Monheim: Monheim: Mehr Hilfe für Flüchtlinge

Monheim : Monheim: Mehr Hilfe für Flüchtlinge

Die Stadt feilt an einem neuen Konzept für den Umgang mit Asylsuchenden.

Die Zahl der asylsuchenden Personen, die in Übergangswohnheimen leben, ist inzwischen auf 221 gestiegen. Ein Teil von ihnen lebt in dafür angemieteten Wohnungen im Berliner Viertel. Darunter sind auch 60 schulpflichtige Kinder, von denen nur 22 in die Schule gehen. Die Situation spitzt sich zu. Auch in der Nachbarschaft könnten Konflikte entstehen.

Um dieser Entwicklung vorzubeugen, will die Stadt Flüchtlinge enger betreuen. Eine Lenkungsgruppe koordiniert den Prozess. "Die Unterbringung von Asylanten ist ein schwieriges Thema", meint Friedhelm Haussels, Abteilungsleiter für sozialpädagogische Dienste im Rathaus. Die Skandale in Burbach und Essen seien mahnende Beispiele. "Wir wollen, dass es den Menschen gut geht, wenn sie hier ankommen."

Verwaltung, Beratungscentrum und der Katholische Verband für soziale Dienste (SKFM) haben dafür ein Konzept erarbeitet. Es sieht eine engmaschige sozialpädagogische Begleitung der Flüchtlingsfamilien vor. Hauptziele sind die Verbesserung der Willkommenskultur, schnellere und effiziente Unterstützung im Alltag, soziale Anbindung, Bildungsangebote in den Übergangswohnheimen und konsequentes Durchsetzen der Schulpflicht.

Gelingen soll dies mit verschiedenen Projekten. Sprachkurse, Freizeitangebote, Gesprächsgruppen, Feste, Netzwerkarbeit und Konfliktmanagement zwischen Bewohnern und Nachbarn zählen ebenso dazu, wie die gezielte Unterstützung schulpflichtiger Kinder. Die Stadt soll dafür eine Vereinbarung mit dem Beratungscentrum schließen und das Konzept mit rund 130 000 Euro pro Jahr vorerst bis 2018 finanzieren. Auch Fördertöpfe des Landes könnten angezapft werden.

Unmittelbar nach ihrer Ankunft sollen Flüchtlinge in ihre neue Situation eingeführt werden. Formelle sowie informelle Regeln des Zusammenlebens und Informationen zum Bildungs- und Gesundheitswesen sollen dabei vermittelt werden. Auch professionelle Hilfe bei Traumata ist geplant - und die Begleitung zu Behörden und Ämtern.

Der personelle Aufwand soll durch ein Netzwerk aufgefangen werden. In der gemeinsamen Sitzung von Jugendhilfe- und Bildungsausschuss gab es auch Bedenken im Bezug auf Konflikte im Umfeld der Wohnheime. "Akzeptanz ist ein wesentlicher Faktor für den Erfolg solcher Projekte", meint Peter Rischard aus der evangelischen Kirchengemeinde. Vor allem die Arbeit mit der Nachbarschaft stellt er sich schwierig vor. Ähnlich sieht es Jörg Schwenzfeier-Brohm von den Grünen, der sich eine stärkere Einbindung der Anwohner in die Planung wünscht. Laut Bürgermeister Daniel Zimmermann sind noch vor Weihnachten Gespräche mit den Anwohnern der Wohnheime an Nieder-, Rhenania- und Danziger Straße geplant.

(RP)