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Monheim Sternsinger sind wetterfest und hilfreich

Bravo : Sternsinger sind wetterfest und hilfreich

Heute ist Dreikönigstag. Etwa 100 junge Monheimer haben sich diesen letzten Ferientag besonders verdient: Unermüdlich zogen sie am Wochenende durch die Stadt, um für ärmere Kinder zu sammeln.

Sie wünschen euch ein gesegnetes Jahr: Caspar, Melchior und Balthasar. Das sind die Namen der Heiligen-Drei-Könige, die seit Jahrhunderten als Symbol für den christlichen Heischebrauch stehen und auch aus der Kirche Sankt Ursula in Monheim entsandt werden. Dort passieren die letzten Vorbereitungen im Ankleideraum. Die Kronen werden gerichtet. Der Stern Bethlehems wird gepackt und die Spendendose genommen. Die Kreide und die Aufkleber dürfen nicht fehlen. Die Gewänder werden über die dicken Jacken gezogen. Denn es ist kalt draußen, der Himmel scheint trüb. Regen ist nicht auszuschließen.

Doch bevor sie sich auf ihre Mission machen, werden Kreide, Aufkleber und die Teilzeit-Könige gesegnet. Das passiert in dem Aussendungs-Gottesdienst. Neben dem Anstimmen von Dreikönigs-Liedern in Begleitung eines Klaviers wird auch das Evangelium gesprochen. Man merkt den beteiligten Kindern an, dass sie voller Begeisterung sind und direkt loslegen wollen. Schließlich darf sich nicht jeder Königin oder König nennen.

Der letzte Schluck Früchtetee wird geschlürft, dann geht es endlich in die verschiedenen eingeteilten Gebiete. Für Monheim wurden insgesamt acht Gruppen gebildet. „Im Ortsteil Monheim sind 40 Kinder für das Sternsingen angemeldet, in Baumberg sind es 42. Mit den spontanen Anmeldungen heute Morgen werden es bestimmt um die hundert Sternsinger werden“, freut sich Sabine Polster. Die 47-Jährige zählt zu den Begleitern, die am ersten Wochenende des Jahres mit von Haus zu Haus ziehen. Außerdem ist sie im Vorbereitungsteam tätig. Auch viele Kommunionkinder und Messdiener seien beim Sternsingen dabei, betont Polster. Verpflichtend sei das aber nicht.

Bis zum späten Nachmittag ziehen die Gruppen mehrere Stunden durch ihren jeweiligen Sammelbezirk. Das ungemütliche Wetter ist kein Stimmungstrüber. Ganz im Gegenteil. Die meisten Sternsinger gehen den anstrengenden Weg gerne. So wie Miriam. „Ich finde es nicht gerecht, dass nur die Reichen sich so etwas wie ein Haus kaufen können“, sagt die Neunjährige. „Auch in ärmeren Ländern sollen die Menschen die Möglichkeit haben, ein Dach über dem Kopf zu haben“. Als Sternsinger Spenden zu sammeln sei für sie ein guter Anfang, etwas zu ändern.

Miriam ist zusammen mit ihrer Mutter Gaby O’Neill (49) als Begleiterin zum ersten Mal mit dabei. O’Neill berichtet, dass sie schon früher Interesse gehabt hätten mitzulaufen. Jedoch seien sie zu spät darauf aufmerksam geworden. Diesmal machte Diakon Stefan Wickert in den Monheimer Grundschulen eigens Werbung für die Sternsinger – mit Erfolg. Es seien mehr Anmeldungen eingegangen als im Vorjahr, so das Orga-Team.

Wer den Sternsingern die Tür öffnet, darf sich über eine Gesangseinlage von „Stern über Bethlehem“, einen Dreikönigs-Spruch und den Segen für das Jahr 2020 freuen. Im Gegenzug gibt es eine Spende für Hilfsprojekte in aller Welt, die von den Sternsingern unterstützt werden. Vorzugsweise wird Kindern geholfen, deren Rechte in den Entwicklungsländern eingeschränkt werden, die Schwierigkeiten haben, Bildung zu erhalten, oder die aufgrund von Krieg und Gewalt Angst um ihr Leben haben müssen.

Gerade diese gute Tat findet Anklang bei den besuchten Monheimern. Etwa bei Heike und Lutz Kapteina (55 und 52): „Wir finden es süß, dass die Sternsinger sich für andere Kinder einsetzen und das Projekt aufleben lassen. Es ist wichtig, die Tradition zu bewahren und ihre Mühen zu belohnen“. Auch Süßigkeiten werden gespendet – als Dank und Ermunterung für die Sternsinger. Miriam und ihre Mitköniginnen Johanna (10) und Lilly (9) freuen sich darüber: Ja, die leckeren Snacks seien ein weiterer Ansporn! Aber natürlich gibt es auch eine richtige Mittagspause, um die müden Geister wieder munter zu machen.

Der Fokus des Sternsingens liegt in diesem Jahr auf dem Libanon. So wie es den Kindern hier in der Umgebung Spaß bereitet, Spenden zu sammeln, so ist es für die Altersgenossen in dem Land in Nahost ein Segen, Hilfe zu bekommen. Im Libanon herrschte viele Jahre ein Bürgerkrieg zwischen politischen Gruppen, unter Beteiligung von Christen wie Muslimen. Der Krieg forderte rund 90.000 Tote und richtete große Zerstörung an. Über die letzten Jahre haben es die Menschen im Libanon geschafft, ihre Feindschaft niederzulegen, um in Frieden zusammenleben zu können.

Durch die Unterstützung der Sternsinger erhalten die Kinder dort Bildungs- und Freizeitmöglichkeiten, zum Beispiel in der „Caritas-Nachmittagsbetreuung“. Das sei wichtig, um das Miteinander zu stärken“, schreibt der bei Kindern beliebte TV-Moderator Willi Weitzel zu der deutschlandweiten Sternsinger-Aktion. Frieden fange im Kleinen an, etwa in der Nachbarschaft, in Familie, Schule oder bei der Arbeit. Wo Menschen zusammenkommen, brauche es Rücksicht und Geduld.