1. NRW
  2. Städte
  3. Langenfeld

Monheim Senioren jetzt Teil der strategischen Ziele

Inklusions-Ausschuss : Senioren jetzt Teil der strategischen Ziele

Die Oppositionsvertreter setzen sich für die Belange von Senioren ein und setzen durch, dass die Belange dieser Bevölkerungsgrupe explizit in die strategischen Ziele der Stadt aufgenommen werden.

In Monheim leben  7000 Menschen, die über 70 Jahre alt sind. Knapp 5000 sind zwischen 60 und 70 Jahre alt. Bei einer Einwohnerzahl von gut 41.000 sei das ein hoher Anteil, findet Dr. Angela Linhart, die erstmals für die CDU im Ausschuss für Inklusion, Ordnung und Soziales sitzt. Die Zahl der bis zu 18-Jährigen liege bei etwa 7600. Dass den Senioren in den neu zu beschließenden, strategischen Zielen der Stadt, so wenig Raum eingeräumt wird, ist für sie daher unverständlich.

Die von der Stadtverwaltung vorgeschlagenen fünf strategischen Ziele der Stadt werden in diesem Ausschuss erstmals diskutiert. Schwerpunktmäßig geht es um Ziel Nummer eins, das inhaltlich in den Ausschuss passt und lautet: „Die Stadt Monheim am Rhein versteht sich als ,Stadt für alle’, in der Inklusion und Chancengleichheit umfassend verwirklicht werden.“

Das ist der Opposition zu wenig für Senioren, zumal das zweite strategische Ziel explizit die Kinder in den Fokus rückt. „Das finden wir auch gut so“, sagt SPD-Vertreterin Stefanie Rohm. „Aber es gibt im Seniorenbereich so viele Probleme“, sagt sie. „Die müssen angepackt werden.“ Der demographische Wandel sei nicht genügend berücksichtigt, findet die Leiterin der Awo-Begegnungsstätte, die täglich mit alten Menschen zu tun hat. Und Angela Linhart unterstützt das und würde deshalb für Senioren lieber ein „komplettes Eigenziel“ formulieren.

Ingo Elsner von der Peto wehrte sich dagegen, Ältere so darzustellen, also ob sie nicht zu „alle“, wie im Ziel formuliert, gehören würden.  Eigens ein sechstes Ziel zu ergänzen, wie es die CDU vorgeschlagen hat, lehnt die Peto Ausschussmehrheit deshalb ab.

Beschlossen haben die Mitglieder des Ausschusses auf Anregung von Bürgermeister Daniel Zimmermann schlussendlich einstimmig das erste strategische Ziel, inklusive der Ergänzung  im Unterpunkt zwei. Dort werden neben Menschen mit Behinderung und Migrationshintergrund sowie Menschen, die der LGBTQ-Szene (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender) angehören, auch die Gestaltung des demographischen Wandels und damit die Senioren aufgenommen.

Zur anschließenden Diskussion des Haushaltsplanentwurfs haben sowohl SPD als auch CDU Anträge eingereicht, in denen es um Seniorenbelange  geht. Der CDU-Antrag auf fünf weitere Stellen im Kommunalen Ordnungsdienst für mehr Sicherheitsgefühl ist mehrheitlich mit den Peto-Stimmen bei Enthaltung von SPD und Grünen abgelehnt worden.

Seniorenscouts  nach dem Langenfelder Vorbild der „Kümmerer“ könnten  Angebote für Senioren bündeln. Die Verwaltung soll dieses Projekt initiieren, um ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. 5000 Euro will die SPD dafür im Haushalt vorsehen Unterstützung bekommt die SPD dafür von den Grünen und der CDU. Laura Töpfer (Peto) zählt hingegen die vorhandenen Angebote auf. Es mache keinen Sinn, „parallele Strukturen“ zu schaffen.

Antragsstellerin Rohm sieht die Aufgabe der Scouts darin, ältere Menschen zu besuchen, zu schauen, was sie brauchen, entsprechende Angebot dann zu vermitteln oder neu zu kreieren. Sebastian Johnen, Bereichsleiter Ordnung und Soziales, sieht es nicht als städtische Aufgabe an, aufsuchende Seniorenarbeit  zu koordinieren. Bürgermeister Daniel Zimmermann wies den Antrag als nicht haushaltsrelevant zurück.