Monheim RSV Rücktritt Vorstand

Monheim : Verein will Reitanlage am Rhein erhalten

DIe Mitglieder des RSV Monheim verweigern dem Vorstand die Gefolgschaft. Der tritt zurück. Die Campingplatz-Pläne liegen jetzt auf Eis.

 

„Ich hoffe die Leute wissen, worauf sie sich da einlassen.“ So kommentiert Dietmar Kaiser das Ergebnis der Mitgliederversammlung des Reitsportvereines Monheim: Eine denkbar knappe Mehrheit der Mitglieder stimmte für den Fortbestand des Reitbetriebes im Rheinbogen. Darauf trat der Vorstand geschlossen zurück. Der noch kommissarisch tätige Vorsitzende muss jetzt eine neue Versammlung einberufen, damit ein neuer Vorstand gewählt werden kann. Dass dieser „mit seinem gesamten Privatvermögen für die Verbindlichkeiten des Vereins haftbar gemacht werden könne“, hatte noch einmal ein Anwalt den Mitgliedern deutlich gemacht.

„Schade. Wir hätten eine Lösung gehabt, wie wir unsere Schulden loswerden“, sagt Kaiser, der zehn Jahre lang den Betrieb des Reiterhofes Am Werth gemanagt hat. Die Stadt Monheim hatte angeboten, dem Verein für die vorzeitige Auflösung der Pachtverträge eine Entschädigung von 243.000 Euro zu zahlen. Dem Verwaltungsvorschlag, an dieser Stelle einen Campingplatz für Kurzzeitbesucher zu errichten, hatte der Rat vorbehaltlich der Entscheidung des Vereins zugestimmt.

Bei den Verbindlichkeiten handelt es sich auch um Darlehen. Die hatten Vorstandsmitglieder dem Verein gewährt, damit fällige Reparaturen vorgenommen oder Rechnungen beglichen werden konnten. Das habe sich im Laufe der Zeit auf 60.000 Euro summiert. In der Mitgliederversammlung hätten die für den Erhalt stimmenden Mitglieder erklärt, man würde diese eben in Raten abstottern oder notfalls in die Insolvenz gehen. Eine solch leichtfertige Haltung fuchst natürlich die bisher Verantwortlichen, die über Jahre viel Zeit und Geld in den Verein gesteckt haben.

Einige haben am Wochenende schon mal bewegliches Gut in Sicherheit gebracht, wie den Traktor mit Schlepper. Außerdem ärgert Kaiser, dass er sich bis vor einigen Monaten noch sehr schwer getan habe, irgendeinen der jetzigen „Rebellen“ zur Mithilfe in Vereinsangelegenheiten, wie dem Ponyreiten, zu bewegen. Seiner Ansicht nach hätten diese auch nicht genügend die Gelegenheiten genutzt, um sich über die finanzielle Situation des Vereins zu informieren. „Hier kam niemand in die Geschäftsräume, um Einsicht in die Akten zu nehmen.“

„Wir haben alle relevanten Infos bekommen“, sagt Benjamin Strassburg, der Am Werth zwar Pferde stehen hat, aber kein RSV-Mitglied ist. Außerdem habe man die Gebäude von Handwerkern verschiedener Gewerke begutachten lassen.

„Wenn wir dann festgestellt hätten, dass wird nichts, hätten wir dem Vorstand Recht gegeben“, sagt Strassburg. Man habe noch nicht genügend Informationen zusammen, um sich verbindlich zu äußern, sagt Margareta Cardeneo etwas zurückhaltender. Aber schon genügend Interessenten, die den neuen Vorstand stellen wollen. Nach den Neuwahlen Anfang September werde man sich dann mit neuen Konzepten vorstellen.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann nimmt die Entscheidung mit einem Achselzucken hin. Das oben genannte Angebot sei auf Wunsch des alten Vorstandes zustande gekommen. Den neuen Vorstand erwartet nach Zimmermanns Worten angesichts der heruntergekommenen Gebäude, deren Statik vielleicht auch nicht mehr gewährleistet sei, nicht weniger als eine „Mammutaufgabe“.