Monheim Politik will längere Kita-Öffnung

Monheim : Politik will längere Kita-Öffnung

Die Betreuungszeiten im offenen Ganztag werden ebenfalls flexibler. Die Schule Lerchenweg bleibt beim rhythmisierten Ganztag bis 16 Uhr.

Eltern in Monheim können ihre Arbeitstage demnächst wohl etwas entspannter angehen. Die beiden gemeinsam tagenden Ausschüsse Jugendhilfe sowie Schule und Sport stimmten jetzt für längere Öffnungszeiten in den Kitas bis 18 Uhr und im offenen Ganztag der Grundschulen bis 17 Uhr. Die Schule am Lerchenweg wird an ihrem Modell des rhythmisierten Ganztages festhalten und den Tag um 16 Uhr enden lassen.

Simone Feldmann (Fachbereich Kinder, Jugend und Familie) hatte das Gespräch mit den Trägern gesucht und eine „gute Einigung“ erzielt, wie sie den Politikern berichtete. Als Starttermin ist das Kita-/ beziehungsweise Schuljahr 2020/21 vorgesehen. Dann soll es vier Spätbetreuungsgruppen in den Tageseinrichtungen und sieben an den Schulen geben.

Die SPD hatte die Ausweitung der Öffnungszeiten beantragt.  Lorenz  Dombrowski (SPD) freute sich über den vollzogenen „Schritt in die moderne Kinderbetreuung“.  Jörg Schwenzfeier-Brohm (Grüne) fragte an,  ob die Betreuungszeiten dokumentiert würden, jetzt wo sich das Zeitfenster auf elf Stunden öffne. Gesetzliche Vorgaben erlaubten eine Betreuungszeit von maximal neun Stunden.

Simone Feldmann verwies auf Erfahrungen in der städtischen Betriebskita „Die Sprößlinge“. Dort legten Eltern den Zeitraum zuvor fest, könnten ihn aber wöchentlich ändern. „Das wird dokumentiert und funktioniert zuverlässig“, sagte Lisa Pientak (Peto). „Die Betreuungszeit muss eingehalten werden.“

Lorenz Dombrowski wollte noch wissen, warum die Schule am Lerchenweg keine verlängerten Betreuungszeiten anbiete. Schulleiter Achim Nöhles sagte, die Grundschule habe viele Jahre daran gearbeitet, Schülern und Eltern einen rhythmisierten Ganztag mit klaren Abläufen anbieten zu können. „Unser Modell gibt einen Rahmen vor – mit einem Wechsel von Lernen und Freizeit.“ Das sei in Monheim ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir haben unsere Abläufe an diesem Neun-Stunden-Modell festgelegt.“ Nöhles räumte aber ein, er habe Verständnis dafür, dass die Betreuungswünsche von Eltern darüber hinaus gehen könnten. Dennoch möchte die Schule ihr System beibehalten. „Sollten Eltern scharenweise weglaufen, müssen wir eventuell neu überlegen.“

Peter Rischard (evangelische Kirche) wies für die Freien Träger darauf hin, die Verweildauer der Kinder werde genau dokumentiert. Kindgerechte Angebote zu machen, damit die Mädchen und Jungen die Stunden gerne in den Kitas und in der OGS verbrächten,  sei eine „große Herausforderung“. Und Achim Nöhles merkte an, die „Schule ist nicht nur ein Wohlfühlort. Man möchte sie auch einmal verlassen. Das sollte bedacht werden.“

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