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Monheim: Markus Lüpertz bringt die Gänseliesel für das Rheinufer in Form

Kunstwerk : Markus Lüpertz bringt die Gänseliesel in Form

Der renommierte Künstler Markus Lüpertz arbeitet an einer Bronzeskulptur für das Monheimer Rheinufer. Dabei ließ er sich jetzt über die Schulter schauen.

Ein Eins-zu-eins-Abbild des Monheimer Stadtwappens wird diese Skulptur nicht. Aber das war nicht gewollt und schon gar nicht zu erwarten bei der Vergabe der Auftragsarbeit an Markus Lüpertz (77): fürs Monheimer Rheinufer ein Monument der Gänseliesel zu schaffen. Mit dem Beil und der Flex bearbeitet der zu den erfolgreichsten Künstlern der Gegenwart zählende Lüpertz gerade seine in Gips geschaffene Figur, als er sich von Fotograf Horst Ossinger über die Schulter schauen lässt.  In der Düsseldorfer Kunstgießerei Schmäke entsteht danach die Bronze-Skulptur für den Landschaftsbalkon an der Monheimer Straße. Wie das nebenstehende Bild zeigt, hält eine athletische Gänseliesel den Wappenvogel auf dem Arm. Keine Frage: Die Darstellung wird zur Diskussion anregen. Und das ist so gewollt.

Vor einem halben Jahr hatte der Stadtrat den Auftrag an den langjährigen Rektor der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf beschlossen. 700.000 Euro lässt sich Monheim dieses Kunstwerk kosten. Allein die CDU stimmte in der Oktober-Ratssitzung aus Kostengründen gegen dieses Vorhaben, das indes Peto, SPD, FDP und die Grünen mit klarer Mehrheit auf den Weg brachten.

 Die Gips-Skulptur "Gänseliesel" von Markus Lüpertz wird nach dem Bronzeguss am Rheinufer aufgestellt. Foto: Horst Ossinger/dpa
Die Gips-Skulptur "Gänseliesel" von Markus Lüpertz wird nach dem Bronzeguss am Rheinufer aufgestellt. Foto: Horst Ossinger/dpa Foto: Horst Ossinger

Der Kontakt zu Lüpertz kam über Monheims Stadtkämmerin Sabine Noll zustande, die Lüpertz noch aus dessen Zeit als Akademierektor kannte. Das Kunstwerk soll nach Angaben von Katharina Braun aus dem städtischen Kulturbereich drei Meter hoch werden und auf einer quadratischen Säule fünf Meter vor dem Landschaftsbalkon platziert werden. Der Fuß der Skulptur wird ungefähr einen Meter über dem Landschaftsbalkon stehen. Insgesamt erreiche das Monument so eine Höhe von 7,50 Metern. Ein Fachgutachter wird den Aufbau am Rheinufer planen und begleiten. Vorab waren statische Fragen und Anforderungen an den Hochwasserschutz zu klären.

Dass ein so namhafter Künstler wie Lüpertz bereit sei, eine Auftragsarbeit anzunehmen, sei eine große Chance. So hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) zu Beginn der Ratssitzung vor einem halben Jahr um Zustimmung geworben. Außerdem sei mit dem Motiv der Gänseliesel der örtliche Bezug sichtbarer als etwa beim umstrittenen Geysir des Künstlers Thomas Stricker.

Weil eine Vertagung im Raum stand, drängte Zimmermann in der Sitzung  auf eine schnelle Entscheidung, weil man den Künstler schon über die Sommerferien 2018 hingehalten habe. „Wir stehen da in Konkurrenz zu anderen Aufträgen“.