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Monheim Naturschützer kämpfen für Bäume am Monheimer Tor

Protest : Naturschützer kämpfen für Bäume am Monheimer Tor

Fast 1000 Unterschriften hat der Naturschutzbund gegen den „Kahlschlag“ gesammelt. Auch am Samstag war er aktiv. Die großen Bäume seien ja nicht nur Klima-Verbesserer, sondern auch ein Lärm- und Staubschutz für die Häuser gegenüber dem Monheimer Tor, so der Nabu.

„Ich muss weg“ – 50 alte Eichen am Monheimer Tor verkünden derzeit ihr Schicksal auf einem DIN A4-Blatt an ihrer Rinde. Urheber ist der Naturschutzbund (Nabu), der am Samstag mit einem Infostand auf „den bevorstehenden Kahlschlag“ aufmerksam machte. In einer offenen Online-Petition hat der Nabu seit Juni 970 Unterschriften gegen das Fällen der Bäume wegen der neuen Verkehrsführung gesammelt. Darunter auch die von CDU-Ratsherr Markus Gronauer. „ Ich unterstütze einen Antrag im Parlament, wenn sich genügend andere Vertreter anschließen“, so sein Statement unter der Petition.

Am Samstag sammelte der Nabu an seinem Stand noch einmal rund 20 Unterschriften für den Erhalt der Bäume. „Es geht uns heute darum, auch ältere Menschen zu erreichen, die nicht im Internet unterwegs sind. Wir bieten ihnen die analoge Variante der Unterschrift“, sagte Nabu-Mitglied Eva Stolz. „Viele Leute wissen einfach nicht, in welchem Umfang die Bäume hier weg sollen. Jetzt sehen sie es und sind entsetzt. Von 80 Bäumen bleiben noch 28 stehen. Eigentlich möchte hier heute keiner, dass die Eichen wegkommen. Viele haben aber resigniert und glauben, sie können eh nichts machen.“

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Der Nabu, sagt Stolz, finde zwar Vieles gut, was die regierende Peto macht, etwa mit Blick auf die Radwege und weniger Verkehr in der Innenstadt. „Aber der Umgang mit dem Grün im Stadtgebiet macht uns Sorgen. Zumal die Eichen nicht ersetzt werden.“ Die großen Bäume seien ja nicht nur Klima-Verbesserer, sondern auch ein Lärm- und Staubschutz für die Häuser gegenüber dem Monheimer Tor. „Wir müssen das Thema in die Politik tragen.“

Die Biologin Regina Wegener und die Agrarwissenschaftlerin Sabine Lorenz (Grüne) hatten bereits in den vergangenen Wochen eine Liste der Innenstadt-Bäume aufgestellt, deren Bestand schwindet. „Ob das Wäldchen am Mona Mare, die Bäume entlang der Sandstraße, Daimlerstraße und Opladener Straße, die großen alten Bäume am ehemaligen Krankenhaus und an der Lottenschule – sie alle mussten weg“, klagen Wegener und Lorenz.

In seiner Petition fordert auch der Nabu: „Wir wollen eine Planung mit den Bäumen am Monheimer Tor und nicht gegen sie.“ Die aktuellen Stadtplanungen hätten nur Wachstum um jeden Preis im Fokus, ohne Rücksicht auf die menschlichen Bedürfnisse nach einer wohnlichen Stadt in Zeiten des Klimawandels.