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Monheim: Monheimer feiern märchenhaftes Fest

Monheim : Monheimer feiern märchenhaftes Fest

Selten gab es in der Gänselieselstadt so viele Aktionen und Attraktionen gebündelt wie an diesem Wochenende.

Hunderte merkwürdige Kreaturen tummeln sich in der Innenstadt. Feen, Elfen, Zwerge und Trolle versammeln sich auf dem Platz zwischen Monheimer Tor und Rathaus. Die sagenhaften Gestalten haben eine Mission: Sie wollen Schneewittchen aufwecken. Lauthals rufen sie den Namen der bekannten Märchenfigur, um den Tiefschlaf zu unterbrechen. Beim dritten Anlauf klappt es endlich. Blinzelnd öffnet die Prinzessin die Augen. Weil weit mehr als 300 Monheimer in fantasievollen Kostümen die Rolle des Weckers übernehmen, ist die Wette zum Stadtfest gewonnen.

 Christina mit Froschkönig-Kugel.
Christina mit Froschkönig-Kugel. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

"Wie ich sehe, hat sich der halbe Märchenwald versammelt", freut sich Bürgermeister Daniel Zimmermann, der als einer der sieben Zwerge verkleidet ist. "Unser Ziel ist erreicht." Stefanie Krautheimer vom Achat-Hotel, das in diesem Jahr der Wettpartner ist, verkörpert die schlummernde Prinzessin. Insgesamt 1500 Euro spendet das Unternehmen an den Katholischen Verein für Soziale Dienste (SKFM). Das Geld kommt der Tafel zugute.

 Schnäppchen zuhauf gab es beim 38. Gänselieselmarkt.
Schnäppchen zuhauf gab es beim 38. Gänselieselmarkt. Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Auch sonst gab es am Wochenende für Einheimische und Auswärtige gleichermaßen viel zu entdecken. Los ging es am Freitagnachmittag. Live-Musik des Schlagersängers Sandy Christen und der Abba-Coverband "Agnetha" gaben den Vorgeschmack auf ein stimmungsvolles Wochenende. Parallel dazu startete der 30. Gänseliesellauf durch die Altstadt und Umgebung. Am Samstag rockte unter anderem die Band "Jim Button´s" bis weit nach Mitternacht die Innenstadt.

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Der Samstag stand außerdem im Zeichen des 38. Gänselieselmarktes. Beiderseits des Schelmenturms erstreckten sich die Stände der Trödler - ein Paradies für Schnäppchenjäger. Nicole Müller aus Düsseldorf freut sich beispielsweise über eine Lederjacke für 13,50 Euro. "Im Laden hätte die viel mehr gekostet", meint die 24-Jährige. "Das ist schon ein schickes Teil." Auch eine Bluse und einen Rock habe sie bereits erstanden. Trödler Dieter Richter freut sich hingegen über die Einnahmen. "Die Standmiete haben wir locker wieder eingenommen", sagt der 74-Jährige, der unter anderem Schallplatten, Kuhglocken und eine Sammlung mit Büchern von Karl May im Angebot hat. Seit den frühen Morgenstunden ist er an seinem Stand. "Wir haben uns jetzt schon ein nettes Taschengeld für den nächsten Urlaub verdient. Die Mühe hat sich gelohnt."

Die Krischerstraße wurde am Wochenende zum "Weg der kleinen Schritte", auf dem die Kinder aus Grundschulen und Kindertagesstätten ihre gebastelten Insektenhotels präsentierten, die nach dem Stadtfest überall in Monheim als Herberge für Flug- und Krabbeltiere dienen sollen. Grundlage dafür ist das Märchen "Die Bienenkönigin". Dazu gibt es naturkundliches Fachwissen vom Naturschutzbund (NABU), dem Imker Detlev Garn oder der Ameisenschutzwarte NRW, die alle auch entsprechende Tiere für verschiedene Aktionen dabei haben.

Der eigens angelegte Märchenwald auf dem Rathausvorplatz ist bei herrlichem Sommerwetter auch am Sonntagnachmittag noch gut besucht. Hier gibt es neben kulinarischen Leckerbissen viele Informationen zu bekannten Märchen und den Gebrüdern Grimm - für Kinder und Erwachsene. Auf dem Ernst-Reuter-Platz geht es hingegen mit Ponyreiten und Streichelzoo vor allem tierisch zu. Falkner Pierre Schmidt hat einige imposante Greifvögel für seine Show dabei - unter anderem auch Weißkopfseeadler-Dame "Shakira", die mit einer Flügelspannweite von 2,20 Metern eine beeindruckende Erscheinung ist. Wer mutig genug ist, kann sich mit den Tieren auch ablichten lassen. "Ich will die Menschen für den Artenschutz sensibilisieren", sagt Schmidt, der in Erftstadt eine Schutzstation für die gefiederten Jäger betreibt. "Viele Greifvögel sind leider vom Aussterben bedroht." Die große Resonanz für seine Show auf dem Stadtfest sei daher sehr erfreulich: "Ich sehe mich als Aufklärer und gebe mein Wissen gerne weiter", betont der Falkner, bevor er den als Wappentier der USA bekannten Adler wieder absetzt. "Vor allem für Kinder ist das sehr spannend."

(dora)