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Monheim: Monheim: Schulterschluss gegen Pegida

Monheim : Monheim: Schulterschluss gegen Pegida

Rund 23 Prozent der Bürger haben fremde Wurzeln. Das Miteinander wird von Institutionen und Vereinen gepflegt.

Hüseyin Turgut lebt seit vielen Jahren in Monheim und ist im Moschee-Verein aktiv. Er sieht sich in jüngster Zeit häufiger mit fremdenfeindlichen Sprüchen konfrontiert. Auch wenn Pegida-Anhänger in Monheim nicht organisiert auftreten, hat er eine Zunahme an Fremdenfeindlichkeit wahrgenommen. "Aber wir lassen uns nicht provozieren", sagt er. Er nimmt ebenso wie die beiden Dialogbeauftragten der Ditib-Moschee-Gemeinde Monheim Erdogan Akpolat und Mohammed Adib an den regelmäßigen Treffen des Gesprächskreises "Christen treffen Muslime" teil. "Der Kreis ist wichtig, um gegenseitig für mehr Verständnis zu sorgen", sagt er.

Der Gesprächskreis hat jüngst klar Position gegen die Anhänger der islamkritischen "Pegida"-Bewegung bezogen und appelliert an Christen, "nicht politischen Rattenfängern nachzulaufen", sondern den Dialog mit Muslimen zu verstärken. "Wir versuchen in unserem Gesprächskreis, gegenseitiges Verständnis aufzubauen", erläutert Initiator Bernd-M. Wehner, der dem bundesweiten "Verband Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung" (KKV), vorsitzt.

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Er hat den Gesprächskreis vor zehn Jahren ins Leben gerufen. "Informationen", so fährt er fort", fehlen auf beiden Seiten." Deshalb seien die Treffen wichtig, auch wenn sie zunächst keinen sichtbaren Ausdruck in die Öffentlichkeit haben. Doch die Strategie der kleinen Schritte kommt an. "Das ist wichtig", sagt auch Turgut, der weiß, dass Vertrauen der Schlüssel zur gelungenen Integration ist.

Regelmäßige Teilnehmer des Gesprächskreises sind nicht nur Vertreter der katholischen Gemeinde Monheim, der Wehner angehört. Seit gut fünf Jahren engagieren sich auch Mitglieder der evangelischen Gemeinde Monheim dort. Pfarrer Till-Karsten Hesse ist seit seinem Amtsantritt im September 2012 dabei. Als Ökumene-Beauftragter sieht er neben dem Dialog mit der katholischen Kirche im christlich-islamischen Austausch einen Schwerpunkt in diesem Tätigkeitsfeld. "Im Übrigen ruft der Gesprächskreis alle Monheimer dazu auf, noch stärker den Dialog mit der Mehrheit der hier lebenden friedliebenden Muslime zu pflegen."

Seitens der Stadt wird die Arbeit des Gesprächskreises geschätzt. "Ich finde es wichtig, dass Menschen unterschiedlichen Glaubens sich austauschen, vor allem, wenn sie in einem Ort leben. Sich kennen, schafft Vertrauen und das ist die Grundlage allen Miteinanders", sagt Hans-Peter Anstatt vom Integrationsbüro der Stadt.

Seit gut zehn Jahren trifft sich der Gesprächskreis. "Angefangen hat es mit einem Vortrag über den Islam, an dem Vertreter des Hildener Moschee-Vereins teilgenommen haben", erinnert sich Wehner. "Wir kamen ins Gespräch, verabredeten einen Besuch in Hilden. Danach habe man auch den Kontakt zu den heimischen Moschee-Vereinen gesucht und regelmäßige Treffen - viermal im Jahr - verabredet. "Die Standorte wechseln, und damit auch die Teilnehmer. "Wenn wir in der Moschee sind, haben wir mehr muslimische Teilnehmer und umgekehrt", sagt Wehner. Öffentlich tritt der Gesprächskreis beim Integrationstag am 3. Oktober auf. "Da sind wir vor Ort."

Dem Aufruf der Kreis-SPD, am 12. Januar an einer Demonstration gegen Fremdenhass und Gewalt vor dem Landtag in Düsseldorf teilzunehmen, wird er nicht folgen. "Davon halte ich nicht viel." Dr. Norbert Friedrich, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Monheim, nimmt den Aufruf zum Anlass, die Kreisvorsitzende Kerstin Griese zu diesem Thema nach Monheim zu holen.

Bürgermeister Daniel Zimmermann hat sich in Sachen "Pegida" bereits klar positioniert: "Wir schaffen eine Willkommenskultur, statt zu demonstrieren."

(RP)