Monheim: Neugründung von Gesamtschule statt Umwandlung von Sekundarschule

Monheim: Gesamtschule wird neu gegründet

Die Stadt Monheim ging irrtümlich davon aus, die Sekundarschule einfach umwandeln zu können.

In Monheim, einer Stadt, in der 21 Prozent der Kinder in Hartz-IV-Familien leben, machen mehr Schüler das Abitur als im Landesdurchschnitt, nämlich 50 Prozent (2016). Genug Potenzial also, um  eine dritte Oberstufe in Form einer zweiten Gesamtschule zu bilden, findet Bürgermeister Daniel Zimmermann. Im Juli verkündete er deshalb, dass die Sekundarschule in eine Gesamtschule umgewandelt werden solle. Dann wäre den Schülern ein kontinuierlicher Übergang in die eigene Oberstufe gewährt worden. Aber aus der Kontinuität wird nichts.

Eine Umwandlung  geht aus schulrechtlichen Gründen nicht, heißt es aus der Bezirksregierung. „Weil die Sekundarschule bereits voll ausgebaut ist. Im Sommer wurde der erste 10. Jahrgang entlassen. Somit kann sie nicht umgewandelt werden“ erklärt Sprecherin Silke Schirmer. Folglich wird die Sekundarschule auslaufen, während die neue Gesamtschule sukzessive aufgebaut wird. „Wir hatten die Hoffnung, dass die Schulgemeinde erhalten werden könne“, sagt Peter Heimann, Leiter des Bereichs Schule und Sport.

„Wir werden eine ähnliche Situation haben wie bei unserer Gründung, als Real- und Sekundarschule unter einem Dach nebeneinander existierten“, sagt Petra Pesch, Leiterin der Sekundarschule. Und dies, obwohl noch vor ein, zwei Jahren eine Umwandlung möglich gewesen wäre. Sie bedauert, dass ihre Schüler jetzt wieder Bestandteile eines Auslaufmodells sind. Im Kollegium herrsche Unsicherheit. „Da die Sekundarschule noch sechs Jahre bestehen wird, werden die Lehrerinnen und Lehrer sukzessive versetzt werden – entweder an die neue Gesamtschule oder an andere Schulen“, erklärt Schirmer das Verfahren.

  • Neuss : Schulentwicklung auf dem Prüfstand

Noch vor den Sommerferien hat sich eine Konzept-Arbeitsgruppe unter der Leitung von Heinz  Gniostko gebildet, erklärte Simone Feldmann im Schulausschuss. Gniostko war vor sechs Jahren noch als Leitender Regierungsschuldirektor bei der Bezirksregierung Düsseldorf mit Schulentwicklung befasst gewesen und hatte die Gründung der Sekundarschule konzeptionell begleitet. Inzwischen ist er Dozent an der Universität Duisburg-Essen (Bildungswissenschaften mit dem Lehrschwerpunkt Schulentwicklung) und am Green Institut Rhein Ruhr tätig, das ebenfalls an der Neukonzeption der zweiten Monheimer Gesamtschule beteiligt ist, ebenso wie der reformpädagogische Schulverbund „Blick über den Zaun“ aus Hamburg.

Die Arbeitsgruppe soll das Rahmenkonzept entwickeln, das dann Grundlage des Schulprogramms wird, so Feldmann.  Sie wird die Leitideen formulieren, die Schwerpunkte und die Profilierung festlegen, Aussagen zur Unterrichtskultur und -organisation treffen. In Kooperation mit dem Schulträger der Bezirksregierung habe man beschlossen, im November einen Antrag auf Neugründung einer Gesamtschule zu stellen.  „Der soll am 9. November eingereicht werden“, erklärte Feldmann. Daher müsse der Schulausschuss in einer Sondersitzung am 8. November das  bis dahin eingebrachte Rahmenkonzept und die anlassbezogenen Schulentwicklungsplanung absegnen, mit der die Stadt nachweisen will, dass die künftige Schule über die Mindestzahl an Schülern, nämlich 100 im ersten Jahrgang, verfügen wird  – und das für die nächsten fünf Jahre. Dann soll auch der formelle Beschluss für die Neugründung geschaffen werden.