Monheimer Politiker diskutieren längere Kita-Öffnungszeiten

Monheim : SPD fordert längere Kita-Öffnung

Die Monheimer SPD-Ratsfraktion beantragt Öffnungszeiten in Kitas und Ogata über 17 Uhr hinaus.

Berufstätige Eltern, die nicht in einer Verwaltung, sondern beispielsweise im Schichtdienst oder im Verkauf arbeiten, haben es schwer, ihren Nachwuchs pünktlich zu den regulären Schließzeiten der städtischen Kitas oder des offenen Ganztages abzuholen. Ihre Arbeitszeit beginnt möglicherweise erst um 10 Uhr und endet deshalb gegen 18 Uhr. Die Politiker im Jugendhilfeausschuss sowie im Ausschuss für Schule und Sport diskutieren in ihrer Sitzung am kommenden Mittwoch, 13. Februar, 18 Uhr, im Ratssaal. über längere Öffnungszeiten. Die SPD hatte einen entsprechenden Prüfauftrag auf die Tagesordnung setzen lassen.

Fraktionsvorsitzender Alexander Schumacher, der selber Kinder im Schul- und Vorschulalter hat, kennt das Dilemma und die Schwierigkeit, für die Randzeiten Betreuungsmöglichkeiten zu organisieren aus eigener Erfahrung. „Ich bin aber auch von vielen Eltern auf die Problematik angesprochen worden.“ Bevor die Stadt mit den Trägern und den Leitungen von Kitas und offenen Ganztagsschulen über Betreuungsmodelle in Grundschulen bis 17 Uhr und in Kindertagesstätten bis 18 verhandelt, soll der tatsächliche Bedarf der Eltern abgefragt werden, erklärte Simone Feldmann (Bereich Kinder, Jugend und Familie im Monheimer Rathaus). „Den kennen wir bisher noch nicht.“ Die Erweiterungen sollen anschließend in den Trägerkonferenzen und in der Leitungsrunde der Kitas sowie den Grundschulleitungen beraten werden. Einzelne Kitas und Grundschulen haben aber schon Interesse signalisiert. Darunter ist die städtische Tagesstätte Max & Moritz an der Oranienburger Straße.

Leiterin Ane Jobe hat immer wieder Eltern, die eine Betreuung ihrer Kinder in den Randzeiten benötigen. „Wir haben bisher in diesen Fällen mit Tagesmüttern kooperiert.“ Bliebe alles in einer Hand, erleichtere dies den Eltern die Organisation. Die kürzlich durchgeführte Bedarfsabfrage habe ergeben, dass neun Eltern eine Betreuung über 17 Uhr hinaus brauchen, dafür den Nachwuchs aber später bringen möchten. Auch wenn es sich nur um einen Bruchteil der insgesamt 160 Kinder in neun Gruppen handele, dürfte man diese Zahlen „nicht negieren“, wenn man auf den „individuellen Bedarf der Eltern achte“, sagte die Leiterin. Ideal fände sie es, wenn sie sowohl im Bereich der über Dreijährigen als auch in der Sparte der unter Dreijährigen eine entsprechende Gruppe anbieten könnte. Anders in der Kita „Talentschuppen“ (Awo) an der Knipprather Straße, die Mitarbeitern von elf Monheimer Firmen offen steht. Die hatte bis 17.30 Uhr geöffnet und schließt jetzt schon um 17 Uhr. „Die Eltern wollten ihre Kinder lieber früh am Morgen bringen“, sagte Leiterin Susanne Schiede. „Wir starten deshalb jetzt um 7 Uhr.“

Die maximale Betreuungszeit für Kinder in Kindertagesstätten sei auf neun Stunden täglich festgesetzt, informierte Simone Feldmann. Das entspreche einem 45-Stunden-Platz (pro Woche). Bei geänderten Öffnungszeiten dürften diese Rahmenbedingungen nicht verändert werden. Zur Zeit sind die städtischen Kitas in Monheim zwischen 7 und 17 Uhr geöffnet. Eltern können zwischen 25, 35 und 45 Stunden pro Woche wählen.

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