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Monheim Pfingsterfeld: Jury spricht sich für Entwurf von Thomas Schüler Architekten aus.

Monheim : Ein grüner Anger für das Neubaugebiet

Bei der Wahl eines städtebaulichen Konzeptes für das Neubaugebiet Pfingsterfeld hat sich der Entwurf von Thomas Schüler Architekten durchgesetzt. Er verbindet hohe bauliche Dichte mit Natur.

Der Entwurf mit der höchsten Baudichte mit einem „Landschaftsanger“ als zentralem Element hat sich durchgesetzt. Die Bewertungskommission empfiehlt, die weitere Planung für das Neubaugebiet Pfingsterfeld auf den städtebaulichen Entwurf von Thomas Schüler Architekten zu gründen.

Da die Stadtverwaltung einen „anhaltenden Druck auf dem Wohnungsmarkt“ wahrnimmt, kommt der Entwurf mit seinen 328 Wohneinheiten dem Ziel, das letzte Baulandpotenzial der Stadt möglichst flächenschonend zu nutzen, am nächsten. Die Architekten wollen die Lage des neuen Quartiers hin zur offenen Landschaft als Alleinstellungsmerkmal herausstellen. Insgesamt füge sich das neue Viertel „in seiner städtebaulichen Struktur“ gut in die Wohngebiete Zaunswinkel, Berliner Viertel und die Landschaft im Süden ein, loben die Gutachter.

 Der Entwurf von Thomas Schüler Architekten sieht in Anbindung an die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Ausgleichsfläche einen Dorf-Anger vor.
Der Entwurf von Thomas Schüler Architekten sieht in Anbindung an die in Nord-Süd-Richtung verlaufende Ausgleichsfläche einen Dorf-Anger vor. Foto: Thomas Schüler/Thomas Schüler Architekten

Zentrales Element der Freiraumplanung ist der grüne Anger, der „naturnah“ mit Obstbäumen gestaltet sein sollte und damit den Wegfall der Streuobstwiesen kompensieren soll. Beim Bürger-Workshop zu dem Thema im Januar hatten sich viele Teilnehmer für einen Ersatz der Streuobstwiese südlich des Kleingartengeländes Grüner Grund ausgesprochen.

Der Anger soll als zentraler Platz für Begegnung und Kommunikation „Spielflächen für alle Generationen bieten“. Eingerahmt wird er im Süden von Kita und Schule, im Norden durch zwei bis viergeschossige Wohngebäude. Den östlichen Rand des zentralen Quartiersplatzes soll ein Solitärgebäude bestimmen, in dem sich im Erdgeschoss ein kleiner Laden für die Nahversorgung befinden könnte. Der Anger bildet gemeinsam mit dem bestehenden in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Grünzug ein „grünes T“. Dieser einmal als Ausgleichfläche angelegte Grünstreifen soll eine neue Wegverbindung in die Innenstadt aufnehmen. Nördlich an den Anger schließen sich sogenannte Wohnhöfe an, die „wie kleine dorfähnliche Einheiten“ wirken sollen, sie können aus unterschiedlichen Gebäudetypen bestehen. Sie gruppieren sich jeweils um kleine Nachbarschaftsplätze und Spiel- und Kommunikationsflächen. Insgesamt soll die Dichte der Wohnbebauung zu den Rändern hin abnehmen.

Das Freiraumkonzept mit seinem Gerüst „aus grünen Fugen und Fingern“ kam bei den Gutachtern gut an. „Es bietet eine attraktive, nahezu störungsfreie Durchquerung des gesamten Gebietes für Fußgänger und Radfahrer“, heißt es in der Beurteilung.

Erschlossen wird das Quartier über eine zentrale Zufahrt über die neue Nord-Süd-Spange, von wo aus zunächst die Flächen für das Mischgebiet (Wohnen und Arbeiten) angebunden werden. Diese Baufelder sollen durch hochwertige Architektur einen Auftakt zum Quartier bilden. Anders als von der Verwaltung vorgegeben, endet die Erschließungsstraße Im Pfingsterfeld kurz nach dem Mischgebiet und wird dort als Fuß- und Radweg weitergeführt. Die Haupterschließung biegt von dort nach Norden ab und wird bis zum mittigen Quartiersplatz geführt. Von dort erschließen verkehrsberuhigte Wohnwege die Wohnhöfe. Indem sie als Sackgassen angelegt sind, kommt es hier nicht zu Durchgangsverkehr. „Der bisherige Feldweg wird als Fuß- und Radwegeachse erhalten, auf der man weitgehend autofrei zur Bürgerwiese gelangen kann“, so die Architekten. Entlang des Weges sollen kleine Plätze zum Aufenthalt einladen, von denen die Menschen den Ausblick auf die Natur genießen können.