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Monheim Pianist spielt Beethoven auf Hammerflügel in der Marienkapelle

Hingehen : Monheimer Pianist spielt Beethoven auf altem Hammerflügel in der Marienkapelle

Das Konzert am Sonntag, 2. Februar, beginnt um 16 Uhr. Der Beethoven-Kenner hat im Jubiläumsjahr noch viel vor.

Beethoven feiert seinen 250. Geburtstag. Zu diesem Anlass hat der Monheimer Pianist und Musiklehrer Oliver Drechsel, verschiedene Konzerte in Monheim geplant. Eines der ersten ist am Sonntag, 2. Februar, 16 Uhr, in der Monheimer Marienkapelle, An d’r Kapell. Das Konzert in der Reihe „Klangwellen“ trägt den Titel „Beethoven und sein Lehrer Neefe“. Drechsel spiel an einem alten Hammerflügel. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Was ist das Besondere an Beethovens Musik?

Drechsel Beethovens Musik fasziniert mich durch ihre Energie, ihre teils schon romantische Expressivität und vor allem ihre künstlerische Vielfalt vor dem Hintergrund der kompositorischen „Konventionen“ seiner Zeit, die er in vielen Bereichen wie Melodik, Harmonik und Form sehr bewusst erweitert und auch teilweise „gesprengt“ hat. Wichtigstes Merkmal ist die sogenannte „motivische Arbeit“, d.h. er lässt aus einer einzigen kleinen musikalischen Idee aus wenigen Tönen anschließend einen ganzen Kosmos an Ideen, Verwandlungen und Überraschungen erwachsen.

Wie betrachten Sie Beethoven als Mensch, der als Komponist mit seiner Taubheit zu kämpfen hatte?

Drechsel Das Besondere an Beethoven ist seine Stärke, seine Energie, sich durch negative Erlebnisse nicht beirren oder „unterkriegen“ zu lassen. Was den Aspekt seiner zunehmenden Taubheit anbelangt, so konnte er sich als hervorragend ausgebildeter Musiker hier glücklicherweise auf sein „inneres Ohr“ verlassen. Dies dürfte in einfacher Form jeder kennen: man stelle sich eine einfache Melodie von z.B. „Alle meine Entchen“ oder „Bruder Jakob“ nur vor, ohne sie dabei zu hören oder selbst zu singen. Beethoven war – wie eigentlich alle Komponisten – fähig, dies mit vielen Stimmen gleichzeitig und mit sämtlichen instrumentalen Klangfarben zu tun sowie natürlich mit eigenen musikalischen Einfällen und nicht bereits bestehender Musik, die er vorher irgendwann gehört hatte.

Es gibt in Monheim und darüber hinaus viele Beethovenkonzerte. Welche Konzerte haben Sie vorbereitet?

Drechsel Es gibt in Beethovens Jubiläumsjahr sowieso schon viele bekannte Werke wie z.B. „Für Elise“ oder den Finalsatz seiner 9. Sinfonie mit der „Ode an die Freude“ zu hören, aber mir ist es wichtig, in diesem einen Schwerpunkt auf die eher selten zu hörenden Beethovenschen Werke zu setzen. Davon kann man sich zum Beispiel in der an jeden ersten Sonntag eines Monats um 16 Uhr stattfindenden Konzertreihe „Klangwellen 714“ des „Marienkapelle am Rhein e.V.“ in der hervorragenden Akustik der Monheimer Marienkapelle ein Bild machen, bei der unter meiner künstlerischen Leitung in diesem Jahr viele auch international tätige Künstler in den unterschiedlichsten instrumentalen Besetzungen zum Beispiel mit Mandoline oder mit Horn mindestens ein Beethoven-Werk spielen.

Welches seltene Werk werden Sie spielen?

Drechsel Beim nächsten Konzert am 2.2 werde ich als Besonderheit auf einem originalen Hammerflügel von 1820 – also genau aus der Beethoven-Zeit – Beethovens früheste Kompositionen, die er als 12-Jähriger verfasste sowie Klavierwerke seines Bonner Lehrers, Christian Gottlob Neefe, vorstellen. Dieser Flügel, eine Leihgabe des Pianomuseums Haus Eller in Bergheim, steht uns auch am 1.3. beim Konzert mit meinem Klaviertrio Köln-Weimar zur Verfügung, dort feiern wir dann auch den 250. Geburtstag des Komponisten Johann Christian Heinrich Rinck und spielen auch ein Beethoven-Trio.

Und was erwartet uns beim Konzert in der Aula am Berliner Ring?

Drechsel Das ist ein Benefizkonzert am 14.3. des Lions-Fördervereins Monheim am Rhein – Alte Freiheit e.V. unter der Schirmherrschaft des Bürgermeisters Daniel Zimmermann zugunsten des Grundschul-Programms „Klasse 2000“, welches sich der Gesundheits- und Persönlichkeitsförderung verschrieben hat und das wir als Lions bislang an der Armin-Maiwald-Schule und der Lottenschule einführen konnten. Dafür konnte ich die Bonner Pianistin Susanne Kessel mit ihrem sensationellen internationalen Kompositionsprojekt „250 piano pieces for Beethoven“, zu dem ich auch eine Komposition beitragen durfte, gewinnen sowie den El-Shalom-Chor meines Duopartners Christoph Lahme (Harmonium) aus Essen, mit dem wir Beethovens selten zu hörende große Chorfantasie op. 80 in einer Fassung mit Harmonium statt Orchester aufführen werden.

Sie bringen auch Ihren Schülern Beethoven als Musiklehrer des Otto-Hahn-Gymnasiums näher. Wie gehen Sie da vor?

Drechsel Beethoven und seine Werke können je nach Unterrichtsthema immer wieder in verschiedenen Jahrgangsstufen vorkommen, wobei jeweils neu entschieden wird, welches Werk oder welcher Aspekt seines Lebens gerade zu den Kompetenzen passt, die vermittelt werden sollen. Bereits seit längerem gibt es eine hervorragende Internet-Seite des Beethovenhauses Bonn gemeinsam mit der NRW-Stiftung: Unter www.hallo-beethoven.de kann man teils spielerisch sehr viel zu Beethovens Leben zu entdecken – ein Beispiel dafür, wie man das iPad, über das ja in Monheim jede Schülerin/jeder Schüler verfügt, gewinnbringend einsetzen kann. Auch im Schulorchester stehen Werke von Beethoven auf dem Programm, so zum Beispiel beim nächsten großen Austauschkonzert mit dem Jugendorchester aus Monheims Partnerstadt Ataşehir am 11. September 2020 um 19 Uhr in der Aula am Berliner Ring.

Info: Lions-Benefizkonzert „Inspiration Beethoven“ am Samstag, 14. März, 19 Uhr in der Aula am Berliner Ring, Berliner Ring 8, bei den Kulturwerken im Monheimer Tor, Preis von 25 Euro (ermäßigt 15 Euro) erworben werden. Weitere Termine: Austauschkonzert mit dem Jugendorchester und der Partnerstadt Atasehir am 11. September um 19 Uhr in der Aula am Berliner Ring. Jeden ersten Sonntag eines Monats um 16 Uhr findet ein Konzert in der Reihe „Klangwellen 714“ des „Marienkapelle am Rhein e.V.“ in der Monheimer Marienkapelle statt.