Armin Opherden: Monheimer Fotograf als TV-Komparse

Armin Opherden : Monheimer Fotograf als TV-Komparse

Armin Opherdens Fotos sind oft im TV zu sehen, denn er ist ein begehrter Wetterfotograf. Wer genau hinguckt, kann den 50-jährigen sogar selbst auf der Mattscheibe sehen - als Kleindarsteller in Filmen, Serien und Dokus.

Wann waren Sie zuletzt im Fernsehen?

Opherden Am vorigen Montag im ZDF, in der Verwechslungskomödie "Die Lichtenbergs" spielte ich einen Bundestagsabgeordneten. Der Dreh allerdings liegt schon fast ein Jahr zurück. Leider ist die größere Szene, in der ich sogar zu hören bin, als ich den Schauspieler Axel Prahl daran hindere, das hohe Haus in unpassender Kleidung zu betreten, dem Schnitt zum Opfer gefallen. Axel Prahl ist sehr angenehm, die Dreharbeiten machten Spaß und dauerten die ganze Nacht. Erst in der Nachbearbeitung entscheidet sich, was der Zuschauer im fertigen Film sieht. Manchmal entfallen ganze Szenen. In einem anderen Fall buchte man mich mit Auto und einschlägiger Erfahrung für zwei spannende Drehtage. Erst am Ende des zweiten Tages wurde ich tatsächlich eingesetzt. Die Regie änderte die Szene, im Kinofilm huschte ich nur noch als Fußgänger-Schatten hinter einer Hecke vorbei.

Besondere Erlebnisse?

Opherden Man muss diese Arbeit lieben, um über groteske Situationen wenigstens hinterher schmunzeln können. Beim Dreh für eine Soap mit sehr langen Wartezeiten wurden die 30 Laien aus dem einzigen warmen Raum geschmissen, weil dort die Profis Mittagessen bekamen. Für uns gab's in eiskalten Räumen Mineralwasser - und kein Fahrgeld. Ein anderes Mal erlebte ich mit dem Wagen voller alternativer Outfits zwei Stunden erfolglose Parkplatzsuche am Drehort. Viel Aufwand für gar nichts.

Ist die Nachfrage nach Komparsen und Kleindarstellern groß?

Opherden Ja, allerdings ist das Angebot mehrfach größer. Daher Grundgagen von nur 50, manchmal gar 30 Euro - pro Tag. Aber für mich gibt's oft Zulagen. Je mehr ich tun darf, umso höher die Gage. Die Regisseure sind zufrieden mit mir. Gute Referenzen. Schlimm finde ich Agenturen, die Geld für Registrierung und Fotos wollen. Finger weg davon. Man muss nicht jede Schweinerei mitmachen. Wer ernsthaft Schauspieler werden möchte, kann erstmal klein anfangen, um Eindrücke zu gewinnen, die realistischer sind als der rote Teppich bei der Berlinale. Was man sieht, kann einen durchaus von der Entscheidung abbringen. Harte Arbeit, wenig Geld, Hektik, wer aufmuckt, ist draußen. Angeblich haben die Agenturen sogar ein Infosystem, "wen man besser nicht bucht". Der Markt ist übersättigt. Es gibt daher viele Schauspielerinnen und Schauspieler, die in ständiger Existenzangst leben und sich nur durch Nebenjobs über Wasser halten.

Werden wir irgendwann den Profischauspieler Armin Opherden erleben?

Opherden Demnächst spiele ich einen Arzt, weil ich es fest zugesagt habe, aber dann ist für mich Schluss. Auf die Frage: "Sollte ich Schauspieler werden?" antworte ich mittlerweile: "Lieber nicht!".

MARTIN MÖNIKES STELLTE DIE FRAGEN

(RP)