Monheim „Spielmann“ steht zum Verkauf

Monheim : Poker um Spielmann-Immobilie läuft

Nachdem der Eigentümer dem Rheincafé gekündigt hat, schließt die Stadt nicht mehr aus, ihr Vorkaufsrecht zu nutzen.

Seit Herbst steht die Gaststätte „Spielmann“ in der Monheimer Altstadt, die Frank Wiegand und Christa Deutz gehört, zum Verkauf. „Uns war der Kaufpreis zu hoch“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann. Die Stadt habe zunächst abgewunken. Doch nachdem der Eigentümer jetzt dem Schülercafé zu Ende März gekündigt hat, weil ein potenzieller Käufer die Räume selbst nutzen will, schließt die Stadt nicht mehr aus, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. „Die Immobilie ist alt“, sagt Zimmermann. „Es ist viel zu machen.“ Das müsse bei Verhandlungen berücksichtigt werden.

Klar ist für Zimmermann, dass der Fortbestand des seit 2013 von Schülern betriebenen Rheincafés, nicht gefährdet ist. „Das ist mir ein persönliches Anliegen“, sagt er. Finanziell gefördert und pädagogisch begleitet wird das „Rheincafé“ vom städtischen Jugendamt. Auch Alexander Schumacher (SPD), liegt der Erhalt des Schülercafés am Herzen. „Das haben wir mit der Peto zusammen 2010/11 auf den Weg gebracht“, sagt er. Der „Spielmann“, den die Wirtsleute Anja und Markus Preikschat aus Leverkusen betreiben, läuft gut und weiter. „Wir wollen bleiben“, sagt Markus Preikschat.

Derzeit warten das Zollhaus 1257, das im Besitz von Edith Poell ist, und die Festhalle Bormacher (Stadt-Entwicklungs-Gesellschft SEG) noch auf neue Pächter. Für die Festhalle gibt es bereits einen ernsthaften Interessenten. Dort will Mario Figueredo eine weitere Dependance seines Restaurants La Plaza eröffnen. „Wir haben uns das Objekt in Monheim angeschaut“, sagt er. Aber es gebe noch viel zu tun. Das spanische Steakhaus La Plaza hat seinen Hauptsitz in Opladen. Im Oktober hat die zweite Filiale in Langenfeld eröffnet und brummt seither. Der Pachtvertrag sollte schon längst unterschrieben sein, berichtet Zimmermann. Doch die Planung des Umbaus habe mehr Zeit gebraucht. Im Pachtvertrag müsse nun geregelt werden, welchen Teil der Sanierungs- und Umbaukosten die Stadt als Eigentümerin und welchen der Pächter trägt. „Im Winter könnte der Betrieb dann öffnen“, so Zimmermann.

Gerüchte um die Zukunft der „Biermanufactur“, die ihre Öffnungszeiten eingeschränkt hat, halten sich hartnäckig. „Das ist ärgerlich“, sagt Brauer Henning Barkey, der das Lokal von der Stadt pachtet. „Ich weiß auch nicht, warum das so ist“, sagt Gesellschafter Helmut Heymann. Er ist im Austausch mit der Stadt. Heymann will nicht das große Geld machen, aber auch kein Minus.

Isabel Hausmann, stellvertretende Geschäftsführerin bei der Dehoga Nordrhein, sieht Monheim gut aufgestellt. Gute Rahmenbedingungen habe die Stadt geschaffen. „Jetzt kommt es auf die Mischung an“, sagt sie. „Ein mediterranes Angebot wäre gut“, so Hausmann. Sollte das La Plaza in die Festhalle des Bormachers einziehen, wäre das aus ihrer Sicht ideal. Problematisch findet sie in Monheim die starke Trennung zwischen Einkaufen und Gastronomie. „Die Leute müssen mit ihren Einkaufstaschen in Kneipen, Cafés und Restaurants gehen.“ Darüber hinaus weiß sie um die Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. „Es gibt zu wenig.“ Da bleibe oft nur, die Öffnungszeiten zu verringern. Neben dem Angebot müsse darüber hinaus das Konzept stimmen und der Wirt Profi genug sein, dieses auch umzusetzen. Die Gäste wollen Abwechslung und das Gefühl haben, nicht allein zu sein. Das gelte für junge wie alte Menschen. Im „Café mit Liebe“ etwa funktioniere das gut.

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