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Monheim WSG barrierefreie Neubauwohnungen

Monheim : WSG baut an der Vereinsstraße 60 neue Wohnungen

Der Bürgermeister habe Pläne, Mietswohnungen an der Vereinsstraße abzureißen und neu zu bebauen, die Mieter seien aufgefordert worden, sich „in kürzester Zeit“ eine neue Wohnung suchen, ihnen würde zum 1. Oktober gekündigt.

Die Anschuldigungen, die Werner Goller (SPD) im Haupt- und Finanzausschuss vortrug, klangen abenteuerlich: Nicht er, sondern die Eigentümerin, die Düsseldorfer Wohnungs- und Siedlungsbaugesellschaft (WSG) plane,  ihren Bestand an der Vereinsstraße abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, widersprach Bürgermeister Daniel Zimmermann. Er betonte, dass der VdK zu 60 Prozent  an der Gesellschaft beteiligt sei, der sei bekanntermaßen gewissen sozialen Standards verpflichtet. Er vermute daher, dass die Mieter, die in einer Mieterversammlung informiert worden seien, „aus dem ersten Schrecken heraus“ den restlichen Inhalte nicht mehr so detailliert wahrgenommen haben. So dass Ängste entstanden seien, man würde demnächst „auf der Straße leben müssen“. Seines Wissens seien einzelne Mieter aufgefordert worden, sich andere  Wohnung zu suchen, es bestehe das Angebot, nach deren Fertigstellung in die Neubauwohnungen zu ziehen. Das alles bewege sich im Rahmen des strengen deutschen Mietrechts.

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„Wir wollen weder Prozesse noch, dass Mieter auf der Straße sitzen“, versichert Gisbert Schwarzhoff, Geschäftsführer der WSG. Er bestätigt, dass seine Gesellschaft plane, 32 der insgesamt 75 Wohnungen in Monheim zurückbauen zu wollen. Die Gebäude an der Vereinsstraße stammten aus den 50er Jahren und befänden sich quasi noch im Originalzustand. „In Monheim ist keine unserer Wohnungen barrierefrei.“ Während die Gesellschaft derzeit 33 Wohnungen am Gartzenweg 27-33 modernisiere, sei der bauliche Zustand der Immobilien an der Vereinsstraße so schlecht gewesen, dass eine Modernisierung nicht in Frage kam. Man strebe eine öffentliche Förderung für die Herstellung barrierefreier Wohnungen an.

Ende Juli habe man die Mieter über die Abrisspläne informiert. „Wir bieten Wohnungen in den günstigeren modernisierten Wohnungen an“, sagt er. Die Gesellschaft biete auch Hilfe bei der Suche nach Wohnungen im Umfeld und der Nachbargemeinden an. Zwar sei natürlich allen Mietern gekündigt worden, aber anders als behauptet, plane man eine 18monatige Frist ein, bis man tatsächlich den Abriss angehen könne. Für Abbruch und Neubau gebe es noch keinen Zeitplan, zumal weder Finanzierung noch Förderung geklärt seien. Bisher hätten sich zehn Mieter gegen eine Entschädigung bereit erklärt, sich selber eine Wohnung zu suchen, acht zögen an den Gartzenweg um, nur für 14 weitere Mieter müsse noch eine Lösung gefunden werden.

Ziel der Neubaumaßnahme ist auch, mehr Wohnraum zu schaffen. Statt der 32 entstünden in den geplanten viergeschossigen Gebäuden plus Staffelgeschoss 60 barrierefreie Wohnungen. Insgesamt möchte der Architekt auch eine bessere soziale Durchmischung erreichen, wie er freimütig einräumt. Das lasse sich – in Grenzen – über den Mietzins steuern, der in den WSG-Wohnungen in vier Jahren zwischen 7,63 und 10,75 Euro/Quadratmeter variieren werde.  „Heterogenität ist wichtig, weil es Vandalismus eindämmt“, sagt er.

Er rechnet damit, Anfang 2020 mit dem Neubau beginnen und die Neubauten nach 18 Monaten Bauzeit fertigstellen zu können. Der Name des Neubauprojektes: „Platanenhöfe“.  Zwölf der Wohnungen werden einen Gartenanteil haben. Alle Wohnungen sollen Rollstuhlfahrergerecht sein, auch die Außenanlagen werden schwellenfrei sein.