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Monheim Nach Ansicht der Stadt ist der Ganztag inzwischen die Regel.

Offener Ganztag : Ogata wird auf 90 Prozent-Quote ausgebaut

Irbit Ludwig, Leiterin Astrid-Lindgren-Schule, sieht Zukunft im rhythmisierten Ganztag. Ihre Schule arbeite bereits mit allen wichtigen Bildunginstitutionen in Monheim zusammen. Schüler, die mittags nach Hause gingen, verpassten auch Sozialkontakte.

Obwohl die Zahl der Grundschüler durch Zuzüge weiter zunimmt, will die Stadtverwaltung die Betreuungsquote im Offenen Ganztag im nächsten Schuljahr auf 90,9 Prozent (bisher 86,6 Prozent) anheben. Damit reagiere die Stadt auf die steigende Nachfrage, sagt André Betz, Abteilungsleiter Schulentwicklung im Bereich Schule. „Die Teilnahme am Offenen Ganztag wird zur Regel.“ Das gelte natürlich insbesondere für die Schulen mit einem rhythmisierten Ganztag, wie der Schule am Lerchenweg (im Vollausbau) und der Hermann-Gmeiner-Schule (im Ausbau), auch die Armin-Maiwald-Schule befinde sich derzeit in der Entwicklungsphase für ein solches Konzept. Während in der katholischen Winrich-von-Kniprode-Schule die zusätzlichen Bedarfe ( 212,5 Plätze) nur durch Notplätze gedeckt werden können, kann an der Lottenschule eine weitere Gruppe eingerichtet werden (150 Plätze bei 215 Schülern). Hier liegt die Anmeldequote mit knapp 70 Prozent am niedrigsten. An der Astrid-Lindgren-Schule wird die Betreuungsquote nach dem Umzug in den Schulneubau unwesentlich auf 78,5 Prozent ansteigen.

Die Schulleiterin Irbit Ludwig würde sich ebenfalls gerne auf den Weg zum rhythmisierten Ganztag machen. Erstens sei es schwierig, zwei Systeme, die Halbtags- und die Ganztagsschule nebeneinander zu führen, zweitens böte sich damit die Gelegenheit, die Kinder – abseits des Curriculums – entsprechend ihrer Neigungen und Talente zu fördern. „Und da wir ja schon mit allen wichtigen Bildungseinrichtungen in Monheim zusammenarbeiten, wo will man da mit den Kindern nachmittags noch hin?“ fragt sie. Etwas verpassen würden die Kinder dieser Befürworter der Halbtagsschule nur dann nicht, wenn die Eltern tatsächlich die Energie aufbrächten, für ihre Sprößlinge ein schön gestaltetes Freizeitprogramm auf die Beine zu stellen. Außerdem verpassten diese Kinder viele Sozialkontakte, denn die Freunde seien womöglich alle in der Schule. Also sei nicht mal ein Kumpel zum Spielen in Sicht. Aber sie räumt ein, dass sie das Ganztagsangebot an ihrer Schule noch Stück für Stück ausbauen wolle. Das Problem: dafür qualifiziertes Personal zu finden. „Man will ja nicht Hinz und Kunz auf die Kinder loslassen.“ Für viele Fachkräfte seien die Arbeitszeiten am Nachmittag nicht sehr attraktiv. Sie wolle auch daran arbeiten, die klassischen Hausaufgaben durch integrierte Lernzeiten zu ersetzen. „Hausaufgaben sind der Knackpunkt der Bildungsungerechtigkeit“, weil die vom Kind viel Verantwortungsbewusstsein verlangten. Viele Eltern könnten wegen Sprachbarrieren oder Zeitmangels nicht helfen, sagt Irbit Ludwig.