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Monheimer Tor: Nabu will Bäume erhalten

Naturschützer hoffen noch auf Einsicht der Stadt : Monheimer Tor: Nabu will Bäume erhalten

Der Naturschutzbund Monheim (Nabu) sammelt Unterschriften gegen die Fällung von Bäumen beim Umbau im Bereich Monheimer Tor. Die Petition ist offen und wird noch einmal verlängert. Der Nabu hofft noch auf Einsicht der Stadt.

Während überall davon geredet wird, wie wichtig große Bäume wegen des Klimawandels besonders für unsere Innenstädte sind, fällt man sie in Monheim. 63 alte Eichen an der Zahl. Und zwar im Zuge der anstehenden Straßenverlegung am Monheimer Tor. Von 80 Baum-Veteranen sollen letztlich 26 bleiben. Und das, obwohl ohnehin Grün in der Innenstadt fehle, sagt der Nabu, Naturschutzbund Monheim. Seit Juni vergangenen Jahres sammelt er in einer Offenen Petition Unterschriften dagegen. Die Aktion wurde jetzt noch einmal bis mindestens Ende des Monats verlängert. 1307 Bürger und Bürgerinnen, davon 1012 Monheimer, haben unterschrieben. Die Zeit drängt. Denn noch in diesem Monat will die Stadt in die detailliertere Planung einsteigen und sie der Öffentlichkeit vorstellen.

„Wir brauchen möglichst viele Unterschriften, um den öffentlichen Druck zu erhöhen“, sagt Nabu-Sprecher Jörg Baade. „Wir denken, es gibt noch Möglichkeiten, an der ein oder anderen Stelle die Straßenplanung etwas zu variieren und einzelne Bäume zu retten.“ Bisher habe die Stadt allerdings noch kein Entgegenkommen signalisiert. Dabei sei Bürgermeister Daniel Zimmermann ganz zu Beginn seiner Karriere mit seiner Partei Peto noch für den Erhalt von Bäumen in der Stadt angetreten. Baade zitiert einen Artikel von 1999 aus der TAZ, der die Schülerpartei Peto als gutes Beispiel vorstellt. Dort heißt es: „Neulich sollten an einer Straße Bäume gefällt werden. Die Fahrbahn müsse verbreitert werden. Die Grünen protestierten. Peto machte dagegen eine Verkehrszählung.“ „Die hängen sich an unsere Themen“, ärgert sich damals der grüne Bürgermeisterkandidat. „Quatsch, sagte Daniel Zimmermann, „wir sind nicht rechts, nicht links, wir sind vorne – und jung“. Aber auch umweltfreundlich?

Bisher fehlen laut Baade auch noch die Planungen für Ersatzpflanzungen. „Im Knipprather Wald nützen die Bäume uns nichts. Sie müssen in die Innenstadt“, sagt er. Aber dort, so musste der Nabu nach eigenen Aussagen mehrfach von der Stadt hören, sei kaum noch Platz für mehr Bäume.

Der Nabu beklagt auch, dass die Informationen über Größe, Stammumfang, Alter und Art der Bäume im öffentlichen Baumkataster nicht mehr zur Verfügung stehen. „Der Informationsstrang wurde einfach gekappt. Es scheint, als sollten die Bürger nicht zu viel wissen“, vermutet der Umweltschützer.

Indes wächst die Zahl der Kommentatoren der Online-Petition. „Die Stadt ruft im Herbst 2019 den Klimanotstand aus, scheut sich aber nicht, im Stadtgebiet 60 Bäume zu fällen“, schreibt Frank Blasberg aus Monheim. „Bäume gehören ins Stadtbild und haben einen wesentlichen Einfluss auf das Wohlbefinden der Bürger“, schreibt Umweltschützerin Ingrid Knebel. „Diese Bäume haben so viele Jahre gebraucht, um zu wachsen und uns Sauerstoff und Schatten zu spenden. Und nun sollen sie einfach abgeholzt werden?“, so Anni Deckert aus Monheim.

Peto-Stadtrats-Mitglied Carina Reich nimmt folgendermaßen Stellung: „Im Zuge der Planung habe es die klare Maßgabe gegeben, möglichst viele der bestehenden Bäume zu erhalten. Die jetzige Planung sehe zwar die Fällung von 63 Bäumen vor, erhalte aber 26 ökologisch wertvolle und gebietsprägende Bäume.“ Außerdem gebe es ein Konzept zur Dachbegrünung des Monheimer Tores, das bisher nur eine reine Betonfläche sei.

Nabu-Sprecher Baade hofft, Bürgermeister Daniel Zimmermann am Ende möglichst viele Unterschriften präsentieren zu können und fordert ihn auf, sich „ernsthafter über das Grün in der Stadt Gedanken zu machen“.