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Monheim Spielmann wird fünf und feiert mit Musik

Monheim Altstadt : Spielmann feiert ab heute mit Musik

Vor fünf Jahren hat Markus Preikschat das Lokal in der Altstadt übernommen. Die Immobilie gehört der Stadt.

Spielmann-Wirt Markus Preikschat schraubt den Tisch auf dem Podest fest. „Hier ist die kleine Kabarett-Bühne“, sagt er. Vor ziemlich genau fünf Jahren hat der Leverkusener die Kneipe in der Altstadt übernommen. Und feiert – natürlich – mit Musik diesen Geburtstag. Preikschat (50) fühlt sich wohl im Spielmann, wo er neben Kilkenny und Guinness auch Whisky ausschenkt. „Hier oben können auch noch Gäste sitzen“ sagt er und schiebt die Bänke, die aus dem alten Zollhof stammen, wieder an ihren Platz auf der Empore. Auch Bänke aus der Biermanufactur hat er übernommen, nachdem Tina Gethmann das Lokal übernommen hat.

Das Verhältnis der Wirte untereinander ist gut und auch Vereine haben die Traditionskneipe mit wechselvoller Geschichte wiederentdeckt. Jim (Jazz in Monheim) etwa hat ein Möbelstück im Spielmann deponiert. Ein schickes Klavier, das bei den vielen Konzerten zum Einsatz kommt,. Das alte hat Preikschat in den Nebenraum gestellt, wo auch schon ein Akkordeon lagert und ein Schlagzeug. „Eine Küche brauche ich hier ja nicht“, sagt er und umreißt so das Konzept seines Irish Pub als Trink- und Musikkneipe. Der Spielmann, so weiß er, gehört zu den ältesten Lokalen in Monheim. „Nur der ehemalige ,Drüje’ könnte älter sein.“ Belegt ist die Existenz des Spielmann, der auch schon mal „Zum alten Rathaus“ hieß auf jeden Fall für die Mitte des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, als die Bürgermeister noch in ihren Wohnzimmern Rat hielten.

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Für Tradition hat Preikschat ein Herz. Er selbst folgt seiner ganz persönlichen Geschichte, die von Leverkusen über Stralsund und zurück bis Monheim führt und immer auch mit Musik zu tun hat. Während seines Studiums in Stralsund hat Preikschat schon Partys organisiert. In einem Gewölbekeller. „Der Laden war immer voll“, berichtet er. Sein BWL-Studium hat er gar nicht erst zu Ende gebracht, sondern ist zurück nach Leverkusen und hat dort den Notenschlüssel mit einem Freund geführt. Während der Familienphase hat er dann beim WDR gearbeitet und die Künstler beim Dreh der Lindenstraße betreut. Doch dann hat er ein neues Objekt gesucht, stand vor dem Spielmann und hat nach langen Verhandlungen mit dem damaligen Eigentümer Frank Wiegand den Zuschlag bekommen. Heute gehört das Gebäude der Stadt.

Auch wenn es anfangs holprig war: Jetzt läuft der Laden, was nicht zuletzt dem Kommunikationstalent des Wirtes zu verdanken ist. Auch Triennale-Künstler Achim Tang gehört inzwischen zu den Gästen, hat schon ein Triennale-Trio mit zwei Mitgliedern von Rockbands gegründet und improvisiert im Spielmann. Überhaupt kommen viele Bands dorthin, die sich aus unterschiedlichen Gruppen zusammensetzen oder einfach nur mal das spielen wollen, was ihnen am Herzen liegt – das, was nicht unbedingt in die Schiene der kommerzialisierten Musik passt. Die Konzerte im Spielmann sind grundsätzlich frei, sagt Preikschat. „Allerdings gehe ich hinterher mit dem Hut rum. Die Bands sollen ja nicht umsonst spielen.“

So wird es auch in der Jubiläumswoche sein. Den Auftakt macht heute, 12. März, 20 Uhr, „Paddy“. „Der hat schon bei uns im Notenschlüssel gespielt“, sagt Preikschaft. „Irish Folk.“ Morgen, 13. März, folgt die Gruppe „Mighty Halleluja“. Am Samstag treten Craving Hands play Tom Petty auf (ab 21 Uhr). Zum St.-Patricks-Day am Dienstag, 17. März, spielen „Die Kerrys“ und am Mittwoch, 18. März, startet das Pub-Quiz mit Frank Wiegand, wobei es Rabatt auf die Getränke zu gewinnen gibt und – am Ende der Quiz-Saison, die Chance, einen Reisegutschein zu gewinnen. „Den teile ich mit dem Reisebüro Hebbel.“ Am Donnerstag, 19. März, geht es weiter. Max Freytag spielt Piano (je 20 Uhr). Die für den 20. März vorgesehene Band Mack Drietens fällt wegen Krankheit aus. „Ich suche gerade Ersatz“, so Preikschat. Zum Abschluss tritt „Eminger“ am Samstag, 21. März, 21 Uhr, auf.