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Monheim Nils Wadenpohl leitet neuerdings das Eki-Haus. Er will den Menschen im Berliner Viertel politische Teilhabe nahebringen.

Monheim Mehrgenerationenhaus : Eki-Haus setzt sich für Demokratie ein

Nils Wadenpohl ist neuer Kordinator im Eki-Haus. Nachdem Corona den Betrieb lange lähmte, will er nun viele Angebote wiederbeleben und das neue Programm „Demokratie leben“ umsetzen. Es soll zu politischer Teilhabe vor Ort ermuntern.

Der Monheimer Nils Wadenpohl ist seit November 2021 Koordinator im Mehrgenerationenhaus (MGH) der evangelischen Kirche. Seine Vorgängerin Katrin Vinnicombe wollte sich beruflich neu orientieren. Die damalige Koordinatorin war gerade dabei, das Angebot des MGH Monheim unter dem Titel „Demokratie leben“ thematisch auszuweiten – dazu sollte auch der städtische Zuschuss erhöht werden –, als die Corona-Pandemie den Betrieb bis August 2021 weitgehend lahmlegte. Gerade das Thema Demokratieförderung habe ihn besonders angesprochen, sich zu bewerben, sagt der Politikwissenschafter, der zuletzt in Wuppertal am Institut für Demokratie- und Partizipationsforschung gearbeitet hat. Das Monheimer MGH nimmt an dem entsprechenden Bundesprogramm MGH des Bundesamtes für Familie und zivilrechtliche Aufgaben (BAFZA) teil und erhält dafür einen jährlichen Zuschuss von 40.000 Euro. „So habe ich bis 2028 Planungssicherheit“, sagt Wadenpohl.

Mit seinen niedrigschwelligen Angeboten zur politischen Bildung will er vor allem Menschen aus dem Berliner Viertel ansprechen. Er will  eine Demokratiewerkstatt etablieren, die dann alle zwei bis drei Monate tagt. Dabei will er Experten der Landeszentrale für politische Bildung heranziehen, um den Menschen Politik mit ihren Bezügen zu ihrem eigenen Leben vor Ort nahe zu bringen. Etwaige Themen können sein: Wie funktioniert unser Gemeinwesen? Wie kann ich daran teilhaben? Was haben wir mit Europa zu schaffen? Auftakt sollen die diesjährigen  Landtagswahlen sein. Ihn motiviert dabei die Sorge „dass die Demokratie auch in Deutschland akut gefährdet ist. Sie leidet unter einem Vertrauensverlust und einem Glaubwürdigkeitsproblem. Ich möchte den Menschen vermitteln, dass es aber auch  Einflussmöglichkeiten gibt“, sagt Wadenpohl.

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Da er sich bewusst ist, dass hier, im Berliner Viertel, auch einige Schwellenängste zu überwinden sind, will er auf persönliche Ansprache setzen. Er sei dabei auf die Kooperation mit anderen Institutionen, Vereinen, wie der Moschee-Gemeinde, und mit der Stadt angewiesen. „Es wäre schön, wenn wir hiermit viele Menschen erreichen könnten.“ Mit dem Café „Frauen der Welt“ verfügt das MGH schon über einen sicheren Anker im Viertel, die Teilnehmerinnen des Frühstücksangebots könnten als Multiplikatoren wirken. In dieser Woche soll das Angebot wieder aufgenommen werden, das angesichts der sich ständig ändernden Coronaschutz-Vorgaben zuletzt nicht mehr organisiert wurde. Wadenpohl möchte auch die Vortragsreihe wiederaufleben lassen, etwa über das Thema Frauen in Gesellschaft und Politik.

Auch der Nachbarschaftshilfe „Hand in Hand“ will er neues Leben einhauchen. Es gebe zwar noch einen Kern von Personen, die Gesuche einstellen und Dienstleistungen anbieten, aber auch hier habe Corona die weitere Verästelung des Netzwerkes gekappt. Da im Mittelpunkt der Arbeit im Eki-Haus die intergenerative Arbeit steht, hat er ein neues Projekt in Kooperation mit der Caritas und dem Louise-Schröder-Haus der Awo angestoßen – zum Thema Nachhaltigkeit: „Was können wir Jüngeren von den älteren Menschen lernen?“ Hier trifft die Wegwerf-Gesellschaft auf die Angehörigen nach Nachkriegsgeneration, die selber noch Hunger und Armut erlebt haben und zu Sparsamkeit im Umgang mit Dingen erzogen wurden.  Am 8. Februar findet im Awo-Haus ein Ideenworkshop als Auftakt-Veranstaltung statt. „Mit dem Thema sollen alle Lebensbereiche, wie Kleidung, Nahrung, Körperpflege, Energie und Mobilität abgedeckt werden“, sagt der 34-Jährige. Als natürliche Kooperationspartner hat er die Fair Trade AG am Otto-Hahn-Gymnasium ins Auge gefasst. Eine mögliche Projektidee, die daraus hervorgehen könnte, sei ein Reparatur-Café. Oder eine Bibliothek der Dinge, also eine Ausleihstation für Alltagsgegenstände, dafür bräuchte er allerdings Lagerfläche.