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Monheim Moschee am Mona Mare wächst

Monheim Moscheebau : Die Moschee am Mona Mare wächst

Vor vier Jahren hat die Stadt Monheim mit den beiden Moscheevereinen die Verträge über Grundstück und Neubau ihrer Gotteshäuser geschlossen.

Das Medieninteresse war gewaltig. Je nach politischer Ausrichtung hagelte es Kritik oder Lob für Monheims Bürgermeister, der mit beiden Moscheevereinen Verträge (siehe Box) geschlossen hat, um ihnen den Bau neuer Moscheen zu ermöglichen. Beide Vereine sollen mit finanzieller Unterstützung der Stadt in Höhe von insgesamt rund 850.000 Euro aus ihrer Hinterhofsituation heraus, so das Ziel. Die Wogen haben sich inzwischen geglättet, und die Vereine arbeiten an der Umsetzung.

Die türkische Osman-Gazi-Moschee Monheim steht noch an der Niederstraße. Parallel dazu baut die Gemeinde, zu der etwa 450 bis 500 Familien gehören, neu. Neben dem Mona Mare entsteht gerade der Rohbau für das neue Gebetshaus der türkischen Muslime. „Das Geld dafür ist da“, sagt Ramazan Akcora, Vorsitzender des Monheimer Moscheevereins, gesammelt bei den Mitgliedern der Gemeinde, unterstützt vom Dachverband Ditib.

Im Mai 2018 gab es den ersten Spatenstich. Dann hat die Baustelle lange geruht. Inzwischen ist etwa ein Drittel des Untergeschosses ausgebaut. Jetzt, nachdem ein Statiker geprüft hat, kann es weitergehen. „Der Beton wird jetzt gegossen“, sagt Akcora. Bis zum Jahresende soll der Rohbau nun stehen, angepeilt war ursprünglich der Sommer dieses Jahres. Steht der Unterbau, soll die Baugenehmigung für das komplette Gebäude kommen.

Im Untergeschoss sollen Sozial- und Schulungsräume sowie ein Mehrzweckraum entstehen. Das Erdgeschoss wird der Gebetsraum für Männer. Frauen beten im Zwischengeschoss. Zwei 25 Meter hohe Minarette werden parallel gebaut. Die Verzögerung im Ausbau begründet Akcora damit, dass die Planungen von Ehrenamtlern gemacht würden. „Wenn es jetzt keine Lieferschwierigkeiten wegen Corona gibt, sollte es mit dem Rohbau bis zum Jahresende aber klappen“, hofft der Vorsitzende des Moscheevereins. Er bedauert, „dass wir in Zeiten von Corona nicht aktiv für den Moscheebau sammeln können“.

2016 hat die Stadt Monheim mit dem Moscheeverein einen Vertrag über das Grundstück geschlossen – nachdem die Überlassung des städtischen Grundstücks zu Protest in der Bevölkerung sowie bei SPD und CDU geführt hatte. 425.000 Euro hatte die Stadt dem Verein zum Erwerb des Grundstücks zur Verfügung gestellt. Die Baukosten bringt die Gemeinde über Spenden auf. 3,5 Millionen Euro Baukosten sind für die Ditib-Moschee veranschlagt. Das große Medieninteresse hatte dazu geführt, dass auch der Ditib-Dachverband die Projekte unterstützt. Die Ditib hatte gleich zwei Imame für den Monheimer Ortsverein abgestellt – einen für die Seelsorge, der andere begleitete den Vorstand auf seinen Sammeltouren durchs Land, um an die religiösen Pflichten der Gläubigen zu appellieren. Aktuell hat die Gemeinde übrigens eine deutschsprachige Theologin als „Imamin“, die für die Seelsorge zuständig ist, aber nicht in die Öffentlichkeit drängt.

 Said Talbi vom Vorstand des marokkanisch-arabischen Moscheevereins ist ebenfalls zuversichtlich, dass mit dem Bau der neuen Moschee bald begonnen werden kann. „Wir erwarten die Teilbaugenehmigung in Kürze. Dann bekommen wir auch das Grundstück“, sagt er. So sei es im Überlassungsvertrag festgeschrieben. Talbi geht davon aus, dass die Pläne genehmigungsfähig sind. „Sie haben Zeit gekostet“, sagt er. Er beschreibt die Pläne für das Gotteshaus als dezent. „Aber es wird erkennbar eine Moschee sein, ebenfalls mit zwei Minaretten.“ Letztere sollen nicht so hoch sein wie die der türkischen Ditib-Moschee.

Ein Grundstück auf dem ehemaligen Menk-Gelände an der Opladener Straße ist für den Moscheebau vorgesehen. Es gehört der Stadtentwicklungsgesellschaft. Aktuell hat die Masjid-Omar-Gemeinde an der Opladener Straße 129 ihr Domizil, in viel zu klein gewordenen Räumen. Rund 250 zahlende Mitglieder hat die Gemeinde. „Wir zahlen alles selbst“, sagt Talbi. Auch der Imam werde durch Spenden und Beiträgen finanziert.