wellenspiel wird in den Fenstern angedeutet.“

Es war eine Luftmine, die am 21. Februar 1945 alle Fenster der Kirche zerstört hatte. „Nur ein Bild ist erhalten geblieben“, sagt Falk Rüdiger Breuer. Es zeigt ein Motiv aus der Noah-Erzählung, wie die Taube mit dem Ölzweig zur Arche zurückkehrt. 1987 bekam die Altstadtkirche eine neue Orgel, die von der Orgelbauwerkstatt Matthias Kreienbrink in das alte Gehäuse integriert wurde. Auch die Prinzipalstücke haben ihre eigene Geschichte. Es waren der Küster Werner Reihn und sein Bruder Gerd, die den ursprünglichen Altar und das Altarkreuz aus Marmor aus dem Bauschuttcontainer retteten und in einem Schuppen unterbrachten. Zum 150. Geburtstag wurden sie, gemeinsam mit den übrigen alt-neuen Prinzipalstücken, wieder in Dienst genommen.

Im Jahr 2016/17 wurde die Altstadtkirche noch einmal renoviert. „Dabei wurde an die ursprüngliche Schlichtheit des reformatorischen Stils angeknüpft“, sagt Breuer. Weiße Wände und auf dem Altar nur eine Bibel. Aber auch diese Bibel ist besonders. „Sie enthält eine Widmung von der Landeskirche aus dem Jahr 1839 zur Neugründung der Gemeinde.“ Es ist die Schlichtheit und Sachlichkeit, die der Pfarrer an der Altstadtkirche schätzt. Und so geht es auch Gerd Reihn. „Es gibt eigentlich nichts, was mir nicht gefällt“, meint er, „diese Kirche ist weit vorausschauend gebaut worden.“