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Monheim Schützen haben jetzt einen Kaiser

Monheim : Monheims Schützen haben jetzt einen Kaiser

Bernhard Libertus geht aus dem Königsschießen beim Schützenfest am Wochenende als Sieger hervor.

Die Kirmes mit ihren blinkenden, bunten Fahrgeschäften und den Rhein im Rücken, tummeln sich die fröhlichen Gäste am Getränkestand auf dem Festplatz. Immer wieder lenkt das dumpfe Knallen des Gewehrs die Blicke auf den Freiluft-Schießstand. Beim traditionellen Schützenfest der Monheimer St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1350 herrschte am Pfingstwochenende auf dem Gelände Am Werth Volksfeststimmung. Und auch wenn sich das hölzerne Federvieh beim Bürgervogelschießen am Samstag ein wenig zierte – der Stimmung tat das keinen Abbruch. „Es geht um den Spaß, und der Sieger bekommt einen Pokal, hat aber keinerlei Verpflichtungen“, kommentierte Brudermeister Holger Klenner das Wetteifern der Gäste aus der Bürgerschaft.

Anders liegen die Dinge bei Bernhard Libertus: Der 62-Jährige setzte sich tags zuvor im Königsschießen gegen die Konkurrenz durch – und darf sich nun, nach seinem inzwischen zweiten Sieg, „Schützenkaiser“ nennen. Auf ihn und „Kaiserin“ Angelika Libertus werden in Zukunft folgerichtig einige repräsentative Termine zukommen. „Aber die kennt man und stimmt auch den Urlaub darauf ab“, sagt die Kaiserin, die bei der Bruderschaft zur Abteilung der „Schützenlieseln“ gehört. Die hatte der Verein ins Leben gerufen, um den Schützinnen nicht die grünen Uniformen der Herren zuzumuten. „Wir sind eine eingeschworene Gruppe“, sagte Libertus, deren drei Söhne ebenfalls dem Verein angehören – der 16-Jährige Raphael darf sich seit Freitag „Jungprinz“ nennen. Den Titel „Schülerprinz“ schnappte sich derweil Torben Zander. „Ich schieße gerne, liebe es aber auch, bei unseren Umzügen in der Tracht mitzugehen“, sagt Angelika Libertus.

Dazu kam sie im Rahmen des viertägigen festlichen Treibens am sonnigen Sonntagnachmittag: Vom Alten Markt aus zogen die herausgeputzten Schützen durch die Straßen Monheims – und gaben dabei ein glänzendes Fotomotiv ab. Zu diesem Zeitpunkt hatten die St. Sebastianer bereits ein straffes Programm hinter sich – mit Gedenken am Ehrenmal, Proklamation der Würdenträger und Königsparty, dem Schieß-Wettstreit der Vereine und einem Blasmusik-Frühshoppen. Am Montag warteten noch die Krönungsmesse in St. Gereon und die Matinee im Schützenhaus auf die neuen Würdenträger. Sie repräsentieren bis zum nächsten Jahr die rund 70 Mitglieder der Schützenbruderschaft – eine Zahl, die laut Holger Klenner konstant geblieben ist. Auch er selbst hatte einst die Königswürde inne – und jubelte am Sonntag mit Ehefrau Heike: Sie „erlegte“ den hölzernen Vogel und ist nun neue Majestät der Schützenlieseln.