Monheim: Monheimer mit wenig Geld haben Eintritt frei

Monheim : Monheimer mit wenig Geld haben Eintritt frei

Mit dem "Kulturplatz" will Marke Monheim hilfsbedürftige Bürger in die Lage versetzen, am kulturellen Leben teilzunehmen. Dafür müssen sie sich nur in der Bibliothek registrieren lassen.

Künftig sollen alle Monheimer Zugang zu Kulturveranstaltungen haben – auch solche, denen dazu eigentlich die finanziellen Mittel fehlen. Marke Monheim wird künftig nicht verkaufte Karten für Theaterstücke, Kammerkonzerte, Jazz im Turm, die Matinee im Turm und Kindertheater bedürftigen Menschen gratis zur Verfügung stellen. Diese müssen sich dafür nur einmal in der Bibliothek registrieren lassen. Dann können sie sich jeweils vor den Wochenenden nach verfügbaren Karten für die dann anstehenden Kulturveranstaltungen erkundigen.

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatte diesen "Kulturplatz" nach dem Vorbild anderer Kommunen im vergangenen Jahr im Bildungsausschuss angeregt. "Erfahrungsgemäß werden etwa 60 Prozent der Karten im Vorverkauf vertrieben, von den restlichen 40 Prozent könnte man etwa die Hälfte Bedürftige weggeben, ohne dass man Gefahr läuft, dass jemand an der Abendkasse leer ausgeht", erklärte Jörg Schwenzfeier-Brohm von den Grünen. Ein weiterer Vorteil: Man hätte immer ein volles Haus.

Die Registrierung ist aus zweierlei Gründen in der Bibliothek angesiedelt. "Wir haben hier schon einen festen Stamm kulturinteressierter Leser, die reduzierte Beiträge zahlen", so Bibliotheks-Geschäftsführer Martin Führer. Der Bibliotheks-Förderverein Pro Literatur stellt die Freiwilligen, die donnerstags von 17 bis 19 Uhr die Registrierung und Kartenwerbung übernehmen.

Um einen "Kulturplatz" erwerben zu können, muss man einmal seine Bedürftigkeit anhand aussagekräftiger Dokumente nachweisen. "Das geschieht diskret in einem gesonderten Raum", so Führer. In der Folge übernehmen es dann die ehrenamtlichen Helfer, Anfragen nach freien Karten zu beantworten oder auch, je nach vorher abgefragten Interessen, Karten anzubieten. An der Abendkasse werden die Karten dann gegen einen vorgezeigten Ausweis ausgehändigt. "Selbstverständlich dürfen diese nicht verkauft werden, sie sind auch nicht übertragbar", sagt Sebastian Bünten. Ausgeschlossen vom "Kulturplatz" seien Sonderveranstaltungen wie Comedy und Kabarett, weil da die jeweilige Agentur am Umsatz beteiligt sei. Um daher auch keine Begehrlichkeiten aufkommen zu lassen, wurde das "Kulturplatz"- Programm auf die tatsächlich verfügbaren Veranstaltungen reduziert.

Bünten würde sich freuen, wenn sich auch andere Veranstalter, wie das Bürgerhaus, Bormachers Brauhaus und die Musikfestivals, an der Aktion beteiligen würden. Die nächsten Veranstaltungen, für die Freikarten in Frage kommen, wäre am 2. März das Stück "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" und am 3.März das Stück zur Klimakatastrophe "So heiß gegessen wie gekocht".

(RP)
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