Monheim: Monheim organisiert Fest gegen Anti-Moschee-Demo

Monheim: Monheim organisiert Fest gegen Anti-Moschee-Demo

Am Samstag wollen Islamgegner demonstrieren. Stadt, Muslime, Kirchen und Vereine halten feiernd dagegen.

Die Stadt Monheim möchte Flagge zeigen: Sie möchte möglichst auf breiter Front sichtbar machen, dass die Monheimer tolerant und weltoffen sind und für ein friedliches Miteinander der verschiedenen Religionen und Kulturen eintreten. Der Hintergrund: Die "Bürgerbewegung Pax-Europa (BPE)" hat für kommenden Samstag für die Fläche zwischen Busbahnhof und Monheimer Tor eine Demo angemeldet. Die Versammlungsbehörde des Kreises Mettmann hat die "vierte BPE-Aktion zum Ditib-Moscheeprojekt in Monheim", wie sie die Demo auf ihrer Homepage nennt, genehmigt. Als Hauptredner kündigt der Verein den Blogger Michael Stürzenberger an, der seit 2013 vom bayerischen Verfassungsschutz beobachtet wird und schon mehrfach wegen seiner islamfeindlichen Äußerungen vor Gericht stand - aber nach einer Verurteilung meist in zweiter Instanz freigesprochen wurde. Zuletzt hat er sich vor dem Amtsgericht Duisburg eine Geldstrafe von 2400 Euro wegen Volksverhetzung eingefangen.

"Nachdem wir vergangene Woche erfahren haben, dass dieser Rechtsextremist hier auftreten will, haben wir im Hauptausschuss mit allen Parteien vereinbart, dass wir Monheim nicht zum Agitationsgebiet werden lassen. Das hat eine andere Qualität als die bisherigen Flugblätter-Aktionen von Pax Europa", erklärt Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Die Parteien üben hiermit auch den Schulterschluss mit dem Bürgermeister, der von dem Verein BPE beschuldigt wird, sich "beharrlich einer öffentlichen Auseinandersetzung mit inhaltlichen Fragen rund um Ditib als Bauherrn" zu widersetzen. "Hier geht es nicht mehr um die Grundstücke, sondern um Grundsatzfragen wie Religionsfreiheit und ein friedliches Miteinander", betont Zimmermann. Die bürgerliche Mehrheit in Monheim solle daher nicht schweigen, sondern durch ihre Anwesenheit zeigen, auf welcher Seite sie stehe. Die Stadt lädt daher für Samstag von 11 bis 15 Uhr zu einem "Fest der Toleranz" auf der Krischerstraße zwischen Lindenstraße und Gartzenweg ein.

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Die Vertreter der beiden christlichen Kirchengemeinden sowie Fouzia El Jaouhari, die stellvertretende NRW-Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, werden sich zu Wort melden. Ab 12 Uhr treten auf der Bühne die "Backbeats" (ohne Sascha) auf, die bekannteste Rockabilly-Band Deutschlands. Außerdem werden die Parteien, die Sportvereine, die Freiwillige Feuerwehr, der Arbeiter-Samariter-Bund und das Beratungscentrum mit ihren Ständen und Mitmachaktionen eine "Meile der Toleranz" bilden.

Das Ulla-Hahn-Haus organisiert ab 13 Uhr eine Aktion, bei der 1000 Heliumballons mit der Aufschrift "Monheim - 100 Prozent Stadt für alle" mit Karten auf die Reise geschickt werden sollen, teilt Stadtsprecher Norbert Jakobs mit. Die Festteilnehmer können diese zuvor mit ihren individuellen Gedanken zum Thema Toleranz beschriften. Das Sojus 7 wird die Bühne anschließend mit lokalen Bands und Künstlern bestücken, die bis etwa 15 Uhr Programm machen werden.

Ratssaal und Rathauscenter sollen mit großen Bannern behängt werden, auf denen die Schriftzüge "Die Würde des Menschen ist unantastbar" und "Monheim am Rhein zeigt Flagge für Toleranz und Miteinander" zu lesen sein soll.

(RP)