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Monheim Stadtsparkasse Düsseldorf droht Kunden mit Kündigung

Streit um Negativzinsen : Stadtsparkasse D’dorf droht mit Kündigung

Das Düsseldorfer Finanzinstitut geht gegen Inhaber von Konten vor, die höhere Beträge aufweisen. Auch Kunden der Monheimer Sparkasse sind betroffen.

Die Stadtsparkasse Düsseldorf, zu der auch die Monheimer Filiale gehört, geht energisch gegen Kunden mit hohen Guthaben vor und droht ihnen sogar mit Kündigungen von Tagesgeld- oder Girokonten. Im Juli war zunächst Klienten mit Guthaben von mehr als 100.000 Euro per Brief angekündigt worden, dass künftig ein Minuszins von 0,5 Prozent fällig werden würde, sollte man sich nicht auf eine Anlagealternative einigen. Nun legt die Bank bei all den Kunden nach, für die noch keine Lösung gefunden wurde. In einem Mitte Oktober verschickten Schreiben bittet die Bank nochmals um ein Gespräch bis 11. Dezember. Weiter heißt es: „Nach Ablauf der vorgenannten Frist werden wir das oben genannte Konto ordentlich kündigen.“

Dieses Schreiben erreichte auch eine 90-Jährige Düsseldorferin, deren Name der Redaktion bekannt ist. Ihr Sohn zeigt sich im Gespräch mit unserer Redaktion fassungslos. „Will man da einen jahrzehntelangen Kunden rausschmeißen?“ Der Sohn der Kundin fragt sich zudem, wie dieses Verhalten mit dem öffentlichen Auftrag der Sparkassen in Einklang zu bringen ist. Die vorgeschlagenen Alternativen seien für seine Mutter nicht in Frage gekommen. „Was soll eine so alte Frau mit Aktien?“

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Die Stadtsparkasse selbst erklärt auf Nachfrage, im Sommer insgesamt 1800 Personen, davon 67 in Monheim,  angeschrieben zu haben. Mit 1000 von ihnen sei bereits eine Einigung erzielt worden, berichtet Sprecher Gerd Meyer. Das zweite Schreiben sei erfolgt, da sich viele Kunden nicht zurückgemeldet hätten. Wer weiterhin keinen Kontakt aufnehme, könne dann auch gekündigt werden. „Das ist aber nicht das Ziel, sondern wir streben eine einvernehmliche Lösung an“, sagt Meyer. 40 Prozent der erneut angeschriebenen Kunden hätten sich  zurückgemeldet.

Nötig seien die Negativzinsen, da Kunden mit relativ hohen Vermögen die Stadtsparkasse finanziell  belasten würden. Grund: Banken müssen einen Strafzins von -0,5 Prozent zahlen, wenn sie Geld bei der Europäischen Zentralbank parken. Meyer erklärt zudem, welche Anlage-Alternativen Kunden geboten würden. Man vermittele Kunden sogar an andere Dienstleister und Banken.

Die Verbraucherzentrale sieht das Vorgehen der Stadtsparkasse kritisch. Aufgrund ihres Versorgungsauftrags brauche sie im Gegensatz zu anderen Banken einen besonderen Grund, um Konten kündigen zu können, sagt David Riechmann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale. Zudem schätzt Riechmann die negativen Zinsen selbst als rechtlich hinterfragbar ein. „Gerade bei Girokonten zahlen die Nutzer schon eine Gebühr. Das heißt: zwei Gebühren für die gleiche Leistung.“