Monheim Markthändler müssen umziehen

Monheim : Markthändler ziehen im Februar um

Bauarbeiten blockieren den Monheimer Wochenmarkt. Erst auf Druck hin bietet die Stadt einen alternativen Standort an.

  Seit Juni wissen Markthändler und Marktgilde, dass wegen der Bauarbeiten an Heinestraße und Rathauscentern der Eierplatz als Standort wegfallen wird. „Dazu haben wir im Juni Gespräche mit der Stadt geführt, Alternativvorschläge gemacht. Die Verwaltung wollte diese prüfen“, berichtet Martin Rosmiarek, Prokurist bei der Marktgilde. Bis Mittwochmittag habe die Gilde dazu von der Stadt nichts gehört. „Auch nicht zu den Bauzeiten.“

Die Händler, die bei der Gilde unter Vertrag stehen, sind sauer. Sie fühlen sich vor vollendete Tatsachen gesetzt. Denn die Vorarbeiten an der Heinestraße für die Erneuerung der Kanäle haben bereits begonnen. Bagger und Bauzäune versperren einen Teil der Heinestraße.  „Schon jetzt steht uns nicht mehr der gesamte Platz zur Verfügung“, sagt Dietmar Kluth, der in der zweiten Generation seinen Marktstand zweimal in der Woche auch in Monheim aufstellt. Würde das Materiallager, wie er gehört hat, nun auf den Eierplatz verlegt, könnte er am kommenden Samstag schon nicht mehr verkaufen. Ähnlich geht es Ralf Tillmanns, der seinen Fisch mittwochs und samstags in Monheim anbietet. „Der Verdienstausfall läge bei 40 Prozent“, sagt er.

Ein Gespräch am Montag mit dem Citymarketing, so berichtet Tillmanns, sei ergebnislos verlaufen. „Wir hatten das Gefühl, keiner hat sich Gedanken gemacht über den Markt“, sagt er. „Und dabei ist Monheim nach Langenfeld der zweitgrößte Wochenmarkt in der Region“, betont er. Rund 50 Händler würden dort ihre Waren anbieten. „Da haben wir Alarm geschlagen und die Presse verständigt“, sagt Tillmanns, der über politische Erfahrung als langjähriger Ratsherr in Langenfeld verfügt.

Schon am Dienstagnachmittag meldet sich Bürgermeister Daniel Zimmermann von der Expo in München bei der RP. „Wir haben einen Alternativvorschlag“, sagt er und bringt den Parkplatz zwischen Eierplatz und Friedhof ins Gespräch. Es habe offenbar Kommunikationsprobleme gegeben, versucht er, den Schaden zu begrenzen. „Wir haben großes Interesse daran, die Händler zu halten“, bekräftigt Zimmermann und setzt dabei vor allem auf diejenigen, die frisches Gemüse, frischen Fisch und Fleisch sowie regionale Backwaren anbieten. „Wenn die Rathauscenter umgebaut sind, soll auch das Marktangebot erweitert werden.“ Er wolle gleich den Kontakt zu den Händlern suchen. Das hat er getan. Gestern um 13 Uhr. Das Ergebnis: Die Markthändler können bis Februar auf dem Eierplatz bleiben, danach stehe ihnen der Parkplatz am Friedhof zur Verfügung. „Jetzt muss die Marktgilde ausrechnen, welche Stände in welcher Anordnung und Größe dort Platz finden“, erläutert Tillmanns. Auch die Standorte für die Elektroanschlüsse müssen bestimmt werden. Diese verlegt die Stadt. „Ich war sprachlos und erstaunt“, kommentiert Rosmiarek das Ergebnis des Gesprächs beim Bürgermeister. „Wir haben den Zuschlag für unseren Favoriten bekommen.“ Nach allem, was sie bisher gehört hätten, hätten sie gar nicht gewagt, diesen Standort als Alternative ins Gespräch zu bringen. „Wir könnten sogar schon nächsten Mittwoch umziehen“, berichtet der Prokurist der Marktgilde. „Aber jetzt lassen wir uns Zeit für eine gute Vorbereitung und ziehen im Februar um.“ Tillmanns: „Es ist gut für die Kunden und auch für uns, dass wir in der Nähe des gewohnten Standorts bleiben können.“

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