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Monheim will Kinder mit Förderbedarf unterstützen

Mehr Chancengleichheit in Monheim : Kinder-Hauptstadt soll inklusiver werden

Das Jugendamt hat die MoKi-Präventionskette und alle Konzepte und Angebote der Jugendhilfe auf das Thema Inklusion hin abgeklopft. Dabei stehen psychosozial belastete Kinder im Vordergrund.

Die Stadt Monheim möchte eine der familienfreundlichsten Städte Deutschlands werden. Das strategische Ziel, „Hauptstadt für Kinder“ zu sein, steht nicht nur auf dem Papier, vielmehr arbeitet die Stadt kontinuierlich an dem Ausbau der örtlichen Infrastruktur, um Kindern und Jugendlichen durch alle Entwicklungsphasen hindurch „optimale Zukunftschancen“ zu bieten. Dafür hat der verantwortliche Fachbereich jetzt eine Entwicklungsplanung für die Jahre 2021 bis 2025 vorgelegt, in die neben der MoKi-Präventionskette auch alle anderen kommunalen Maßnahmen und Konzepte einbezogen wurden. „Das geschah unter der Fragestellung, ob wir weitere Ziele verfolgen sollten, ob wir überhaupt das Richtige tun und auch die Richtigen erreichen“, sagte Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie bei der Vorstellung dieses zentralen Planungs- und Steuerungselements.

Inklusion

Eine Lücke in der Mo.Ki-Präventionskette und der Infrastruktur haben die Fachleute beim Thema Inklusion ausgemacht. Geplant ist nunmehr, neue Kooperationen zwischen den städtischen Institutionen und den Eingliederungshilfen, der Behindertenhilfe und dem Förderzentrum Süd (ehemals Leo-Lionni-Schule) einzugehen. Auch die Freizeit- und Ferienangebote sollen sich mit Hilfe neuer Kooperationspartner mehr dem Thema Inklusion öffnen, so Feldmann. Allen Kindern, auch solchen mit körperliche und seelischen Behinderungen, soll ein Angebot zur Verfügung stehen.

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Gerade mit Blick auf Kinder und Jugendliche, die unter besonderen psychosozialen Belastungen leiden, sollen auch noch einmal die Konzepte für die Übergänge von Kita/ Schule, Grundschule/weiterführende Schule auf deren Bedürfnisse hin überarbeitet werden.

Insgesamt sollen die Rahmenbedingungen für Inklusion an Schulen verbessert werden, lautete bereits ein Auftrag des Rates für die Entwicklungsplanung 2019-2021. Im August 2020 startete daraufhin das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt Mo.Ki „inklusiv“ an der Schule am Lerchenweg und in den Jahrgängen 5 und 6 der Peter-Ustinov-Gesamtschule. Es ermöglicht den präventiven und flexiblen Einsatz von Schulbegleitern für Kinder mit emotionalen oder sozialen Verhaltensproblemen. Diese Kinder erhalten eine individuelle Förderung, ohne dass vorher ein Antrag gestellt werden muss, heißt es in dem Bericht über die Umsetzung der Ziele 2019-2020.

Eine neu eingerichtete Fachstelle an den Schulen koordiniert und moderiert die multiprofessionelle Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe, der Schule und den Familien. Auch die Lehrkräfte werden im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern qualifiziert. „Bausteine von Mo.Ki „inklusiv“, die sich als hilfreich erwiesen haben, soll an den beiden Schulen verstetigt und an weitere Schulstandorte übertragen werden“, so Feldmann.

Da Kinder und Jugendliche mit Behinderungen ein besonders hohes Risiko tragen, Opfer von Vernachlässigung und Misshandlung zu werden, soll die Fachstelle Präventiver Kinderschutz diese Kinder noch einmal verstärkt in den Blick nehmen und entsprechend ihre Verfahrensabläufe anpassen, erklärte die Bereichsleiterin.

Interkulturelle Bildung

Auch das noch recht junge Thema interkulturelle Bildung soll jetzt für den Bereich Kinder und Jugendliche erschlossen werden. Da mehr als ein Drittel aller Monheimer Kinder und Jugendlichen entweder eine ausländische oder doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, soll der herkunftssprachliche Unterricht an den Schulen gestärkt werden. „Es war undankbar, dass das tolle Projekt, die Jugendmobilität in Europa zu fördern, der kostenlose Interrailpass, ausgerechnet in die Corona-Zeit fiel. Das wollen wir noch einmal bekannter machen“, so Feldmann. Auch die Abteilung Städtepartnerschaft habe sich vorgenommen, den Schüler- und Jugendaustausch mit Vereinen und den Kirchengemeinden zu fördern.

Die kulturelle Bildung spielt im Rahmen der Sicherung von Bildungschancen für alle Kinder eine große Rolle, betonte Feldmann. Die Musikschule bietet die elementare Musikpraxis derzeit an elf Kitas an, die Kunstschule ist mit „Bildsprache-Sprachbilder“ derweil an 14 Kitas tätig und das Ulla-Hahn-Haus kooperiert mit zwölf Kitas bei dem Projekt „Buchstein-Kitas“. Mit allen weiterführenden Schulen ist die Musikschule inzwischen mit Ensemble- Angeboten organisatorisch verknüpft. Die Kunstschule entsendet Künstler für einzelne Projekte in Klassen oder Kurse des Otto-Hahn-Gymnasiums. Das Ulla-Hahn-Haus bringt sich mit Autorenlesungen und Workshops zum Werk von Ulla Hahn in den Deutschunterricht ein, heißt es in dem Bericht über den Stand der umgesetzte Maßnahmen.