RP-Debattierwettebewerb #mitreden Monheimer Schüler debattieren

Monheim · Beim RP-Wettbewerb im Otto-Hahn-Gymnasium geht es um die spektakulären Aktionen der Gruppe „Letzte Generation“ und die Frage: Sind diese legitim? Zwei Teams der Jahrgangsstufe 12 treten gegeneinander an.

 RP-Debattenwettbewerb in Monheim: Mit Andrea Dimitrova, Martin Kessler, Lilli Stegner, Jan Scheitz, Tobias van de Sandt, Ciel Vanhoorne, Yannick Köpp (v.l.).

RP-Debattenwettbewerb in Monheim: Mit Andrea Dimitrova, Martin Kessler, Lilli Stegner, Jan Scheitz, Tobias van de Sandt, Ciel Vanhoorne, Yannick Köpp (v.l.).

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Jan Scheitza und Tobias van de Sandt argumentieren wie die Profis. Sie haben beim Debattenwettbewerb #mitreden den Pro-Part übernommen und verteidigen die spektakulären Aktionen der Umwelt-Aktivisten „Letzte Generation“. Erfolgreich. Sie sind als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen.

Bereits zum zweiten Mal organisiert die Rheinische Post den Debattenwettbewerb an insgesamt acht Schulen im Verbreitungsgebiet. Kooperationspartner und Sponsor ist Evonik. Jetzt haben die Schüler des Monheimer Otto-Hahn-Gymnasiums zum zweiten Mal den Reigen des rhetorischen Schlagabtauschs eröffnet. Frage diesmal: Sind die Aktionen der „Letzten Generation“ legitim?

RP-Journalistenschülerin Julia Stratmann hat das Phänomen „Letzte Generation“ in einem Impulsreferat umrissen. Ziel der Aktivisten sei es, immer wieder Aufmerksamkeit dafür zu schaffen, dass das Klima kurz vor dem Kipp-Punkt stehe und gegengesteuert werden müsse. „Die Aktivisten verstehen sich als die Generation, die noch die Chance hat, den Klimawandel zu stoppen“, erläutert sie. Und nachdem ihre Minimalforderung, das 9-Euro-Ticket zu behalten und eine Geschwindkeitsbegrenzung von 100 km/h auf Autobahnen einzuführen, bei der Politik auf keine Reaktion gestoßen ist, haben sie begonnen, Straßen zu besetzen, kleben sich mit Sekundenkleber an und lassen sich am Ende von der Polizei ablösen und wegführen.

Nach dem Tod einer Radfahrerin, mussten die Aktivisten sich den Vorwurf gefallen lassen, dass sie diesen mitverursacht hätten, weil der Rettungswagen nicht durchgekommen sei. Ein Vorwurf, der sich allerdings nicht erhärtet hat, so Stratmann. In diesem Spannungsfeld haben die Schüler des sozialwissenschaftlichen Kurses die Pro und Kontra-Positionen mit ihrem Lehrer Christian Götzinger erarbeitet und sie auf dem Podium in der vollbesetzten Aula ausgetauscht.

Das Kontra-Team hat die Vorwürfe rund um die verstorbene Radfahrerin zur Untermauerung seiner Position genutzt und kritisiert die Spontanität der Aktionen, auf die sich keiner vorbereiten könne. Die beiden Streiter mussten aber akzeptieren, dass die Klimaaktivisten immer auch Rettungsgassen eröffnen können. „Es gibt immer einen, der nicht festgeklebt ist“, hatte Julia Stratmann erläutert.

 Tobias van de Sandt hat es als Teil des Pro-Teams immer wieder geschafft, die Diskussion auf die Ziele der Aktivisten zu lenken, was auch die Jury beeindruckt hat. „Es geht ums Klima und um zwei einfache Forderungen“, sagt van de Sandt.

 Das Kontra-Team bleibt bei seiner Haltung: „Der Protest ist nicht zielführend, weil der Zusammenhang zu den Zielen nicht sichbar wird“, sagt Ciel Vanhoorne. Die Aufmerksamkeit richte sich eher auf die Gruppe. Bei einer Umfrage hätten 68 Prozent der Befragten angegeben, dass die Aktionen dem eigentlichen Anliegen eher schaden würden.

Tobias van de Sandt greift das auf und verweist darauf, dass Wissenschaftler seit 30 Jahren darauf hinweisen, dass das Klima kippen könnte. Und selbst eine Regierung, die sich die Klimarettung auf die Fahne gschrieben habe, engagiere sich nicht. „Deshalb ist der Protest nötig. Das Klima geht uns alle an.“

Sein Mitstreiter Jan Scheitz verweist auf die Medien, dort vor allem auf Social Media, wo mit Hasskommentaren reagiert würde. Er verteidigt die grundsätzlich friedlichen Proteste als hohes Gut der Demokratie. „Es muss Druck geben, damit die Regierung ihre eigenen Ziele umsetzt.“

 Das Pro-Team mit Jan Scheitz und Tobias van de Sandt hat gewonnen.100 Punkte haben die Zuhörer ihnen gegeben.

Das Pro-Team mit Jan Scheitz und Tobias van de Sandt hat gewonnen.100 Punkte haben die Zuhörer ihnen gegeben.

Foto: Matzerath, Ralph (rm-)

Für die Jury zollen Lilli Stegner (RP) und Wirtschaftsredakteur Dr. Martin Kessler den Diskutanten Lob, ebenso wie Andrea Dimitrova von Evonik. Die abschließende Online-Umfrage unter den Schülern bringt dem Team Pro aufgrund der Professionalität 100 Stimmen und verweist Team Kontra auf Platz zwei. Das deckt sich allerdings nicht mit der abgefragten Meinung. Nur 64 Schüler finden die Aktionen legitim, 119 nicht.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort