Monheim Pfingsterfeld: Bürger wollen Streuobstwiese

Monheim Pfingsterfeld : Pfingsterfeld: Bürger wollen Streuobstwiese

Drei Architekturbüros haben ihre Pläne fürs Wohnen im Monheimer Süden vorgestellt.

Das Gelände für Wohnraum wird knapp in Monheim. Das „Pfingsterfeld“ zwischen Kleingartenverein Grüner Grund und Heinrich-Häck-Stadion ist eine der wenigen Freiflächen, auf denen in absehbarer Zeit noch Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen. 30 Prozent der Wohnungen sollen „preisgedämpft“ sein. Obwohl das Projekt noch in den Windeln liegt – „es wird noch vier bis fünf Jahre bis zum Baubeginn dauern“, so Thomas Waters, Leiter des Bereichs Stadtplanung und Bauaufsicht, werden die Bürger frühzeitig in die Entwicklung einbezogen.

Am Donnerstagabend saßen viele Anwohner im Ratssaal, um sich die Bebauungsvorschläge von drei Architekturbüros anzuhören. Dies vorab: Ehe gebaut werden kann, muss die Nord-Südspange fertig sein. „Wir wollen keinen Durchgangsverkehr im Bestandsbau“, betonte Waters. Und die Hochspannungsleitungen müssen weg sein. Das wird dauern.

Ganz zum Bedauern eines Düsseldorfers, der beim Fragepart des „Bürgerschaftsabends“ durch den Ratssaal ans Mikro stürmte, nur um zu erfahren, wann er denn endlich nach Monheim ziehen könne. Die Wartezeit war ihm offenbar zu lang. Vielleicht lässt er sich auf aktuelle Neubaugebiete ein. „Eigentlich müssten wir mittelfristig 1000 Wohnungen schaffen. Erst einmal können wir nur einen kleinen Teil beitragen“, so Waters. „Wenn wir so viele neue Arbeitsplätze schaffen, müssen wir auch Wohnraum vorhalten.“

Die Wohneinheiten, die in Reihenhäusern, Reihenkettenhäusern, drei- bis höchstens viergeschossigen Mehrfamilienhäusern, Stadtvillen sowie Wohngebäuden mit Kleingewerbeeinheiten entstehen sollen, schwanken je nach Architekturbüro zwischen 200, 273 und 328. Dass angesichts der Wohnungsknappheit auf den 11,5 Hektar Land möglichst verdichtet gebaut werden muss, zweifelte niemand im Saal an.

Ganz charmant fanden einige Anwesende den Plan des Büros Konrath und Wennemar aus Düsseldorf, das schon für die „Rheinkiesel“ an der Krischerstraße verantwortlich zeichnet, einen „grünen Saum mit hoher Aufenthaltsqualität“ um die einzelnen Siedlungsbereiche zu schaffen. So soll zumindest teilweise die zum großen Teil schwindende Streuobstwiese, auf die viele Monheimer Wert legen, ersetzt werden. Eine Mitte zum Treffen, kleine Kommunikationsplätze eventuell mit Eisdiele oder Café, ausreichend Rad- und Fußwege in direkter Anbindung zur Innenstadt, genügend Parkraum – diese Aspekte sind in allen Architektenplänen vorhanden. Sowie das optimale Einfügen in den Bestand.

Im Wesentlichen unterscheiden sich die drei Vorschläge hauptsächlich in der Verkehrsführung vor allem innerhalb des neuen Baugebietes. Soll es eine Verkehrsschlaufe oder eher Sackgassen geben? Soll die Straße am Pfingsterfeld als halbseitige Allee angelegt werden? Soll sie verkehrsberuhigt werden? Sollen die Autos möglichst frühzeitig von der Nord-Süd-Spange kommend in das Wohngebiet geführt werden? – diese Fragen müssen beantwortet werden.

10 000 Quadratmeter sind für die kommende zweizügige Grundschule mit Option zur Dreizügigkeit und die Kita vorgesehen. Sie stellen wegen des erhöhten Autoverkehrs Anforderungen an die Planer. „Sie wissen ja, dass Eltern, die ihre Kinder bringen, gerne zu Formel-1-Fahrern werden und alle über den Haufen fahren“, so die Ängste eines Bürgers von der Nikolaus-Kopernikus-Straße.

Natürlich legt die fahrradfreundliche Stadt großen Wert darauf, dass die Kinder demnächst hauptsächlich gefahrlos mit dem Rad zu Schule kommen können. Ob denn wirklich auch ein durchgehender Radweg aus der Neubausiedlung bis zum Mona Mare geplant sei, beantwortete Waters eindeutig mit: „Ja, das kann ich mir nicht anders vorstellen. Da muss man sofort mit anfangen. Dafür plädiere ich stark.“
Neben der künftigen Verkehrsführung interessierte der Erhalt ausreichender Grünflächen und Bäume. „Durch die Rodungen im Berliner Viertel ist es im Sommer viel wärmer geworden“, warnte jemand. Die Kleingärtner wünschen sich zu ihrem Gelände hin niedrige Bauten. „Wir möchten nicht, dass man von oben unsere Gärten einsieht“, sagte eine Frau.