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Monheim Monheimer steigen mit ihre Bürgerkarte in den  Bus

Monheim Gratis-Busse : Monheimer fahren jetzt gratis Bus und Bahn

Ab sofort zahlt die Stadt das Ticket für ihre Bürger. Es gilt bis Langenfeld und die S-Bahn zwischen Hellerhof und Langenfeld.

Karl-Heinz Schrieber hält den Brief mit der Bürgerkarte in den Händen. „Die ist am Freitag angekommen“, sagt er. Seine Frau habe ihre Karten gerade aktiviert. Detlef Hövermann, Chef der Bahnen der Stadt Monheim (BSM), nimmt sie im Infobus am Busbahnhof entgegen. „Funktioniert“, sagt er, und das Ehepaar aus Baumberg ist zufrieden. „Dann müssen wir ja jetzt nur noch einsteigen.“

Als eine der ersten deutschen Städte lässt Monheim seine Bürger im Stadtgebiet gratis Bus fahren. Die Verhandlungen mit den Verkehrsverbünden VRR und VRS nach dem Ratsbeschluss vom 10. Juli 2019 waren schwierig – aber laut Stadt erfolgreich. Die zu erwartenden jährlichen Kosten, die die Stadt beziehungsweise der Steuerzahler trägt, belaufen sich auf rund drei Millionen Euro pro Jahr. Das Gratis-Ticket ist in die Monheimer Bürgerkarte integriert. So wie die beiden Baumberger wollen einige Monheimer wissen, ob sie ihre Karte richtig freigeschaltet haben, um sie ab sofort als Ticket zu benutzen. Wer es nicht selbst zu erledigen vermag, kann die Hotline fragen, rät Hövermann. Er und Michael Hamann (BSM) haben die Technik schnell selbst noch einmal getestet, um sicherzugehen, dass zum Start des Gratis-Nahverkehrs alles klappt. „Die Lesegeräte funktionieren“, sagt Hamann. Ein grüner Pfeil erscheint im Display. Die Daten der Karte ploppen vorne beim Fahrer auf. Er kann dort den Namen des Karteninhabers, die Gültigkeit und die Reichweite ablesen.

Voreingestellt auf der Bürgerkarte ist die Zone A1_73, die in Monheim, in Langenfeld und bis zu den drei S-Bahnhaltepunkten Langenfeld, Berghausen und Düsseldorf-Hellerhof reicht. Wer weiter fahren möchte, kann zubuchen und sich das Monheimer Guthaben anrechnen lassen. „Doch aktuell können wir die Tickets gar nicht überprüfen“, sagt Hövermann, der sich für den Start des Gratis-Nahverkehrs andere Zeiten gewünscht hätte. Denn die Lesegeräte gibt es in den Bussen nur vorne, dort, wo aufgrund der Corona-Krise gar kein Einstieg erlaubt ist. Die Busse fahren ohnehin reduziert, ausgerichtet auf die Taktung der S 6, die in jede Richtung nur einmal in der Stunde fährt. 43 Busse sind aktuell nur unterwegs, 18 weniger als sonst. Bei einem Krankenstand von 30 Prozent (von 100 Fahrern) kommt das dem Monheimer Verkehrsbetrieb fast schon entgegen. „Aber keiner ist an Corona erkrankt“, sagt Hövermann. Lediglich ein Urlaubs-Rückkehrer sei vorsorglich in Quarantäne.

„Rund 45 Prozent aller Menschen sind Gelegenheitsfahrer, die sich Einzeltickets kaufen. Diese sind unsere Hauptzielgruppe, von der wir uns erhoffen, dass sie in Zukunft häufiger das ÖPNV-Angebot nutzen“, sagt Bürgermeister Daniel Zimmermann.