Zweckverband der berufsbildenden Schulen Monheim lehnt Kosten für neues Berufskolleg in Opladen ab

Monheim · Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre stellte die Stadt Monheim knapp acht Prozent der Schüler am Berufskolleg. Sie leistete aber rund ein Drittel der Gesamtumlage.

 Schüler bauen Radios im Berufskolleg Opladen.

Schüler bauen Radios im Berufskolleg Opladen.

Foto: RP/Stadt Leverkusen

In seiner jüngsten Sitzung hat der Zweckverband der berufsbildenden Schulen Opladen den Beschluss zur Planung eines vollständigen Neubaus eines Berufskollegs am Standort Neue Bahnstadt in Leverkusen-Opladen gefasst. Monheim lehne die damit verbundene Finanzierung ab, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Zwar erkenne man die Vorteile eines Neubaus hinsichtlich besserer baulicher und funktionaler Qualitäten sowie einer für die Schule günstigeren Flächenbilanz an, sei aber im Hinblick auf die Finanzierung der Maßnahme nicht bereit die Entscheidung mitzutragen, so der Sprecher Thomas Spekowius.

 Bereits seit vielen Jahren mahne die Stadtverwaltung „die unfaire Umlagegrundlage zur Finanzierung des Zweckverbands an“, teilt die Pressestelle mit. Im Durchschnitt der letzten zehn Jahre stelle die Stadt Monheim knapp acht Prozent der Schüler am Berufskolleg, werde aber insgesamt mit rund einem Drittel der Gesamtumlage für das Berufskolleg belastet.

Radiobau im Berufskolleg Opladen.

Radiobau im Berufskolleg Opladen.

Foto: RP/Stadt Leverkusen

Allein im Haushaltsjahr 2023 belaufe sich der Monheimer Anteil auf insgesamt 1.347.477 Euro. Viele Jahre habe die Stadt Monheim einen deutlich höheren Umlagebetrag geleistet, als die einwohnermäßig fast viermal so große Stadt Leverkusen. Die Umlagebeiträge errechneten sich derzeit im Verhältnis von 50 Prozent auf Basis der Schülerzahlen und 50 Prozent auf Basis der Gewerbesteuermesskraft. „Das macht es für einige Städte offenbar leicht, auch in finanziell schwierigen Zeiten für alle Kommunen finanziell äußerst großzügig zu planen“, teilt Spekowius mit. Die langjährigen Bestrebungen von Langenfeld und Monheim, die Städte Leverkusen, Leichlingen und Burscheid von einer gerechteren Finanzierung auf Basis der Schülerzahl zu überzeugen, seien bislang – vor allem aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Zweckverbandsversammlung – erfolglos. Diese Städte hätten offensichtlich kein Interesse an einer Veränderung, weil es für sie bequemer sei, dass die Stadt Monheim einen Löwenanteil der Kosten trage, heißt es weiter.

(pc)
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