1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Monheimer Christen und Muslime verurteilen zweites Attentat

Gesprächskreis bekundet Abscheu : Monheimer Christen und Muslime verurteilen zweites Attentat

Der KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ äußert sich nach dem tödlichem Angriff eines Islamisten auf drei Christen in einer Kirche in Nizza. Der Mord an einem Lehrer Mitte Oktober bei Paris, ebenfalls durch einen Islamisten, findet in der Erklärung keine Erwähnung.

Nach dem tödlichen Angriff eines Islamisten auf drei Christen in einer Kirche in Nizza hat der Monheimer KKV-Gesprächskreis „Christen treffen Muslime“ die Tat verurteilt. „Es bleibt unbegreiflich, dass Menschen – aus welchen Motiven auch immer – zu solchen hinterlistigen, brutalen und menschenverachtenden Taten fähig sind“, sagte Bernd Wehner, Sprecher des Kreises, dem neben evangelischen und katholischen Christen auch Muslime angehören. „Allein die Tatsache, dass der Anschlag in einer katholischen Kirche stattgefunden hat, zeigt, dass dem Täter nichts heilig gewesen ist“, erklärte der Gesprächskreis unter Federführung des katholischen Sozialverbands KKV in einer Pressemitteilung am Sonntag.

Auch Erdogan Akpolat und Mohamed Adib, Dialogbeauftragte der türkischen Ditib-Moscheegemeinde Monheim, verurteilen die Tat laut Erklärung aufs Schärfste: „Als Muslime verabscheuen wir eine solche Tat, insbesondere wenn sie auch noch religiös verbrämt wird.“ Der Gesprächskreis fordert „mehr Zusammenhalt und weniger Hetze“, dies gelte „nicht nur für Glaubensgemeinschaften, sondern auch für die Politik und Medien unseres Landes“. So stimme man der Aussage von Papst Franziskus zu, dass Meinungsfreiheit ihre Grenzen habe, wenn sie die religiösen Gefühle anderer verletze.

  • Freitagsgebet in einer Moschee in Hannover
    Groß angelegte Studie : Anders als vermutet: Wie Muslime in Deutschland leben
  • Ramadan in Grevenbroich : Wie Muslime in Corona-Zeiten fasten
  • Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von
    Katholische Kirche : Der Fall Woelki: Langenfelder distanzieren sich

Nicht erwähnt wird in der Pressemitteilung die Enthauptung eines französischen Lehrers durch einen Islamisten Mitte Oktober bei Paris. Der 47-Jährige hatte im Unterricht die Meinungsfreiheit thematisiert und dabei Mohammed-Karikaturen gezeigt. Seit Staatspräsident Emmanuel Macron sich darauf für die Meinungsfreiheit stark gemacht hat, zieht Frankreich den Zorn radikaler Muslime in aller Welt auf sich, angestachelt besonders vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, der im eigenen Land die Meinungsfreiheit unterdrückt und Andersdenkende verfolgt.

(gut)