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Monheim Tirat Carmel , eine Partnerstadt von Monheim

Monheim : Tirat Carmel – Vorstadt der Metropole Haifa

Die Gemeinde wächst schnell und kontinuierlich. Es wird erwartet, dass dort 2020 bereits 40.000 Menschen leben.

Seit 30 Jahren ist die israelische Gemeinde Tirat Carmel eine Partnerstadt von Monheim. Das ist wichtig zu wissen:

Die Partnerschaft Die frühere Bürgermeisterin Ingeborg Friebe (SPD) unterzeichnete 1989 den Partnerschaftsvertrag. Bereits einige Jahre zuvor hatten Dr. Hagen Bastian, Leiter des Otto-Hahn-Gymnasiums (OHG), und der damalige evangelische Pfarrer Werner Köhl Kontakte geknüpft. Im Vordergrund stand der Versöhnungsgedanke zwischen Deutschen und Israelis, berichtet Dafna Graf. Sie koordiniert seit drei Jahren Monheims Städtepartnerschaften. Ziel sei es, Verständnis füreinander zu entwickeln.

Bastian und Köhl gründeten den „Arbeitskreis Partnerschaft mit Israel“, der seit mittlerweile über 20 Jahren – gemeinsam mit dem Gymnasium und der evangelischen Kirche – die Fahrten nach Israel organisiert.

Die Stadt Tirat Carmel liegt an der Mittelmeerküste südlich von Haifa und ist Teil des Ballungsgebietes der Hafenstadt. Mit 25.000 bis 30.000 Einwohnern ist Tirat Carmel eine eher kleine Gemeinde. Doch aufgrund der Stadtentwicklung wird sie vermutlich bald schon 40.000 Einwohner haben.

Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Standort von mehreren Herrschern kontrolliert, darunter den Römern, den Osmanen und den Briten. Tirat Carmel wurde nah am Meer an einem Hügel auf den Ruinen von al-Tira erbaut. Im Mittelalter wurde die Fläche landwirtschaftlich genutzt. Noch 1945 lebten dort überwiegend Muslime. 1949 wurden zwei Aufnahmelager für jüdische Einwanderer eingerichtet, die 1954 in die Gemeinde Tirat Carmel überführt wurden. Tirat Carmel wurde 1992 offiziell zur Stadt erklärt. „Es ist ein Vorort der Hafenmetropole Haifa“, sagt Dafna Graf, die schon selber einige Male dort war. „Es ist nur einen Katzensprung entfernt.“ Haifa liegt etwas nördlich von Tirat Carmel und grenzt unmittelbar an die Vorstadt. „Das Wohngebiet wurde quasi aus dem Boden gestampft.“ Und es wächst kontinuierlich. In den vergangenen zehn Jahren habe sich die Gemeinde „unglaublich entwickelt“. Es werde weiterhin viel gebaut und immer wieder neue Flächen würden erschlossen. Es entstünden Kindergärten, Spielplätze und Schulen. Dort, wo früher Ziegen weideten, Oliven und Bananen wuchsen, gebe es eine Militärbasis und Gewerbegebiete. Südlich von Haifa sei ein High-Tech-Park entstanden, der vielen Menschen aus Tirat Carmel Arbeit biete.

Sehenswertes Tirat Carmel hat keine Sehenswürdigkeiten, es ist in erster Linie eine Wohnstadt. Der Ort sei aber ein guter Ausgangspunkt für weitere Touren im Heiligen Land, sagt Dafna Graf. Neben Haifa seien beliebte Ausflugsziele Jerusalem, Tel Aviv, die Felsenfestung Massada oder der See Genezareth.

Im nahegelegenen Haifa könne beispielsweise das Karmelitenkloster Stella Maris mit der Elija-Höhle besucht werden. Der Ausblick biete einen schönen Blick über die Bucht von Haifa. In der Nähe des Bahnhofs von Haifa befinde sich das israelische Eisenbahnmuseum. Berühmt ist auch das Clandestine Immigration and Naval Museum. Daneben gibt es das Kunstmuseum und das israelische Nationalmuseum für Wissenschaft, Technik und Raumfahrt.

Persönliche Eindrücke Dafna Graf ist Israelin. Tirat Carmel kannte sie jedoch vor den Delegationsbesuchen der Monheimer Partnerstadt nicht. „Obwohl ich Familie in der Nähe von Haifa habe.“ Im Herbst wird sie wieder mit einer Delegation dorthin reisen. Im August kommen 20 Schüler aus Tirat Carmel für eine Woche nach Monheim. Am 28. August, 19.30 Uhr, findet in der Friedenskirche Baumberg ein Begegnungsabend zwischen Deutschen und israelischen Austauschschülern statt. Seit der Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrags seien über 500 junge Monheimer nach Israel gefahren. „Trotz Golfkrieg, Intifada und Libanon-Krieg fanden die Austausche regelmäßig jedes Jahr statt“, sagt Graf. Aufgrund der Partnerschaft gebe es inzwischen viele Israel-Fans in Monheim – auch unter den Erwachsenen. „Die Israelis strahlen trotz widriger Umstände Lebensfreude und Gastfreundschaft aus.“

Im Mai 2018 erhielten mehrere Straßen in Baumberg-Ost (Israel-Viertel) Namen von israelischen Persönlichkeiten. Es gibt dort auch eine Tirat-Carmel-Straße.