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Monheim Neuer Pfarrer startet mit Osteraktion

Monheim Gemeinde : Neuer Pfarrer startet mit Osteraktion

Malte Würzbach hat die Nachfolge von Pfarrer Peter Becker in der evangelischen Gemeinde Baumberg angetreten und bringt Ideen mit.

Malte Würzbach (30) ist Pfarrer in der evangelischen Gemeinde Baumberg. Seit April. Er hat die Nachfolge von Peter Becker angetreten, der im Herbst 2018 in den Ruhestand gegangen ist. Und er hat gleich eine pfiffige Osteraktion gestartet, die in Zeiten von Corona den Menschen Hoffnung bringen soll, auch wenn sie sich wegen des Coronavirus nicht treffen dürfen.

Ab sofort können Baumberger dabei selbst zu Hoffnungsbringern werden. Und das geht so: Vor der Tür der Friedenskirche, Schellingstraße 13, liegen Kieselsteine. Baumberger sind eingeladen, sich einen oder mehrere Steine mit nach Hause zu nehmen und diese mit wasserfester Farbe nach eigenem Geschmack zu bemalen und sie irgendwo im Stadtgebiet abzulegen.

„So entsteht ein Stein, der Hoffnung versprüht“, sagt Pfarrer Würzbach. Auf die Rückseite des Steins sollte der Vers geschrieben werden: „Weil Gott stärker ist! Stein bitte zur Friedenskirche bringen“. Bis zum Karsamstag, 11. April, können Finder ihn zur Friedenskirche zurückbringen und ihn in eine vorgezeichnete Form legen, sodass am Morgen des Ostersonntags ein Symbol aus bunten Steinen erkennbar wird. „Es ist eine Kreuzform“, erläutert Würzbach.

An den Ostertagen können Bürger und/oder Gemeindeglieder dann kommen und sich einen Hoffnungsstein mit nach Hause nehmen, der ihnen besonders gut gefällt. „Je mehr mitmachen, desto bunter, besser und hoffnungsvoller wird die Aktion“, wirbt der junge Pfarrer für seine Osteraktion in Zeiten der Coronakrise, die er sich bei der Landeskirche in Norddeutschland abgeguckt hat.

Die Symbolik des Steins erklärt Würzbach mit einer Stelle aus der Bibel: „Als Jesu Jüngerinnen am Ostermorgen zu seinem Grab gehen, um seinen Leichnam zu salben, finden sie den Grabstein weggerollt. Jesus ist von den Toten auferstanden. Er hat den Tod besiegt und gezeigt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.“ So sei der weggerollte Stein zum Symbol dafür geworden, dass Gott stärker ist als der Tod, ein Hoffnungszeichen, das auch in Zeiten, wo das Corona-Virus ängstigt, Mut machen kann.

In der evangelischen Gemeinde Monheim ist Würzbach nicht ganz unbekannt. Er hat sein zweijähriges Vikariat (Pfarrer in Ausbildung) in Hitdorf absolviert, das ebenso zum evangelischen Kirchenkreis Leverkusen gehört wie Langenfeld und Monheim.

Würzbach hat die Pfarrwohnung an der Schellingstraße 13 bezogen. „Ungewohnt groß“ findet er sein neues Heim noch. Der lebhafte junge Mann wird es mit Leben füllen, obwohl der Zeitpunkt seines Einstiegs denkbar ungünstig ist. „Bisher kenne ich fast nur die Stimmen der Menschen, mit denen ich in der Gemeinde zu tun habe“, sagt er bedauernd, freut sich aber umso mehr darauf, alle persönlich, von Angesicht zu Angesicht kennenzulernen.

Den Weg ins Pfarramt hat der gebürtige Wuppertaler – „besser Ronsdorfer“ – auf Umwegen gefunden. Seine Eltern waren engagiert in Kirche und CVJM. „Ich bin selbst auch gern in die Kirche gegangen“, berichtet er. Auch im Abi habe er Religion gewählt. Doch Pfarrer wollte er deswegen noch lange nicht werden und hat erst einmal eine Bachelor-Abschluss in Psychologie gemacht. „Doch das war es nicht“, sagt er. Ebensowenig hat er sich nach einem Praktikum eine Zukunft als Radio-Journalist vorstellen können. Also doch Lehramt? Kurzfristig: Ja. Doch dann, auch nach der Erkenntnis, dass Glaubenszweifel erlaubt sind, hat er sich fürs Pfarramt entschieden und bringt jetzt frischen Wind nach Baumberg. Seine ersten 100 Tag beschreibt er in einem Face-Book-Blog.