Monheimer  Wulf-Hinnerk Vauk schreibt mit Claudia Lutschewitz Buch "Werte leben jetzt!"

Monheimer schreibt Buch: Monheimer Autor schreckt Wirtschaftselite auf

„Werte leben – jetzt!“ fordert Wulf-Hinnerk Vauk in seinem neuen Buch. Darin geht der Betriebswirt, Unternehmer und Trainer auch mit Vorständen ins Gericht.

Eigentlich sollte man meinen, Werte hätten in unserer Zeit Hochkonjunktur: Politiker schmücken sich mit ihnen, und in keiner Unternehmensbroschüre darf ein Verweis auf sie fehlen. Doch wo finden sich viel zitierte Werte im Handeln von Eliten in Wirtschaft und Gesellschaft tatsächlich wieder? Dieser Frage ging Wulf-Hinnerk Vauk (70) nach. Der Monheimer Betriebswirt und langjährige Manager eines Energiekonzerns schrieb nach eigenen Angaben die Vorstandsvorsitzenden der DAX-Konzerne an – ohne Antwort. Also kaufte sich Vauk Aktien, um die Chefs auf den Hauptversammlungen mit Werten in der Unternehmensführung zu konfrontieren – erneut mit ernüchternder Bilanz: „Es hat nicht einer geschafft, mir persönliche Werte zu nennen“, erklärt Vauk. Die Reaktionen hätten in hilflosem „Raschel-Raschel“ mit Papieren, „Geräusper“ und oftmals gedrechselten Juristen-Antworten von der Stange bestanden.

„Werte leben – jetzt!“ heißt das Buch, in dem sich Vauk und Mitautorin Claudia Lutschewitz mit mangelnder Unternehmenskultur in Zeiten von Skandalen, ausufernden Managergehältern und „Shareholder Value“ als Leitbild beschäftigen. Zugleich zeigen die Autoren auf, welche positiven Effekte gelebte Werte wie Fairness, Transparenz, Empathie oder Ehrlichkeit jenseits aller Imagekampagnen auf den Erfolg des Betriebs haben können. „Haltung kommt vor dem Leitbild!“ meint Vauk. „Unternehmen brauchen Werte, hinter denen die Mitarbeiter stehen und Manager, die diese Werte als Vorbilder auch vorleben.“ Führungskräfte müssten ihre Entscheidungen mit Stil, Wertschätzung, Intuition und Timing treffen, bekräftigt Vauk, der sich nach eigenen Worten der „Business-Diplomatie“ verschrieben hat. Als selbständiger Coach schult und berät er Führungskräfte und Vertriebler.

Die Geschäftswelt kennt Vauk aus dem Effeff. Sein eigener Lebenslauf wäre an sich schon geeignet für ein Buch: Er arbeitete als Koch und Kellner, absolvierte die Hotelfachschule, wurde stellvertretender Direktor eines Robinson-Clubs auf Korsika und später Inhaber eines Gourmet-Restaurants. Eine Wendung brachte seinem Leben die Begegnung mit Ulrich Hartmann, damals Leiter des Energiekonzerns VEBA. Der engagierte Vauk als Veranstaltungskoordinator und persönlichen Butler. Letztere Position diente aber wohl nur dazu, die Fähigkeiten des Mitarbeiters aus nächster Nähe zu betrachten – offenbar mit Erfolg: Vauk stieg zum Verwaltungschef im Betrieb auf. „Er war wie ein väterlicher Freund“, erinnert sich Vauk an den 2014 gestorbenen Manager. Er habe ihn auch zum Schreiben motiviert.

So schrieb Vauk gemeinsam mit Alexander Hoffmann „Kekse für Putins Hund“. Darin fasst er die Berichte verschiedener Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik zusammen und gibt praktische Tipps zur Behauptung in der Geschäftswelt. 2012 brachte Vauk gemeinsam mit Autorin Darlene Fischer ein sehr persönliches Werk heraus – die märchenhafte Geschichte „Wer klaut denn unseren Weihnachtsbaum?“ Inspirieren ließ sich Vauk durch eine wahre Begebenheit und beteiligte seine Familie am schöpferischen Prozess – auch seinen schwerkranken Sohn Christian, der wenig später im Januar 2011 an einem Gehirntumor starb. Ihm, dem ehemaligen Torwart der Sportfreunde Baumberg und des SSV Berghausen, ist das Buch gewidmet. Zwei weitere Bücher plant Vauk. Eines soll 2019 erscheinen und erneut Werte in der Arbeitswelt thematisieren. Geplanter Titel: „Persönlichkeits-Update in digitaler Zeit“.

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