Straßenarbeiten Stadtverwaltung stützt Händler im Advent

Monheim · Durch die Baustelle an der Alten Schulstraße fühlen sich die Händler eingeschränkt. Das Sanitätshaus spürt schon Umsatzeinbußen.

 Einzelhändler haben durch die Baustelle in der Alten Schulstraße Einbußen. Der Weg für Kunden ist beschwerlich.

Einzelhändler haben durch die Baustelle in der Alten Schulstraße Einbußen. Der Weg für Kunden ist beschwerlich.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

„Gerade heute Morgen habe ich gedacht, dass es sich allmählich normalisiert. In den ersten beiden Wochen waren wir wie abgeschnitten“, sagt Silke Janzen von Silkes Sattelkammer. Seit Mitte September ähnelt die Alte Schulstraße im Abschnitt bis zum ehemaligen Krankenhausgelände  einer großen Sandwüste. Die Baustelle für die Kanalarbeiten nimmt quasi den gesamten Straßenraum samt Bürgersteig ein – bis auf einen schmalen Durchgang entlang der Ladenzeile. Viele ihrer Kunden, die von außerhalb kommen, hätten erst einmal orientierungslos im Kreisel rotiert, weil die herkömmliche Zufahrt  weggefallen ist, so Janzen. Sie würde es begrüßen, wenn wenigstens die Poststraße wieder aufgemacht würde.

Über 20 bis 30 Prozent  Umsatzeinbußen durch die Baustelle klagt Beate Schultheis-Wennemann vom Sanitätshaus Buchbender. Obwohl ihr klar ist, dass selbst der eloquenteste Bürgermeister den neuen Kanal nicht herbeizaubern kann. Sie versucht dem Kundenschwund mit „Baustellen-Rabatten“ zu begegnen. Die Stadt habe insbesondere für ihre gehbehinderten Kunden den Mitarbeiter-Parkplatz hinter dem Rathaus geöffnet und dafür die Zufahrt zur Neustraße aufgemacht. Außerdem nehmen ihre Mitarbeiter jetzt vermehrt  Außendiensttermine wahr, messen Beine für Kompressionsstrümpfe zu Hause.  

Dass ihre Kunden nicht mehr in Ruhe ihre Schaufensterauslagen betrachten können, weil sie auf dem schmalen Gehweg vom Fuß- und Radverkehr hinweggespült werden, bedauert Veronika Schwarze vom Bekleidungsgeschäft Herzstück. Auch könne sie jetzt nicht mehr ihre Deko-Tische draußen päsentieren. Einbußen habe sie aber nicht erlitten, versichert sie.

Auch die Stadt bemüht sich, den Einzelhändlern die Bauphase so erträglich wie möglich zu gestalten. Ein großes Plakat am Eingang zur Baustelle fordert seit Kurzem die Monheimer dazu auf, die Geschäfte an der Alten Schulstraße auch weiterhin zu besuchen und weist darauf hin, dass diese zugänglich sind. Die Wirtschaftsförderung habe auch regelmäßige Baustellengespräche angeboten, das hätten die Einzelhändler aber als unnötig  bezeichnet, hat Bürgermeister Daniel Zimmermann im Rat auf Anfrage von Alexander Schumacher (SPD) mitgeteilt.  Sie wollten sich lieber im Bedarfsfall an die Baustellenleitung wenden können.

Außerdem sei geplant, die Händler zur Weihnachtszeit in die Punschpunkteaktion des Citymanagements einzubeziehen, erklärt Thomas Zitzmann, Leiter der Wirtschaftsförderung. Für jeden Einkauf über fünf Euro gibt es einen Punschpunkt. Die volle Karte (10 Punkte) kann dann in der Almhütte auf dem Rathausvorplatz gegen eine Sternenzauber-Tasse eingetauscht werden – gefüllt mit alkoholfreiem Punsch oder Glühwein. Außerdem  wird betroffenen Händlern zum Martinsmarkt  am Sonntag, 3. November, von der Verwaltung eine Hütte gestellt, in der sie sich dann auf der Krischerstraße präsentieren können. Dort befindet sich dann der Kreativ- und Designmarkt mit  ausgefallenen Produkten, Geschenkideen, Shows sowie Bastel- und Aktiv-Aktionen.  

Wenn sie ihr Teehaus am Rathaus zum Ende des Jahres aufgebe, habe dies nichts mit der Baustelle zu tun, bekräftigt Heike Kohlen (60). Sie wolle sich allmählich aus Altersgründen zur Ruhe setzen. Ihr Geschäft in Meerbusch hat sie bereits mit dem Umzug geschlossen. „Vielleicht übernimmt den Laden jemand, der ihn in meinem Sinne weiterführt“, so Kohlen. Der erste Bauabschnitt dauert bis Februar 2020.  

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