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Monheim Welt-Musiker planen die Triennale

Monheim : Musiker aus aller Welt planen Triennale

Reiner Michalke, Intendant des Monheimer Musikfestivals, hat seine Kuratoren vorgestellt.

Der Termin für die erste Ausgabe der „Monheim Triennale“ steht. Im Sommer 2020, vom 25. bis zum 28. Juni, werden sich Musiker aus aller Welt in Monheim treffen. Die Auswahl der Programmpunkte wird Intendant Reiner Michalke gemeinsam mit einem fünfköpfigen Kuratorium treffen, dessen Mitglieder er gestern vorgestellt hat. Damit sei die Bandbreite des Programms garantiert.

„Wir haben den Ehrgeiz, beim Festival viel über Musik zu erfahren“, begründet Michalke die Wahl der Kuratoren, die sich in der vergangenen Woche zu einem ersten Gespräch im Ulla-Hahn-Haus getroffen haben. Die Berater, die sowohl inhaltlich als auch geographisch aus ganz verschiedenen Bereichen der Musikszene kommen, werden den Intendanten bei der Suche von innovativen Musikprojekten zur Seite stehen. Sie kommen aus Düsseldorf (Swantje Lichtenstein), aus Berlin (Louis Rastig), aus Vancouver (Rainbow Robert), aus New York City (Meghan Stabile) und aus Köln (Thomas Venker).

Michalke, der viele Jahre lang das Moerser Jazzfestival geleitet hat und noch im Kölner Stadtgarten für gutes Programm sorgt, hat seine Mitstreiter von dem Monheimer Projekt überzeugt. „Das ist etwas Besonderes. Das gibt es so bisher nicht“, sagt er. „Deshalb sind alle sehr neugierig und interessiert. Selbst die Kuratorinnen aus Nordamerika hätten sich via Skype zugeschaltet, um den Bürgermeister kennenzulernen, der solche Projekte initiiert.

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Sie alle werden auch beim Festival dabei sein, allerdings nicht auf der Bühne. Vier, vielleicht sogar fünf Tage soll die erste Triennale dauern. Die Besucher erwartet ein sehr breit gefächertes Programm mit internationaler Musik. Swantje Lichtenstein, die als Text-Sound-Poetin gilt, wird aus ihrem Umfeld Gruppen aussuchen und für das Programm anbieten. Die Düsseldorferin steht für stark wortorientierte Musik. Sie verknüpft Sprache, Sound und Theorie. Dabei nutzt die Perfomance-Künstlerin elektro-akkustische Mittel. Ihre Perspektive: transmedial und feministisch. Sie ist Professorin an der Fachhochschule Düsseldorf und lehrt Kultur-Ästhetik-Medien.

Louis Rastig ist Musikkurator mit den Schwerpunkten Improvisation und Avantgarde-Jazz. Als Musiker ist er an Klavier, Synthesizer und Schlagzeug zwischen improvisierter Musik und Progressive Rock unterwegs. Rainbow Robert, aufgewachsen in Indien, setzt auf schöne, schwere und seltsame Musik. Die Chefin des Vancouver Jazz-Festivals schätzt Avantgarde-Jazz, improviisierte Musik, Punkrock sowie indigene Musik. Seit 17 Jahren ist sie Geschäftsführerin des Jazz Festivals Canada.

Die New Yorkerin Meghan Stabile wird gern als „Modern Impresario“ beschrieben (New York Times). Auf ihren Konzertreisen verbindet sie Jazz und Hip-Hop. Sie fördert die globale Jazzszene. Thomas Venker, der ebenfalls zum Kuratorenteam gehört, ist Journalist, Mitherausgeber und Co-Chefredakteur des Kaput-Magazins für Insolvenz&Pop. Er lehrt Musikjournalismus und Künstlermarketing an mehreren deutschen Universitäten.

Michalke hat bei der Auswahl des Kuratoriums auf sein eigenes Netzwerk zurückgegriffen. „Wir kennen uns, vertrauen und schätzen einander“, sagt er. „Es tut dem eigenen Blick gut, die Dinge aus verschiedenen Richtungen zu betrachten“, befindet er für sich selbst. Ein Stück davon will er den Besuchern der Monheim Triennale vermitteln. Am 4. September will er das Programm für die Premiere am Rhein vorstellen.

Die Kuratoren sind jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet. „Das neue Konzept mit internationaler Ausrichtung ist für alle eine Herausforderung“, sagt Reiner Michalke und schließt sich selbst mit ein. „Und alle haben genau deshalb Lust daran mitzuarbeiten“, bilanziert der Intendant nach der ersten Kuratoriumssitzung.