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Monheim Neue CDU-Ratsfrau scheut Konflikte nicht

Monheimer Stadtrat : Neue CDU-Ratsfrau scheut Konflikte nicht

Die Peto hat ihre absolute Mehrheit im Rat bei der Kommunalwahl verteidigt, doch die Opposition ist gewachsen. Die Ausschüsse sind neu zugeschnitten.  Es sind mehr Frauen dabei – als Vorsitzende und Sprecherinnen.

Die neue Ratsfrau der CDU kommt flott daher. Dr. Angela Linhardt (51) ist promovierte Physikerin mit Zusatzstudium „gewerblicher Rechtsschutz“ und arbeitet seit mehr als 20 Jahren bei Bayer in der Patentschutzabteilung. Seit 2012 lebt sie mit ihrer Familie in Monheim und engagiert sich  in der CDU. Jetzt ist sie Sprecherin in den  Ausschüssen Inkluso (Inklusion, Soziales, Ordnung)  sowie   Schule und Sport.

„Ich lerne viele neue Dinge kennen“, sagt Linhardt. Etwa die Strukturen der Verwaltung, der politischen Gremien und andere Menschen. „Viele hätte ich sonst gar nicht getroffen“, sagt sie. Außerdem gefalle es ihr, über Lösungsmöglichkeiten zu diskutieren. „Konfliktbereit muss man da schon sein.“ Doch dafür ist sie gestählt. „Wenn Teenager fragen stellen, dann geht es richtig rund“, sagt sie mit Blick auf ihre drei Söhne. „Das stärkt auch für die Ratsarbeit.“

Ihre ersten Ausschüsse hat die CDU-Ratsfrau souverän absolviert. „Ich setze auf gute Vorbereitung und sachgerechten Austausch“, sagt sie. Nur dann können sinnvolle Lösungen gefunden werden. Das setzt sie konsequent um. Wichtig im Umgang sei ihr, Person von Funktion und Sache zu trennen. Schließlich habe jeder seine Rolle und die müsse er oder sie annehmen – sowohl in der Regierung als auch in der Opposition. Bei soviel Klarheit und Realitätssinn muss viel passieren, um Linhardt aus der Ruhe zu bringen. „Die Peto kann mit ihrer Mehrheit unsere Vorschläge alle ablehnen“, sagt sie. „Unsere Rolle ist es deshalb, zusätzliche Infos und Alternativen zu liefern und mehr Transparenz herzustellen.“

Darüber hinaus ist die CDU-Frau bei den Monheimer Lions engagiert. Da trifft sie auch Politiker und Politikerinnen anderer Parteien und tauscht sich aus. Für ihre Arbeit im Monheim hat sie sich vorgenommen, mehr für Senioren in der Stadt zu tun. Vor allem das Thema Kurzzeitpflege will sie weiter verfolgen. Auch wenn dies Sache des Kreises sei, so beziehe dieser wiederum seine Informationen aus den jeweiligen Verwaltungen.  Nachzulesen im Pflegeplan des Kreises. „Die Zahlen stimmen mit unseren Recherchen nicht überein“, sagt Linhardt. Ein zweites, wichtiges Thema ist aus ihrer Sicht der Klimawandel. „Dafür müssen wir unsere Stadt fit machen“, sagt die Politikerin, die selbst ein Elektroauto fährt und mehr öffentliche Ladesäulen vermisst. „Die Wenigen  sind meist besetzt.“

Zuhause gibt es für Linhardt viel Unterstützung. „Mein Mann und ich teilen die Aufgaben daheim“, berichtet sie. Denn die Arbeit im Rat und seinen Ausschüssen sei schon aufwändig. „Aber diese Lebensphase passt gerade, um ein solches Mandat anzunehmen.“

Geboren ist Linhardt in Bad Honnef, in Sichtweite zum Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf. „Dort habe ich schon früh Führungen gemacht“, sagt sie und erklärt damit auch ihren Weg zur CDU. „Als Schülerin habe ich mich in der Jungen Union engagiert, während des Studiums weniger.“ Erst 2003 ist sie in die CDU eingetreten. „Da war ich aber nur Mitglied.“

Denn die Familie, die sie neben ihrer Teilzeitarbeit gemanagt hat, hat sie beansprucht. Jetzt, wo ihre drei Söhne älter sind, hat sie mehr Zeit. „Peter Kreuer hat mich seinerzeit ermuntert, mich in der CDU Monheim zu engagieren“, sagt sie. Das sei eher ein Zufall gewesen. Seither hat sie Arbeitskeise betreut, Polittalks organisiert oder Rundgänge „vor Ort“. „Das förderale System funktioniert nur, wenn man sich engagiert“, beschreibt die Christdemokratin ihre demokratische Überzeugung.

Für Markus Gronauer, Fraktions-Chef der CDU Monheim, ist  Linhardt eine Bereicherung. „Sie ist gut vorbereitet und bringt das locker rüber.“ Beide  setzen stärker auf die Dinge, die den Alltag  der Bürger verbessern, als auf Leuchtturmprojekte.