Monheim Rundgang: Kulturwerke öffnen Festhalle

Monheim : Rundgang: Kulturwerke öffnen Festhalle

Die politisch umstrittene Kulturraffinerie 714 hat im Planungsausschuss eine weitere Hürde genommen. Die Bebauungsplanänderung ist beschlossen.

Martin Witkowski, Geschäftsführer der Monheimer Kulturwerke GmbH, öffnet die Tür zur ehemaligen Shell-Abfüllhalle. Es geht durch den Hintereingang hinein, der direkt gegenüber dem Comfort-Hotel liegt. Vor uns liegt eine riesige Halle. Durch spitz zulaufende Oberlichter scheint die Sonne. Säulen gliedern den Raum. „Die Säulen stehen wegen ihre besonderen Form unter Denkmalschutz“, sagt Witkowski und beginnt, seine Ideen für das Gebäude zu erläutern. Im hinteren Bereich kann er sich Küche und Catering sowie Platz für Technik vorstellen. Etwa in der Mitte des Raumes, der nur einer von fünf weiteren ist, könnte mit dem Bau des Bühnen- und Konzertsaal-Bereichs begonnen werden. Ein Kubus soll entstehen, der etwa acht Meter über das Dach hinausragt und zum Erkennungszeichen der Kulturraffinerie werden könnte.

Für den Kubus, der drei von fünf Räumen durchzieht, werden einige Säulen weichen. „Das funktioniert“, sagt Witkowski, der gerade gemeinsam mit dem Architekturbüro Bez&Kock die Pläne entwickelt. Wände sollen in Absprache mit dem Denkmalschutz geöffnet und die denkmalgeschützten Fensteröffnungen neu verglast und von ihren Gittern befreit werden. „Terrassentüren Richtung Rhein sind denkbar“, sagt Witkowski. Ebenso ein Restaurant am Rand der Halle, das in den Arkadengängen (von der Uferpromenade aus zu sehen), fortgeführt werden könnte. „Vielleicht als Wintergarten mit 180-Grad-Blick auf den Rhein“, sagt der Kulturwerke-Chef, der dabei auch Familien im Blick hat. Auch eine Dachterrasse kann er sich vorstellen. Die werde auch unabhängig von Kulturveranstaltungen gut besucht.

Das vierte „Haus im Haus“ wird das Foyer, das fünfte der Eingangsbereich. Am Ende des langgestreckten Gebäudes, an der Ecke zum Rheinpark, wird eine Freitreppe entstehen. Der Außenbereich soll ein Glasdach bekommen. Vom Rhein aus gesehen, hinter der Halle, wird ein kleiner Park entstehen, wo das Säulenmotiv wieder aufgegriffen wird.

In der ehemaligen Abfüllerei könnte es noch einen kleinen Saal geben, für Versammlungen, Proben, kleine  Veranstaltungen.  Auch die Verwaltungsbüros könnten dort untergebracht werden. „Wir wollen nah dran und nahbar sein“, erläutert Witkowski. Um Monheimer an der Entwicklung ihrer Halle teilhaben zu lassen, will er ab dem Frühjahr Führungen anbieten. Bürgermeister Daniel Zimmermann kündigte einen Tag der offenen Tür an.

Der Rat-Planungsausschuss hat der  Bebauungsplanänderung mehrheitlich (Peto) zugestimmt. Grüne, CDU und SPD haben sich weiter gegen die Dimension der Halle ausgesprochen, die bis zu 4000 Besucher fassen kann. Auch Kosten und Risiko sind der Opposition zu hoch. Umbau  und Sanierung sind mit 38,5 Millionen Euro veranschlagt. Das Parkhaus, das weitere 20 Millionen Euro kostet, wird am Ende des Rheinparks, Richtung Daimlerstraße, entstehen.

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