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Monheim So manipulativ ist Körpersprache

Bildung : Professoren erklären Körpersprache

Beim Wissenschaftstag in Monheimer Schulen referieren Fachleute über Themen wie Quantentechnologie, Internet oder Kommunikation.

In der Aula am Berliner Ring ist es mucksmäuschenstill, als Joachim Treusch über die bewusste Manipulation durch unterschiedliche Darstellungsformen von Statistiken spricht. „Immer, wenn Sie eine unterdrückte Null in einer Statistik sehen, seien Sie wachsam“, rät der Professor den Schülern. Anschaulich macht er das durch eine kurzweilige Präsentation. Auch persönliche Erfahrungen baut er in seinen Vortrag ein und schließt schließlich mit Beispielen von Körpersprache bei prominenten Personen, wie Putin, Angela Merkel oder Donald Trump. „Er oder zumindest seine Leute wissen, wie man Gehirne manipuliert“, weiß Treusch. „Wenn eine Lüge oft genug gezielt platziert wird, wird sie zur Wahrheit.“

„Was müssen wir wissen, um glauben zu dürfen?“ So lautete die Titelfrage des Vortrags. Zuvor hatte Prof. Tommaso Calarco über „Die zweite Quantenrevolution“ gesprochen. Calarco machte deutlich, dass die Quantentechnologie unseren Alltag beherrscht. Handys, Computer, ja, das Internet wäre ohne Beherrschung der Gesetze der Quantenmechanik undenkbar. Es ist bereits der vierte Wissenschaftstag, der sich an die Oberstufen-Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums und der Peter-Ustinov-Gesamtschule in Monheim richtete.

Mit den beiden Vorträgen, die sehr unterschiedliche Schwerpunkte setzten, gelang es, die Schüler zu beeindrucken. „Wir waren durchgehend begeistert“, erklärt Nicolai für sich und seine Schulfreunde Eike und Justus vom Otto-Hahn-Gymnasium. Vor allem der Vortrag über die Quantenrevolution hat es den drei Schülern angetan. „Ich hatte überhaupt kein Vorwissen“, gibt Eike zu. „Der Vortrag hat mir das Thema sehr gut nahegebracht.“

Dass Calarco die Anwendungsgebiete verdeutlicht hat, habe den Vortrag sehr interessant gemacht. Das meint auch Justus. „Ich habe mich persönlich schon ein wenig über Quantenmechanik informiert, ein bisschen nachgeschlagen“, erzählt er. Wie die Quantenmechanik mit dem Internet zusammenhängt, sei für ihn völlig neu gewesen. Aber auch den Vortrag von Prof. Treusch empfanden die drei Schüler als sehr wertvoll. „Da gab es viel direktere Verbindungen“, meint Justus. Auch Isabelle, Sonja und Melanie von der Peter-Ustinov-Gesamtschule waren vor allem vom zweiten Vortrag beeindruckt. „Das war sehr interessant und aufschlussreich“, meint Melanie. „Ich habe viele Sachen dazugelernt.“ Zum Beispiel, dass man besser alles hinterfragen sollte und nicht alles einfach glauben, was einem an Informationen vorgesetzt wird. Das nimmt sie auch für ihren Alltag mit. „Gucken, dass man nicht alles direkt aufnimmt.“

Sonja hat der Vortrag ebenfalls gefallen, „weil er uns ein bisschen aufmerksamer gemacht hat“. Er habe einem die eigene Manipulierbarkeit vor Augen geführt. Isabelle gibt zu, dass sie beim Thema Quantenrevolution nicht immer ganz mitgekommen ist, dagegen fiel der zweite Vortrag in ihr Interessengebiet. „Ich glaube, dass er damit eigentlich jeden angesprochen hat“, meint sie. Sie nimmt vor allem eins mit: „Dass man die Sachen kritischer sehen sollte.“